Landwirtschaft

Elf Hühnerrassen sorgen in Marsberg für bunte Eiervielfalt

Hühnerbauer Frank Wahle in seinem mobilen Hühnerhof am Diemelufer bei Westheim.

Hühnerbauer Frank Wahle in seinem mobilen Hühnerhof am Diemelufer bei Westheim.

Foto: WP

Westheim.  Kennen Sie Grünleger, Silberfarbene Italiener oder Maran Kupferfarbene? Für Frank Wahle aus Marsberg sind das gute Bekannte. Es handelt sich um seine Hühner. Der 31-Jährige kümmert sich um alte Rassen und freut sich über viele farbige Eier.

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Sind seine 270 Hühner und sieben Hähne glücklich, ist auch Frank Wahle (31) glücklich. Der junge Hühnerbauer setzt auf Freilandhaltung, Bio-Eier und seinen fahrbaren Hühnerstall. Seine Hühner sind für Frank Wahle aber nicht nur Eierproduzenten.

Er hat auch nicht nur ein oder zwei Hühnerrassen, braune und weiße, sondern elf. Denn er setzt sich auch für die Artenvielfalt unter dem Federvieh ein. Sussex-Hühner Weiße und Schwarze, Silberfarbene Italiener, Maran Kupferfarben, Grünleger, Königsberger Silberblaue, Tricolor, Blausperber Weiß, Goldsperber, Amba und Rhodeländer scharren gemeinsam nach Würmern.

Gerade erst hat er den mobilen Weidezaun auf der Hühnerwiese am Diemelufer am Dorfrand von Westheim Richtung Hesperinghausen um ein großes Stück versetzt. Damit die Legehennen wieder frisches Grün picken können. Bewacht werden sie von Schutzhund Lua an der Laufleine. Die Nächte verbringt die Hühnerschar im Hühnermobil.

Etwas kleiner als ihre Artgenossen sind die Grünleger. Ihr Name ist Programm, denn sie legen Eier mit einer hellgrünen Schale. „Im Geschmack gibt es keinen Unterschied zu weißen oder braunen Eiern“, sagt Frank Wahle. Er bedauert es schon sehr, dass heutzutage immer mehr Hühnerrassen auf der roten Liste der gefährdeten Nutztierrassen stehen.

„In der Geflügelindustrie haben die alten Hühnersorten keine Chance“, weiß der Hühnerbauer, weil sie in der Anschaffung teuerer sind und dann auch noch weniger Eier legen als die wenigen modernen Hochleistungshühnersorten. Wahle: „Die verschiedenen Arten können langfristig nur erhalten bleiben, wenn ihre Haltung unterstützt wird.“ Und das will er tun.

Wahle möchte bedrohte Hühnerrassen, wie die Westfälischen Totleger, das Deutsche Reichshuhn, das Jerusalemer Huhn oder das schwarze Sachsenhuhn in seinen Hühnerhof integrieren, wobei ihm schon klar ist, dass das wenig wirtschaftlich ist. Denn die alten Hühnersorten legen höchstens 150 Eier im Jahr. Zum Vergleich: reine Hochleistungshybrid-Hennen (moderne Rassen) legen bis zu 320 Eier im Jahr.

Kreuzung mit Augenmaß

Das Federvieh in Wahles mobilen Hühnerhof sind Kreuzungen alter Rassen mit modernen Hybridhühnern. Sie haben das Aussehen der Rassehühner, legen aber mehr Eier. Aber nicht so viele wie reine Hybridhennen. Wahle: „Mit ihnen bleibt aber wenigstens die Artenvielfalt erhalten.“ Genau so bunt wie der Hühnerhaufen sind auch die Eier, die sie legen: dunkelbraun, braungesprenkelt, weiß, eierschalfarben, hellrosa und hellgrün und sogar grüntürkis. Demnächst sind die naturbunten Eier auch im Handel zu bekommen, bisher nur an der Haustür der Familie Wahle. Und das nicht nur zu Ostern.

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