Sportpolitik

Warum Dopingsündern in den USA nun eine lange Haft droht

Nach ihm ist das Gesetz benannt: Grigori Rodtschenkow.

Nach ihm ist das Gesetz benannt: Grigori Rodtschenkow.

Foto: Vitaly Belousov / dpa

Essen.  Der Senat billigt ein Anti-Doping-Gesetz, das es der Bundespolizei erlauben würde, bei Sportgroßereignissen zu ermitteln.

In den USA hat ein Anti-Doping-Gesetz, das enorme Tragweite entwickeln kann, eine wichtige Hürde genommen. Der Senat hat am Montag als zweite gesetzgebende Kammer des Landes das nach dem ehemaligen Leiter des russischen Anti-Doping-Labors und Whistleblowers benannte Grigori-Rodtschenkow-Gesetz gebilligt.

Das neue Gesetz muss allerdings noch vom scheidenden US-Präsidenten Donald Trump unterschrieben werden, damit es in Kraft treten kann. Es würde Ermittlern wie beispielsweise der Bundespolizei FBI erlauben, im Umfeld von internationalen Großveranstaltungen des Sports zu ermitteln, wenn entweder US-Athleten teilnehmen, Verbände beteiligt sind oder US-Unternehmen beispielsweise als Sponsoren den Ereignissen verbunden sind.

Jagd nach den Hintermännern

Formal würde das Gesetz, das bereits vor zwei Jahren im US-Repräsentantenhaus auf den Weg gebracht worden war und seitdem einen längeren Weg durch die Instanzen ging, es den US-Ermittlern und der Justiz ermöglichen, vor allem die Hintermänner des Dopings in aller Welt empfindlich zu bestrafen. Bis zu zehn Jahren Haft und eine Millionen US-Dollar Strafe wären als Strafmaß möglich. Auch zivilrechtliche Schadensersatzansprüche sieht das Gesetz vor.

Für die USA ist diese Form des grenzüberschreitenden Ermittelns nicht neu. Vorbild sind Gesetze, die einst zur Bekämpfung von Bandenkriminalität sowie Korruption erlassen worden waren und unter anderem Basis für die Verfahren gegen Fifa-Funktionäre unterschiedlichster Nationen im Umfeld der Vergabe de WM 2022 an Katar wurden.

IOC und WADA äußern sich kritisch

Mit dem neuen Gesetz soll explizit ein Werkzeug im Kampf gegen Doping geschaffen werden, ein Werkzeug, das allerdings nicht unumstritten ist. Insbesondere das Internationale Olympische Komitee IOC aber auch die Anti-Doping-Agentur Wada äußern sich kritisch,. Ein Wada-Sprecher befürchtet, dass das Gesetz Whistleblower – sprich Doper, deren Gewissen erwacht – wegen drohender Bestrafung durch US-Behörden künftig davon abhalten könnte, sich zu melden.

Auch kritisierte der Sprecher, dass das Gesetz nicht für US-Profiligen und den Hochschulsport gelten soll, deren Verbände anders als die US-Anti-Dopingagentur und das US-amerikanische Olympische Komitee sich nicht sich dem weltweiten Anti-Doping-Code unterworfen hätten. „Wenn es für den amerikanischen Sport nicht gut genug ist, warum ist es dann für den Rest der Welt in Ordnung?“, so der Sprecher.

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