Kommentar

Was an der Expansion von PSG im Revier stört

Training in einer der Akademien des französischen Meisters Paris St. Germain.

Training in einer der Akademien des französischen Meisters Paris St. Germain.

Foto: Jörg Schimmel / FUNKE Foto Services

Essen.  Die großen Klubs müssen vor der Expansion des französischen Rivalen keine Angst haben. Die "Kleinen" könnten ins Grübeln kommen: Ein Kommentar.

Ein wenig seltsam wirkt es schon, wenn auf Deutschlands Fußballplätzen plötzlich Kinder in Trikots eines französischen Erstligisten trainieren. Aber Spitzenklubs wollen nun mal Geld verdienen, möglichst viel sogar, deswegen drängen sie immer wieder in neue Märkte. Paris Saint-Germain sucht in Nordrhein-Westfalen nicht nach dem nächsten Neymar. Der Klub will viel mehr, dass sich möglichst viele Kinder in NRW ein Neymar-Trikot wünschen und die Eltern es dann bestenfalls kaufen. PSG betreibt weltweit 14 Standorte. Der Kampf um die jungen Fan-Herzen ist eröffnet.

Deswegen müssen sich die großen Bundesliga-Klubs wie Schalke 04 oder Borussia Dortmund keine Sorgen machen. Kinder träumen in Gelsenkirchen ganz automatisch königsblau – und in Dortmund eben schwarz-gelb. Daran wird sich nichts ändern. Überhaupt versucht der BVB ja gerade selbst, in den USA neue Märkte zu erobern, ohne zu fragen, ob dies die Klubs vor Ort verärgert.

Herausforderung im Schatten der Riesen

Kleinere Vereine können mit Blick auf die PSG-Expansion schon eher ins Grübeln geraten. Fortuna Düsseldorf ist gerade erst dabei, wieder die Herzen der NRW-Landeshauptstadt zu gewinnen. Und Klubs wie der VfL Bochum, der MSV Duisburg, Rot-Weiss Essen und Rot-Weiß Oberhausen haben schon genug Probleme, sich aus dem Schatten der Riesen aus Gelsenkirchen und Dortmund zu bewegen. Aber: Erfolg wirkt nun mal anziehend.

Keine Bedrohung, aber ein Problem

Trotzdem wird durch die Akademien jetzt nicht die deutsche Vereinslandschaft gefährdet. Was viel mehr stören sollte, ist, dass Paris Saint-Germain so eng verbunden ist mit dem arabischen Staat Katar. Der tritt Menschenrechte mit Füßen, beutet Arbeitsmigranten aus. Kinder können sich natürlich trotzdem ein Neymar-Trikot wünschen. Aber Eltern sollten ihnen auch erklären, warum der Klub sich einen Neymar leisten kann.

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