Eltern-Kind-Gruppen

Elisabeth Patzsch verlässt die Elki in Bigge nach 15 Jahren

Neue Kursleiterin bei der Elki in Bigge: Theresa Rüther übernimmt von Elisabeth Patzsch (rechts) die halbe Stelle als hauptamtliche pädagogische Mitarbeiterin.

Neue Kursleiterin bei der Elki in Bigge: Theresa Rüther übernimmt von Elisabeth Patzsch (rechts) die halbe Stelle als hauptamtliche pädagogische Mitarbeiterin.

Foto: Sonja Funke

Bigge.   Mit Theresa Rüther hat die langjährige Leiterin von Eltern-Kind-Kursen eine Nachfolgerin gefunden. Wie es weitergeht, verraten sie im Interview.

Nach 15 Jahren verlässt eine Institution die Elki (Verein Eltern, Kinder & mehr). Die bisherige pädagogische Leiterin Elisabeth Patzsch übernimmt beim evangelischen Kirchenkreis Soest-Arnsberg mit einer halben Stelle als Diakonin die interkulturelle Gemeindearbeit. Die Leitung in der Elki übernimmt vorerst Gabi Hoffmann von ihr, die seit 17 Jahren die PEkiP-Kurse leitet. Und auch für ihre Gruppen hat Elisabeth Patzsch eine Nachfolgerin gefunden: Ab dem 2. Mai macht Theresa Rüther weiter. Sie übernimmt die halbe Stelle ihrer Vorgängerin und damit die Eltern- Kind- und fast alle Musikgruppen. Im WP-Interview verraten die beiden, was die Arbeit der Elki ausmacht und wie der Verein über Jahre so erfolgreich bleiben konnte.

Worauf freuen Sie beide sich in Ihrer neuen Tätigkeit?

Theresa Rüther: Jetzt habe ich mir zwei Wochen intensiv die Arbeit von Elisabeth angucken dürfen und glaube, dass alles schon in die Richtung laufen wird. Und nach und nach möchte ich Kleinigkeiten von mir selbst einbringen, ich habe zum Beispiel Entspannungspädagogin gelernt, das könnte ich gut in die Gruppen einbauen.

Elisabeth Patzsch: Ich werde unter anderem daran arbeiten, die umfangreiche Hauptvorlage der westfälischen Landeskirche zum Thema „ Kirche und Migration“ in die Gemeinden einzubringen. Da ich interkulturelle Pädagogik studiert habe und schon vor der Elki in diesem Bereich gearbeitet hatte, war das schon immer mein Steckenpferd und ein wichtiger Teil meiner Lebensgeschichte. Dieses habe ich in Form von einem offenen Flüchtlingstreff und erst kürzlich dem Elternkurs Integrationsbausteine auch in die Arbeit in der Elki eingebracht. Und jetzt habe ich die Möglichkeit, dieses wichtige gesellschaftliche Thema hauptberuflich weiter zu entwickeln, in verschiedenen Gruppen und Gremien, darauf freue ich mich..

Was haben Sie alles in den 15 Jahren gemacht, Frau Patzsch?

Elisabeth Patzsch: Die Elki-Arbeit fußt ja von Anfang an auf den drei Säulen PEKiP, Eltern-Kind-Gruppe fürs zweite Lebensjahr und Spielgruppe. Ich habe immer die Eltern-Kind-Gruppen im zweiten Lebensjahr gemacht, durchschnittlich im Jahr sechs Gruppen, da komme ich auf 90 Gruppen über die Jahre. Ich kenne so viele Eltern und Kinder hier! Außerdem habe ich mehr als zehn Jahre lang Musikgruppen für das dritte Lebensjahr angeboten, was gut nachgefragt wurde. Dann kam die Bildungsarbeit dazu, Ich habe insgesamt 15 Kurse „Starke Eltern, starke Kinder“ durchgeführt, auch in Kooperation mit Kindergärten. Das ist wichtig, weil wir ja als Elki auch die Förderkriterien der Familienbildung erfüllen müssen.

Was hat sich in 15 Jahren verändert?

