Arbeitsgericht

Frauenarzt klagt offenes Gehalt von MVZ an Maria Hilf ein

Ein Frauenarzt klagt Gehaltszahlungen vom Krankenhaus Brilon ein.

Ein Frauenarzt klagt Gehaltszahlungen vom Krankenhaus Brilon ein.

Brilon.   Das „MVZ für die Frau“ am Krankenhaus Brilon beschäftigt einen Gynäkologen. Der Arzt hat nichts zu tun – und bekommt kein Geld. Dann klagt er.

Ein halbes Jahr lang hat das „MVZ für die Frau“ des Briloner Krankenhauses einen Gynäkologen beschäftigt, ohne dass der etwas zu tun hatte. Was auch ihn wunderte. Aber: „Bei dem Beklagten reagierte ja keiner.“ Das sagte Rechtsanwältin Susan Schirmann von der Kanzlei Dr. Kloke und Partner in Marsberg zum Direktor des Arbeitsgerichts Arnsberg, Dr. Klemens Teipel. Dort klagte der Frauenarzt noch ausstehendes Gehalt ein. Größenordnung: ein fünfstelliger Betrag im unteren Bereich.

Gynäkologische Praxis als Medizinische Versorgungszentrum

Das Briloner Krankenhaus hatte den Kassensitz des Frauenarztes, der sich aus Altersgründen in den Ruhestand begeben wollte, erworben, um damit dem „Maria Hilf“ eine gynäkologische Praxis als Medizinische Versorgungszentrum angliedern zu können. Das soll in diesem Frühjahr mit einer Frauenärztin und einem Frauenarzt in Betrieb gehen. So hat es im Februar wenigstens die damalige „Maria Hilf“-Geschäftsführerin Sonja G. Drumm bei der Vorstellung des im Zuge der Umstrukturierung als Berater vorgestellten Geschäftsführer des Dortmunder Hütten-Hospitals, Rene Thiemann, gesagt.

Mittlerweile Wechsel in der Geschäftsführung

Mittlerweile sieht bekanntlich vieles anders aus. Sonja G. Drumm hat sich - wie berichtet - angesichts des in den zurückliegenden Wochen aufgekommenen fraktionsübergreifenden politischen Gegenwindes und ihres am 15. Mai auslaufenden Vertrages vom Schönschede verabschiedet. Seit dem vergangenen Wochenende ist Rene Thiemann offiziell ihr Nachfolger, sowohl als Geschäftsführer der Krankenhaus gGmbH wie auch der MVZ GmbH.

Krankenhaus erkennt Forderung des Marsberger Gynäkologen an

Bei dem Güteterminwaren die Anwältin aus Marsberg und der Arbeitsrichter unter sich; das Krankenhaus bzw. die MVZ GmbH hatte den Termin abgesagt. Der Richter erließ daraufhin ein Teil-Versäumnisurteil, das den Gehaltsanspruch des Arztes unterstreicht. Streitwert des Verfahrens: 12.765 Euro.

Auf Anfrage der WP hieß es am Schönschede, dass man die Gehaltsforderung des Marsberger Gynäkologen anerkenne. Der Arzt sei bis zur Inbetriebnahme des MVZs aus formalen Gründen in Teilzeit angestellt worden.

Die MVZ Am Schönschede GmbH war bereits im November 2017 ins Handelsregister eingetragen worden; die Betriebserlaubnis hatte der Zulassungsausschuss der Ärzte und Krankenkassen zum 1. Oktober vergangenen Jahres erteilt. Die neue „Praxis für die Frau“ soll im Maria Hilf-Krankenhaus eingerichtet werden.

Hier finden Sie noch mehr Nachrichten, Fotos und Videos aus dem Altkreis Brilon.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben