Junge Familien

Babymassage in Hallenberg mit Mandelöl und viel Gefühl

Bei der Babymassage kommt es auf viel Gespür an.

Bei der Babymassage kommt es auf viel Gespür an.

Foto: Katja Voss / wp

Hallenberg.  Sie hilft bei Verdauungsproblemen und sie sorgt für Entspannung: Hebamme Gabi Baum zeigt, wie eine Babymassage funktioniert.

Berührungen sind überlebenswichtig für Säuglinge. Bei der Babymassage unter Anleitung von Hebamme Gabi Baum gibt es jede Menge davon. Aber Vorsicht! Nicht alles tut den Kindern gut.

Barfuß sitzt Gabi Baum in ihrer Praxis in Hallenberg vor ihren Kursteilnehmerinnen, eine Puppe auf dem Arm. Auf den Sportmatten liegen Handtücher, daneben stehen kleine Fläschchen mit Mandelöl. Es herrscht eine entspannte Ruhe. Die etwa acht Wochen alten Babys sind schon ausgezogen und scheinen gespannt zu warten, was passiert.

Öl, Öl, Öl!

„Ich sag nur: Öl, Öl, Öl - nehmt so viel wie möglich“, empfiehlt die Hebamme. Die frischgebackenen Mütter beginnen mit dem Oberkörper ihrer Kinder. Sie legen ihre Hände auf den kleinen Brustkorb und streichen zur Seite bis zu den Armen. Danach ist der Bauch dran: „Jetzt wie so ein Schaufelbagger von oben nach unten über den Bauch.“ Auch die Arme kommen nicht zu kurz - einer nach dem anderen wird vorsichtig mit beiden Händen gedreht: „Das nennt man schwedisches Melken.“

Zwischendurch weint ein kleiner Junge und wird gefüttert. Ein anderer nutzt die windelfreie Zeit und erledigt, was nun mal erledigt werden muss. „Alles gut, wir haben Zeit“, sagt Gabi Baum, bevor Stress aufkommt. Ein kleines Mädchen lässt sich nicht stören: Sie genießt die Massage ihrer Mutter und nuckelt ab und zu das Mandelöl von der Hand ab.

Immer von oben nach unten

In der kleinen Pause erklärt die 60-Jährige die wichtigste Regel: „Immer von oben nach unten oder im Uhrzeigersinn massieren.“ Denn so wird die Darmbewegung in der richtigen Richtung unterstützt. „Sonst könnt ihr einen Darmverschluss an massieren.“ Denn die Anregung der Verdauung ist ein wichtiger Vorteil der Babymassage und Säuglinge haben gerade in den ersten Monaten oft Probleme damit. Bei Koliken oder Bauchschmerzen kann eine Massage helfen. „Aber die Babys müssen vorher schon ein paar Mal massiert worden sein, sonst empfinden sie es nicht unbedingt als angenehm“, erklärt die Hebamme.

Weitere positive Auswirkungen sind die intensiven Momente zwischen Mutter und Kind und die entspannte Zeit für die Babys. „Die größte Anstrengung ist für die Mütter, pünktlich zum Kursbeginn mit ihren Babys hier bei mir zu sein“, so Gabi Baum.

Kinderentwicklung weiter verfolgen

Doch auch die Erfahrung, dass anderen Mütter auch Probleme haben, tue den Frauen in dieser besonderen Phase ihres Lebens gut. Außerdem kann die Hebamme in diesem Kurs die Kinder noch einmal sehen und ihre Entwicklung weiterverfolgen.

Die Kurszeit ist vorbei, alle Babys werden wieder angezogen und meckern ein bisschen. „Macht einfach alles, was ihr euch merken konntet, zu Hause mit euren Kindern - aber nur, wenn ihr Zeit dafür habt. Wenn ihr allerdings total gestresst seid, dann lasst es lieber sein“, gibt Gabi Baum den Frauen noch mit auf den Weg bis zum nächsten Termin.

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