Elisabeth Patzsch: Mütter fangen heute in der Regel wieder früher an zu arbeiten, Kinder gehen eher in die Kitas, das hat Auswirkungen auf unsere Arbeit, in erster Linie auf die Spielgruppenbetreuung. Aber es gibt immer noch Eltern, die sagen, es ist ein gutes Angebot und ihr Kind in die Spielgruppe schicken. Bei PEKiP gab es über die Jahre gar keinen Einbruch. Der Eltern-Kind-Gruppen-Bereich ist auch erfreulich konstant geblieben. Wir haben im letzten Jahr eine Bedarfsabfrage zu den Kurszeiten der Elki gemacht, da kam deutlich raus, dass sich die meisten morgens Eltern-Kind-Gruppen wünschen. Viele haben eben Geschwisterkinder und nachmittags weniger Zeit. Das hat unsere Angebotsstruktur bestätigt.

Theresa Rüther: Das Angebot morgens lässt sich für viele Eltern wahrscheinlich noch gut verbinden, denn viele arbeiten nicht jeden Tag. Für mich ist der Job auch deswegen ideal, weil ich hier morgens arbeiten und meine Tochter mit in die Spielgruppe bringen kann. Ich bin durch sie überhaupt an die Möglichkeit gekommen, hier zu arbeiten.

Was macht den Job aus?

Elisabeth Patzsch: In der Familienbildungsarbeit muss man Kinder und Eltern im Blick haben. Es geht darum, die Kinder sinnvoll zu beschäftigen, aber sich durch persönliche Präsenz auch den Müttern mit ihren Problemen und Bedürfnissen zuzuwenden. Aber wichtig ist auch, dass in der Gruppe Regeln gelten und nicht nur dort. Ich sage Eltern immer wieder, schon das zweite Lebensjahr ist ein guter Punkt um damit anzufangen. Hier ist eine gute Anlaufstelle für Mütter, einfach mal loszulassen und mit anderen ins Gespräch zu kommen.

Theresa Rüther: Das läuft eher so unbewusst, man hat sich als Mutter unheimlich wohl gefühlt. Jetzt als künftige Kursleiterin guckt man ganz anders hin, sieht, was alles dahintersteckt. Dies werden nicht einfach mal Stunden sein, die ich leite, ich würde mich freuen, mit den Eltern in einen echten Austausch zu kommen. Die Elki kann stolz sein, dass sich genau dieses Konzept so lange bewährt hat, da leistet gerade auch der ehrenamtliche Vorstand eine Wahnsinnsarbeit.

Was werden Sie anders machen, Frau Rüther?

Theresa Rüther: Jetzt möchte ich mich reinfuchsen und habe den Kopf voller Ideen. Aber zum Start will ich gar nicht so viel verändern. Ich glaube, wenn etwas 17 Jahre hier gut funktioniert hat, dann hat das einen guten Grund. Ich übernehme viele Lieder, das ist auch wichtig für die Kinder. Danach gucke ich, was mehr meins ist, nehme kleine Dinge hinzu. Es ist toll, dass mir Elisabeth schriftlich alles zur Verfügung gestellt hat, da bin ich sehr dankbar. Das ist nicht selbstverständlich und, ganz ehrlich, ohne diese Starthilfe wäre mir auch die Herausforderung vielleicht zu groß geworden.

Was geben Sie Ihrer Nachfolgerin mit, Frau Patzsch?

Elisabeth Patzsch: Mir war mir klar, dass ich meine Unterlagen, mit denen ich viele Jahre gut gefahren bin, an die Nachfolgerin weitergebe. Mir war es ganz wichtig, dass das hier in gute Hände kommt. Als ich erfahren habe, dass Theresa Gitarre spielt und auch eine andere berufliche Herausforderung sucht, bin ich hellhörig geworden. Der Abschied von der Elki fällt mir alles andere als leicht. Aber dies ist ein Glücksfall, eine nahtlose Übernahme. Zumal es für mich langsam auch körperlich schwieriger wurde - die Knie. Das viele Sitzen auf dem Boden hat lange funktioniert und mich sehr in Bewegung gehalten, aber jetzt merke ich auch den Verschleiß. Es war für mich ein riesiges Geschenk, die vielen Eltern und Kinder kennen zu lernen und noch dazu jeden Mittag zu Hause sein zu können, Präsenz in meiner Familie zu zeigen. Es gab keinen Tag, an dem ich nicht gerne hierhin gegangen bin.

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