Ikek

44 Projekte für Winterbergs Zukunft

Große Schautafeln, auf denen die Projektorte dargestellt sind, stehen im Ratssaal in Winterberg und werden diskutiert

Große Schautafeln, auf denen die Projektorte dargestellt sind, stehen im Ratssaal in Winterberg und werden diskutiert

Foto: Stefanie Bald

Winterberg.   Nach intensiver Bürgerbeteiligung steht fest, was die Stadt in ihrer „Vision Winterberg 2030“ umsetzen möchte. Nächste Station: der Rat

„Sie kriegen eine Menge zu hören, aber da müssen wir jetzt durch.“ Beinahe entschuldigend klang Elke Frauns, als sie die Essenz des mittlerweile 200 Seiten starken Ikek-/Isek-Konzepts vorstellte. Gut 60 Bürger waren am Dienstag in den Ratssaal gekommen, um sich das Konzept für die Stadtentwicklung bis 2030 anzuhören. Bei dessen Erarbeitung helfen der Stadt Frauns’ Agentur bürofrauns sowie das Architekturbüro WoltersPartner.

Rückblick: Online und in Diskussionsrunden waren seit vergangenem Frühjahr viele Wünsche für die Zukunft der Stadt und ihrer Dörfer geäußert worden. 44 Projekte haben es geschafft und stehen jetzt mit ersten Details sozusagen auf der offiziellen Wunschliste.

Für die Planungen ist das Stadtgebiet in funktionelle Bereiche unterteilt worden: die Kernstadt, die kleineren Dörfer und die sog. Ankerorte Siedlinghausen, Niedersfeld und Züschen. Ankerort bedeutet, dass dortige Einrichtungen (z.B. Läden und Schulen) auch umliegende Dörfer versorgen.

Die Kernstadt

Vier der 44 Projekte sind in der Kernstadt angesiedelt. Die moderne Umgestaltung und Anbindung des Kurparks steht ebenso auf der Liste wie die Spielplätze im Kurpark und Am Postteich, neue Ideen für den Bereich südöstliche Kernstadt (Kirmesplatz) und Lichtinszenierungen in der Innenstadt.

Die Ankerorte

In Niedersfeld haben es die Weiterentwicklung des Naherholungsgebiets Hillebachsee und die Gestaltung des Hofs Giersen in der Dorfmitte auf die Liste geschafft. Das größte Projekt in Siedlinghausen wird die nicht mehr benötigte Verbundschule: Neue Ideen für das Gebäude und sein Umfeld werden dringend gebraucht. Auch der Kurpark am Anger soll wiederbelebt werden. In Züschen ist die Bullenwiese das Kernstück der Pläne: Sie soll als Freizeit- und Erlebnisort weiterentwickelt werden.

Die Dörfer

Hoheleye und Lenneplätze als die kleinsten Orte sind die einzigen, die kein eigenes Projekt bekommen haben. In allen anderen gibt es mindestens eines. Oft geht es dabei um die Gestaltung z.B. von Dorfmitten, Brunnen, Kneippanlagen, Wegen und Plätzen. Auch einige veraltete Spielplätze warten auf frischen Wind. Dass die Angebote künftig allen Generationen etwas bieten, steht immer im Fokus.

So geht es weiter

Dass jetzt konkrete Projekte auf der Wunschliste stehen, sagt noch nichts darüber aus, wie und wann sie verwirklicht werden. Als nächstes wandert das Konzept in den Rat. Dort wird es heute Abend vorgestellt; beschlossen werden soll es in der Sitzung im März. Wenn das geschehen ist, geht es zur nächsten Instanz: der Bezirksregierung Arnsberg. Dort wird aber nicht die gesamte Wunschliste abgenickt: Wenn es soweit ist, muss jedes Projekt einzeln entwickelt, beantragt und geprüft werden. „Das wird dauern, aber wir haben jetzt mit dem Konzept einen Fuß fest in der Tür“, bilanzierte Frauns.

In der anschließenden Diskussion kam die Frage nach zwei Baustellen auf, die es nicht ins Konzept geschafft haben: das Kolpinghaus Siedlinghausen und das Ehrenmal an der katholischen Kirche in Winterberg. Das Ehrenmal werde demnächst instand gesetzt, versprach Bürgermeister Werner Eickler. Die Stadt sei dafür in Kontakt mit der Gemeinde. Auch das Kolpinghaus Siedlinghausen wird kein Fall für das Ikek. „Da das Haus in privater Trägerschaft liegt, kann es im Konzept nicht berücksichtigt werden“, erklärte Frauns. Sollten aber Vereine privat in das Haus investieren, könnte ihr Einsatz über den Verfügungsfonds (siehe Infobox) aufgestockt werden. Über diesen Umweg könnte das Kolpinghaus dann doch profitieren.

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