Bundesschützenfest

Bundesschützenfest Medebach: Friedliches, fröhliches Fest

Mehr als 50 Musikkapellen sorgen beim Festzug in Medebach für die Unterhaltung der vielen Zuschauer am Wegesrand.

Mehr als 50 Musikkapellen sorgen beim Festzug in Medebach für die Unterhaltung der vielen Zuschauer am Wegesrand.

Foto: Ralf Rottmann / FUNKE Foto Services

Medebach.  Das Bundesschützenfest war ein friedliches, fröhliches Fest. Auch die erste weibliche Regentschaft durch eine Bundeskönigin sehen viele positiv.

Es ist geschafft! Die Medebacher St.-Sebastianus-Schützenbruderschaft hat das Großereignis Bundesschützenfest mit viel Aufwand, Logistik und Einsatz gestemmt und ein „gelungenes, friedliches und fröhliches Fest gefeiert“. Thomas van Dyck, 2. Vorsitzender der Bruderschaft, zeigte sich in einer ersten Bilanz gestern sehr zufrieden mit dem gesamten Festverlauf.

Polizei schreitet nur einmal ein

Erfreulich: Auch die Polizei spricht von einem „friedlichen Bundesschützenfest“. Die Beamten mussten nur einmal einschreiten. Grund: Am späten Freitagabend hatte ein 22-jähriger Briloner randaliert, weil er einen Platzverweis nicht hinnehmen wollte. Er verbrachte die Nacht im Polizeigewahrsam. Ansonsten blieb alles, so Polizeipressesprecher Holger Glaremin, ruhig.

Wohl insgesamt über 20.000 Menschen waren am Wochenende bei idealem spätsommerlichem Wetter in der Hansestadt zu Gast, nachdem nur drei Wochen zuvor mehrere tausend Gäste und Einheimische den 875. Geburtstag der Stadt gefeiert hatten. Und so hatten die Medebacher innerhalb kürzester Zeit gleich zwei Großveranstaltungen auf ihrem Terrain.

Hauptveranstaltung beim Bundesschützenfest war der große Festzug am Sonntag mit rund 12.000 Teilnehmern. Die Veranstalter schätzen, dass weitere 5- bis 6.000 Besucher den Umzug als Zuschauer verfolgt haben. Beim Jungvogelschießen am Freitagabend waren nach Angaben der Schützenbruderschaft rund drei- bis viertausend Menschen auf dem Festgelände, am Samstag beim Vogelschießen etwa fünf- bis 6000. Ehrengast der Veranstaltung war Ministerpräsident Armin Laschet, der die Schirmherrschaft über die Veranstaltung übernommen hatte. Er hielt die Festansprache und trug sich ins Goldene Buch von Stadt und Schützenbruderschaft ein.

Kritische Stimmen zu Toilettengebühren

Einige kritische Stimmen habe es zu den Toilettenbändchen gegeben, erklärt Thomas van Dyck. Für alle drei Tage mussten dafür insgesamt drei Euro gezahlt werden. Das sei jedoch notwendig gewesen, um die Kosten zu decken und saubere Toiletten in ausreichender Anzahl anzubieten. Es gehe nicht darum, Geld damit zu verdienen. Das gleiche gelte auch für die Parkplatzkosten, die pro Auto bei fünf Euro lagen.

Gleich mehrere Besonderheiten werden wohl für immer mit dem Medebacher Bundesschützenfest in Erinnerung bleiben: Erstmals gab es eine weibliche Bundesschützenkönigin, die sich mit ihrem Mann beim Festzug präsentierte. Sowohl sie als auch das Bundes-Jungschützenkönigspaar stammen aus Wamel am Möhnesee – auch ein Novum, das beide Regenten aus einem Ort kommen. Und auch das Schießen am Freitagabend bei Scheinwerferlicht wird sicherlich als Besonderheit in Erinnerung bleiben.

Die weibliche Regentschaft war am Wochenende ein großes Thema. Thomas van Dyck erklärte dazu: „Wir haben weder als Verein noch als Sauerländer Schützenbund ein Problem damit. Es gibt inzwischen viele Vereine, bei denen Frauen mitschießen und dann dürfen sie das auch beim Bundesschützenfest.“

Positive Stimmen zur weiblichen Regentschaft

Das zeige, dass das Schützenwesen im Sauerland mit der Zeit gehe, so Lorenz Knust, 1. Brudermeister der St. Sebastian Schützenbruderschaft Giershagen. Mit seinem Verein habe er ein super organisiertes Fest erlebt: „Wir hatten sehr viel Spaß – die Stimmung war passend zum Wetter.“ Auch Rafael Pfeifer, 1. Vorsitzender der St. Antonius Schützenbruderschaft Titmaringhausen spricht von durchweg positiver Stimmung im Verein, einem schönen Fest und guter Organisation.

Andere Stimmen schließen sich an: So hat auch Herbert Jätzel, 1. Vorsitzender der St. Hubertus-Schützenbruderschaft in Brilon das Fest positiv erlebt: „Also erstmal muss ich sagen, dass das Fest sehr gut organisiert war. Da muss man den Medebachern ein Kompliment machen. Und dass wir eine Bundesschützenkönigin haben – warum nicht? Die Zeiten ändern sich. Im Verein ist die Tendenz ähnlich, dem steht auf keinen Fall jemand negativ gegenüber.“ Man müsse sowohl diesen Entwicklungen als auch traditionellen Ansichten mit Offenheit und Toleranz gegenüberstehen.

„Finden wir auch toll, dass es eine Bundesschützenkönigin gibt. Und die Organisation war auch wirklich fantastisch“, sagt Patrick Potthoff, 1. Vorsitzender der Schützenbruderschaft St. Hubertus Helmeringhausen. Er habe durchweg Begeisterung seines Vereins erlebt.

Auch die Winterberger Schützengesellschaft 1825 war beim Bundesschützenfest natürlich vertreten. Bastian Östreich, 1. Vorsitzender: „Wir waren an allen drei Tagen da, auch mit großer Abordnung und Tambourcorps. Es war eine rundum gelungene Sache, großer Respekt. Östreich weiter: „Es ist mal etwas anderes, dass es eine Königin gibt. Das wurde bei uns positiv aufgenommen.“

„Ja, warum nicht?“, meint auch Raimund Knecht, Vorsitzender der Braunshauser St. Antonius Schützen. „Ich denke, dass es das in Zukunft immer öfter geben wird.“

Dirk Köhne, 1. Vorsitzender des Bürgerschützenvereins Bredelar erzählt, dass ein Raunen durch die Menge ging, als der Vogel fiel. Viele hätten wohl einfach nicht damit gerechnet. „Aber die meisten sehen es positiv, unser Verein auch“, so Köhne. Und: „Ich finde es gut, dass sich immer mehr Frauen trauen, mitzumachen.“

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