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Bahn beendet Bahnhofs-Tristesse in Brilon-Wald – vorerst

Die Deutsche Bahn hat ihre Anlagen im Bahnhof Brilon-Wald in Schuss gebracht.

Die Deutsche Bahn hat ihre Anlagen im Bahnhof Brilon-Wald in Schuss gebracht.

Foto: Jürgen Hendrichs

Brilon Wald.  Über den Zustand des Bahnhofs Brilon-Wald gibt es seit Jahren Beschwerden: Fahrgäste Bürger, Politiker schimpften. Jetzt hat sich etwas getan.

Was ein wenig Farbe und guter Wille ausmachen: Kaum wiederzuerkennen ist der Bahnhof Brilon-Wald. Die Deutsche Bahn hat ihre Anlagen trotz der Absage der Internationalen Hansetage wie versprochen in Schuss gebracht. Frisches Weiß und helles Grau haben die Tristesse auf den Bahnsteigen verdrängt, Milchglas füllt jetzt die mutwillig zerstörten Fensterfronten.

Die witterungsfesten Wartebereiche haben neue Gitternetzbänke bekommen und neue Mülleimer aus Stahlblech. Die Treppenhäuser zur Unterführung sind ebenso neu gestrichen wie die Decke und Teile des Tunnels.

Pinkelstelle und ein paar zerbrochenen Flaschen

Der Geruch der frischen Farbe schaffte es am Vatertag auch noch, die Ausdünstung eines feuchten Flecks zu überlagern, der sich ab Kniehöhe an einer Ecke abzeichnete und auf dem Boden ausbreitete. Bis auf diese eine Pinkelstelle und ein paar zerbrochenen Flaschen bot der Bahnhof Ortsvorsteherin Ariane Drilling und Bürgermeister Dr. Christof Bartsch aber einen seit Ewigkeiten vermissten Anblick. Einhellige Meinung: Die Sanierung des Bahnhofsgebäudes und die jetzt erfolgte Aufhübschung des Bahnsteigbereiches sind ein Gewinn für das Dorf.

Nur ein erster Schritt

Das sieht auch Wolfgang Diekmann so.

Der CDU-Stadtrat ist als Vorsitzender der Unions-Fraktion im Zweckverband Ruhr-Lippe (ZRL) und Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) unmittelbar mit Bahnfragen befasst. Diekmann hatte bereits vor Jahren bei der Bahn darauf gedrungen, Brilon-Wald wegen der Hansetage vorzuziehen und in eine frühere Phase der 2016 begonnenen Modernisierungsoffensive einzubeziehen - "In Winterberg hatte das 2018 vor der Rodel-Weltmeisterschaft auch geklappt". Damit war er jedoch nicht durchgedrungen, aber immerhin konnte er der Deutschen Bahn die Aufhübschung der Bahnsteige und der Unterführung abringen. Diekmann: "Das kann nur der erste Schritt sein. Rund um die Modernisierungsmaßnahme müssen wir weiter Druck machen.

Urban Art-Aktion geplant

In der Unterführung selbst stehen noch Arbeiten aus. Das hängt aber mit den Corona-Beschränkungen zusammen. Dort hatte das Jugendparlament der Stadt Brilon zu den Hansetagen eine Urban-Art-Aktion geplant. Gemeinsam mit dem mittlerweile international tätigen Briloner Street Art-Künstler Henning Marten Feil wollen die jungen Leute dort mit Sprühfarbe etwas inszenieren. Klaus Wrede, JuPa-Koordinator bei der Stadtverwaltung: "Das Projekt liegt derzeit leider auf Eis."

Corona verzögert Projekt

Corona macht auch den Waldbahnhof-Investoren zu schaffen. Zu den Hansetagen sollte nicht nur die Gastronomie in dem sanierten ehemaligen Bahnhofsgebäude öffnen, sondern auch schon das zusätzliche "Bahnsteig-Hotel", die Überbauung der dort geparkten Schlaf- und Speisewagen angegangen sein.

Dazu ist formale Bauleitplanung erforderlich - und da verhindern die Corona-Beschränkungen bisher die frühzeitige Bürgerbeteiligung in Form einer öffentlichen Informationsveranstaltung. Man sei dabei, so Architekt, Mitgesellschafter und -initiator des Projektes, dabei, eine digitale Form der Mitwirkungs- und Einwendungsmöglichkeiten abzuklären.Einen neuen Termin haben die Bahnhofs-Gesellschafter bereits im Auge: am 22. September soll es mit dem Neubau und der Gastronomie im Bahnhof losgehen. Das extravagante "Hotel auf dem Bahnsteig soll dann zum Frühlingsbeginn fertig werden.

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