Tennis

US Open: Nadal lobt Gegner Medwedew vor Duell im Finale

Konzentriert beim Aufschlag: Rafael Nadal. Bei den US Open bestreitet der Spanien nun sein 27. Grand-Slam-Endspiel.

Konzentriert beim Aufschlag: Rafael Nadal. Bei den US Open bestreitet der Spanien nun sein 27. Grand-Slam-Endspiel.

Foto: dpa

New York.  Rafael Nadal geht als Favorit ins Endspiel der US Open. Doch Gegner Daniil Medwedew befindet sich in der Form seines Lebens.

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Die Fokussierung auf Rekorde, die ständigen Vergleiche zwischen den Superstars, die Fragen nach dem Besten der Besten - all das ist Rafael Nadals Sache nicht. „Du kannst nicht den ganzen Tag frustriert sein und daran denken, worin dein Nachbar besser ist als du“, sagte der Spanier und wurde konkret: „Natürlich wäre ich gerne derjenige, der die meisten Grand Slams gewonnen hat. Aber ich werde auch immer noch gut schlafen, wenn ich es nicht bin.“

Und doch schwebt am Sonntag (22 Uhr MESZ/Eurosport) das Wettrennen um den Rekord über dem Arthur-Ashe-Stadium in New York. Der 33-jährige Nadal bestreitet dann bei den US Open sein 27. Grand-Slam-Endspiel. Und sollte er seiner Favoritenrolle gegen den russischen Final-Debütanten Daniil Medwedew gerecht werden, rückt er mit seinem 19. Major-Titel bis auf einen Sieg an Rekordhalter Roger Federer heran.

Nadal über Medwedew: "Er spielt auf höchstem Niveau"

„Es ist nur eine weitere Chance“, sagte Nadal gelassen, selbst von seiner Favoritenrolle wollte er nichts wissen. „Er ist der Spieler, der besser in Form ist auf der Tour, der mehr Matches in diesem Jahr gewonnen hat und der seit einer Weile auf dem höchsten Niveau spielt“, betonte der French-Open-Champion im Hinblick auf seinen Gegner Medwedew.

Freilich, der 23-jährige Russe, der sich mehrmals mit dem New Yorker Publikum angelegt und mittlerweile wieder versöhnt hat, ist momentan der heißeste Spieler auf der Tour. Auch Nadal ist dies nicht entgangen. „Sein Sommer ist einfach fast perfekt“, lobte der Mallorquiner und zählte Medwedews Erfolge der vergangenen Wochen auf: „Finale in Washington, Finale in Montreal, Sieg in Cincinnati und hier schon wieder im Finale.“

Schmerzen in New York

Solch ein Erfolgslauf hat aber auch Konsequenzen. Das Endspiel am Sonntag wird Medwedews 22. Match seit Anfang August sein. Sein Körper befindet sich am Limit, Beschwerden im Oberschenkel und in der Schulter plagten ihn in New York Runde für Runde. Doch bislang biss er sich mit Erfolg durch: Seit zwölf Matches ist der Moskauer ungeschlagen, seine 50 Siege in diesem Jahr sind Bestwert auf der ATP-Tour.

Der letzte Spieler allerdings, der Medwedew bezwang, war Nadal. Im Endspiel von Montreal ließ er dem Weltranglisten-Fünften beim 6:3, 6:0 nicht den Hauch einer Chance, Medwedew erinnerte sich mit Schrecken: „Er hat mich einfach auf dem Court aufgefressen.“

Triumphzug beim Masters in Cincinnati

Ohnehin ist die Ehrfurcht beim jungen Russen groß: „Er ist einer der größten Champions in der Geschichte unseres Sports. Er ist einfach eine Maschine, ein Biest auf dem Court“, sagte Medwedew. Und Nadal, nach seinem Finaleinzug auf die Huldigungen angesprochen, entgegnete: „Ich hoffe einfach, dass ich am Sonntag genau so sein werde. Ich werde es brauchen.“

Denn dass er die ganz Großen schlagen kann, bewies Medwedew bei seinem Triumphzug beim Masters in Cincinnati. Trotz Satzrückstands rang er im Halbfinale den Weltranglistenersten Novak Djokovic 3:6, 6:3, 6:3 nieder. „Er ist momentan definitiv einer der besten Spieler der Welt“, lobte der Serbe anschließend. Am Sonntag will Medwedew dies auch Nadal spüren lassen. (sid)

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