Freibad-Check

In Hallenberg wird Schwimmen von der Not zur Tugend

Naturbad Hallenberg

Naturbad Hallenberg

Foto: Rita Maurer

Hallenberg.  Im Naturbad in Hallenberg gibt es beste Trinkwasserqualität ohne Chlor und Chemie. Regenmangel macht dem Nuhnewasser zur Not gar nichts aus.

Naturbad - bedeutet das Schwimmen zwischen Fröschen und Algen? Nein, weit gefehlt! Die Hallenberger haben vor zehn Jahren die Not, ihr damals völlig überaltertes Freibad aus Kostengründen nicht sanieren zu können, zu einer Tugend gemacht: Sie setzten auf moderne Technik, die Wasser aus der vorbeifließenden Nuhne rein biologisch aufbereitet und wärmt. Und deshalb bedeutet Naturbad das Schwimmen in bester Trinkwasserqualität ohne Chlor und Chemie – ein Pluspunkt besonders auch für Allergiker!

Ein Blick zurück: Vor Jahren standen die Hallenberger vor der Frage, was mit ihrem Freibad aus den 30er Jahren passieren sollte. Die letzte Renovierung lag bereits 40 Jahre zurück. Der Frost im Winter hatten den alten Fliesen den Rest gegeben, so dass das Becken aus Sicherheitsgründen nicht mehr öffnen konnte. Eine Sanierung, um ein beheiztes Freibad nach modernen Standards zu bekommen, hätte weit über eine Million Euro gekostet. Dazu wären jedes Jahr rund 100.000 Euro an Energiekosten für die Beheizung gekommen. Geld, das im Stadtsäckel einfach nicht drin war. Aber verzichten wollten die Hallenberger auch nicht auf ihr Schwimmbad unter freiem Himmel.

Nass- und Neptunfilter

So entstand die Idee zu einem Naturbad. Darin steckt eine Menge hochmoderner Technik, um das Nuhne-Wasser zu filtern und laufend zu erneuern. Denn das Umweltbundesamt fordert Trinkwasserqualität, die alle zwei Wochen kontrolliert wird. Die vielen kleinen Springbrunnen im seitlich gelegenen Kiesbett sind nicht zur Deko gedacht, sondern dabei handelt es sich um „Neptunfilter“, die dazu dienen, das Nuhne-Wasser ohne chemische Zusätze aufzubereiten und mit Sauerstoff anzureichern. Natürliche Mikroorganismen verhindern Algen und schädliche Bakterien.

Wenn das Nuhnewasser durch Regenmangel nicht ausreichen sollte, könnte das Naturbad auch aus dem öffentlichen Wassernetz gespeist werden.

Klar und sauber ist das Wasser im Naturbad also, aber noch kalt: Deshalb wird es in Flachwasserzonen durch die Sonnen-Einstrahlung erwärmt. Zugegeben, auf die in beheizten Bädern üblichen Wassertemperaturen kommt es in den typischen Sauerländer Sommern - außer in 2018 - meistens nicht, ist aber angenehm erfrischend.

Sprungturm und Sandstrand

Für die Schwimmer gibt es 25-Meter-Bahnen, für die Springfreunde einen Zwei-Meter-Turm mit 3,50 Meter tiefer Sprunggrube, für die Kinder ein durch einen breiten Holzsteg abgeteiltes Nichtschwimmerbecken mit Sandstrand. Die Kleinsten können sich im 30 Zentimeter flachen Babybecken unter einem großen Sonnensegel mit Springbrunnen, Sand, Matschtisch und einem beruhigend großen Abstand zu den beiden tieferen Becken tummeln. Und für alle den 160 Quadratmeter großen Strand zum Sandburgen bauen!

Auch zum Sonnen bietet sich jede Menge Platz mit vielen Bäumen, die Schatten spenden. Wer es noch natürlicher haben möchte, kann auf breiten Steinen in die Nuhne hinunter steigen. Bei zudem moderaten Eintrittspreisen steht ein paar entspannten Stunden im Naturbad Hallenberg also nichts mehr im Wege. Ganz ohne Frösche und Algen!

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