Basketball

NBA: Stephen Curry gegen LeBron James - Ballerina gegen Planierraupe

| Lesedauer: 3 Minuten
LeBron James (l.) und Stephen Curry.

LeBron James (l.) und Stephen Curry.

Foto: dpa

Essen.  Im Viertelfinale kommt es derzeit wieder zu einem der größten Duell der mordernen NBA-Geschichte: LeBron James trifft auf Stephen Curry.

Manchmal sind Himmel und Hölle nicht weit entfernt, das musste Basketballspieler Stephen Curry in der Nacht auf Mittwoch schmerzlich erfahren. Zwei Tage zuvor wurde er noch gefeiert, mit 50 Punkten hatte er in der nordamerikanischen Eliteliga NBA das entscheidende Spiel der Play-off-Serie gegen die Sacramento Kings dominiert. Wer ihn denn stoppen könne, wurde Curry im Anschluss gefragt: „Das finden wir hoffentlich nie heraus“, antwortete er lachend. Zwei Tage später war klar: Es könnten die Los Angeles Lakers um LeBron James sein, die Curry und die Golden State Warriors aufhalten. Der amtierende Meister verlor das erste Spiel der Viertelfinalserie (Best of 7) mit 112:117 gegen die Lakers. Weiter geht es in der Nacht auf Freitag.

Larry Bird gegen Magic Johnson, Michael Jordan gegen Isiah Thomas – es sind die Rivalitäten, die das Spiel mit dem Lederball in den vergangenen Jahrzehnten geprägt haben. Stephen Curry gegen LeBron James ist das große Duell der Moderne. Der beste Punktesammler der Liga-Geschichte trifft auf den besten Distanzschützen, den dieser Sport je erlebt hat. Auf der einen Seite James: 38 Jahre ist er mittlerweile alt, aber noch immer verehren ihn NBA-Fans als den „König“. Denn auch wenn King James nicht mehr ganz so explosiv ist wie noch in seinen Blütejahren, so ist er noch immer dominant wie eh und je. Er beherrscht die Gegenspieler durch seine brachiale körperliche Präsenz, stürmt unaufhaltsam wie eine Planierraupe zum Korb. Versenkt Distanzwürfe, die seine Mitspieler sich nicht zu nehmen trauen.

Wie Lucky Luke und Robin Hood

Auf der einen Seite Stephen Curry. 35 Jahre ist er mittlerweile alt, aber nach wie vor ist er ein menschgewordenes Spektakel. Er dribbelt die Gegner schwindelig, tänzelt mit der Anmut einer Ballerina zum Korb. Er zieht schneller als Lucky Luke und trifft hochprozentiger als Robin Hood. Er versenkt Distanzwürfe, die andere Spieler mangels koordinativer Fähigkeiten niemals Richtung Korb werfen könnten.

Curry und James haben eine lange Geschichte an Play-off-Duellen. Zwar treffen die Lakers und die Warriors erstmals seit 32 Jahren wieder in der K.o.Phase aufeinander, doch Curry und James sind packende Duelle gewohnt. „Es ist etwas Besonderes, von der ersten Serie gegen ihn bis jetzt“, sagte Curry. 2015 trafen sie im Finale erstmals aufeinander, James damals noch im Dress der Cleveland Cavaliers. Drei weitere Finalduelle sollten bis 2018 folgen, dreimal war Curry am Ende der mit dem Pokal im Arm. „Es sind zwei Teams, die probieren, ihre Saison am Leben zu halten und den Titel zu jagen“, sagt Curry.

Der Mann mit dem lockeren Handgelenk kann sich dabei auf eingespielte Nebenleute verlassen. Auf den ebenso treffsicheren Klay Thompson und Top-Verteidiger Draymond Green. Gemeinsam haben sie vier Meisterschaften gewonnen, gemeinsam wurden sie in den jüngsten Jahren immer wieder abgeschrieben im Titelrennen. “Hier sind wir also, acht Jahre später und spielen noch auf diesem Level“, sagt Green. Und verspricht: „Diese Serie wird episch.”

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Sportmix