Kommentar

Stuttgarts VAR-Einspruch ist zum Scheitern verurteilt

Der VfB Stuttgart um Philipp Förster (r.) war nach der 1:2-Niederlage in Wiesbaden sauer auf Schiedsrichter Sascha Stegemann.

Der VfB Stuttgart um Philipp Förster (r.) war nach der 1:2-Niederlage in Wiesbaden sauer auf Schiedsrichter Sascha Stegemann.

Foto: Uwe Anspach / dpa

Der VfB Stuttgart legt wegen einer Videobeweis-Entscheidung Protest gegen seine Niederlage ein – doch das wird ihm wenig bringen. Ein Kommentar

Es ist ein Musterbeispiel für vertane Lebenszeit: Der VfB Stuttgart legt Einspruch gegen das 1:2 bei Wehen Wiesbaden ein, weil nach seiner Überzeugung ein Regelverstoß vorliege. Der Video-Assistent hätte gar nicht eingreifen dürfen, als er in der Nachspielzeit einen Elfmeter herbeiführte.

Tatsächlich hat auch der Deutsche Fußball-Bund inzwischen eingeräumt, dass das Eingreifen unangebracht war. Trotzdem wird Stuttgarts Einspruch zu 99,9 Prozent scheitern, wie schon manch anderer gescheitert ist. Denn damit ein Spiel wiederholt werden kann, muss dem Schiedsrichter ein klarer Regelverstoß nachgewiesen werden. Er muss also eine Regel falsch angewendet haben. Eine falsche Tatsachenentscheidung, so steht es im Regelwerk, rechtfertigt keine Spielwiederholung.

Der Unterschied ist derart schwammig, dass es für den VfB sehr schwierig werden würde, überzeugende Argumente zu sammeln – zumal der DFB den Elfmeter selbst als „regeltechnisch korrekt“ einstuft. Und das IFAB, das über die Regeln des Weltfußballs wacht, hat eine glasklare Vorgabe in Sachen Video-Assistent formuliert: „Ein Spiel ist nicht ungültig aufgrund der Entscheidung, einen Vorfall nicht zu prüfen, oder der Prüfung einer nicht prüfbaren Situation.“ Heißt im Klartext: Das Wirken des Video-Assistenten kann keine Annullierung des Ergebnisses rechtfertigen.

Besser auf die eigenen Fehler schauen

Warum also veranstaltet der VfB dieses Theater? Ein wenig wohl für die Galerie, man will den Fans zeigen, dass man sich nicht alles gefallen lässt. Zudem ist der VfB durch die Niederlage auf Rang drei abgerutscht, der sicher geglaubte Wiederaufstieg in die Bundesliga gerät ernsthaft in Gefahr.

Und es droht noch immer ein Saisonabbruch, bei dem möglicherweise nur die beiden Erstplatzierten aufsteigen – das erhöht die Panik. Die Stuttgarter aber täten besser daran, an den eigenen Fehlern zu arbeiten. Sollten sie den Aufstieg verpassen, liegt das ganz sicher nicht an den Schiedsrichtern und dem Verlust eines einzigen Punktes.

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