Almequelle

Der Spirituelle Sommer macht die Almequelle erlebbar

Im Rahmen der Source Installation wurde das Tretbecken mit Kies verfüllt. In der Mitte wurde ein Betonring installiert, der mit Pumpen versehen wird. Abgedeckt wird das Ganze schließlich mit einer Schicht aus Schiefer in unterschiedlichen Größen.

Im Rahmen der Source Installation wurde das Tretbecken mit Kies verfüllt. In der Mitte wurde ein Betonring installiert, der mit Pumpen versehen wird. Abgedeckt wird das Ganze schließlich mit einer Schicht aus Schiefer in unterschiedlichen Größen.

Foto: Wolfgang Kraft

Alme.   Die Essener Künstlerin Anne Berlit entwickelte eine Installation, die die Charakteristiken der Alme zeigt. Das soll auch nachts funktionieren.

Ein Quellerlebnis ganz besonderer Art entsteht zurzeit in Alme. Im Rahmen des diesjährigen Spirituellen Sommers hat die Essener Künstlerin Anne Berlit eine Installation entwickelt, die das Wasser und die Natur auf besondere Weise erlebbar machen soll. Am Mittwoch, 19. Juni, wird die Installation „Source“ (Quelle) im Rahmen einer Vernissage am Entenstall in Alme der Öffentlichkeit vorgestellt. Wasser ist in diesem Jahr das Schwerpunkt-Thema des Spirituellen Sommers.

„Schon bei meinem ersten Besuch der Almequellen habe ich die außergewöhnliche Atmosphäre der Natur und ihrer Geschichte wahrgenommen. Mir ist klar geworden, dass ich als Künstlerin, die vorwiegend auf Räume und Orte spezifisch eingeht, keine laute Arbeit, sondern eine künstlerische Intervention machen möchte, die mit den Mitteln des Vorhandenen spielt und damit die besondere Charakteristik der Almequellen in Alme hervorhebt,“ erzählt Anne Berlit.

Die Quelle erfahrbar machen

Gleichzeitig fiel ihr das alte, „aus der Zeit gefallene“ Tretbecken in Nähe des Almer Entenstalls auf. Und so entstand die Idee, daraus einen Ort zu machen, an dem die Quellen auf eine neue, erfrischende Art erfahrbar werden. „Ich möchte mit den Mitteln der Natur an diesem Ort etwas Neues, Schöpferisches entwickeln, denn Quelle bedeutet ja Erneuerung“, so die Künstlerin.

In Alme trifft unterirdisch fließendes Wasser auf wasserundurchlässiges Schiefergestein und tritt in Form von 104 Überlaufquellen an die Oberfläche. Die Skulptur „Source“ soll dieses Quellerlebnis erfahrbar machen. Das ursprüngliche Tretbecken wird dafür von ihr als „Quelltopf“ genutzt. Tatkräftig unterstützt wird die Essener Künstlerin vom Verkehrsverein Alme, der mehrere hundert Arbeitsstunden geleistet hat, um das Tretbecken für seinen neuen Zweck umzufunktionieren und die Idee von Anne Berlit umzusetzen.

Nachts mit Licht in Szene gesetzt

So wurde das sehr in die Jahre gekommene Tretbecken inzwischen mit Kies verfüllt. In der Mitte wurde ein Betonring installiert, der mit Pumpen versehen wird. Abgedeckt wird das Ganze schließlich mit einer Schicht aus Schiefer in unterschiedlichen Größen. Und so soll schließlich das Wasser der Alme über das Wasserrad, das sich in unmittelbarer Nähe dreht, an mehreren Stellen leise quellend auf eine ebene, dunkelgrau bis schwarz leuchtende Schieferbruchfläche geführt werden - nachts besonders in Szene gesetzt, durch Licht.

Quellwasser selbst spüren

Die Natur hautnah erleben, das Wasser erspüren - das soll die Installation ermöglichen, denn sie ist begehbar. Besucher können sich auf die Schieferplatten setzen, das Wasser über Hände und Füße quellen lassen. Die Künstlerin selbst stellt sich das so vor: „Im Sommer wird die Fläche von der Sonne erwärmt und man kann sich am äußeren Rand hinsetzen oder hinlegen, die Quellatmosphäre genießen und sich dabei zu einer inneren Reise zu den eigenen Quellen inspirieren lassen.“

Die Gesamtkosten für die Installation belaufen sich auf rund 10.000 Euro. Möglich wurde diese Investition durch das Netzwerk „Wege zum Leben“, das den „Spirituellen Sommer“ veranstaltet, private Sponsoren, eine finanzielle Unterstützung durch die Stadt Brilon und sehr viel ehrenamtliches Engagement vor Ort.

Ort der Besinnung und Ruhe

„Wir möchten, dass hier ein besonderer Ort der Besinnung und der Ruhe entsteht. Besucher können hier natürliche Geräusche und die Natur erleben“, erklärt Ludger Böddeker, Vorsitzender des Verkehrsvereins Alme. Übrigens ebenfalls jetzt fertig gestellt wurde der neue Mehrgenerationenweg, der durch das Alme Quellgebiet führt.

Anne Berlit freut sich sehr, dass ihre Idee im Ort an den Quellen mit so viel Engagement umgesetzt wird: „Ich arbeite sehr gerne ortsbezogen und freue mich, dass die Menschen vor Ort sich mit dieser Arbeit so identifizieren.“ Weitere aktuelle Arbeiten der Künstlerin: In Dortmund gestaltet sie zurzeit die Fassade eines Datenspeicher-Bauwerks und im Osthaus Museum in Hagen ist bis Mitte August eine Wandarbeit von ihr zu sehen.

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