Nachruf

Monsignore Dr. Wilhelm Kuhne ist verstorben

Monsignore Dr. Wilhelm Kuhne (hier auf einem Foto von 2016) war auch im Ruhestand noch sehr aktiv und vielseitig interessiert.

Monsignore Dr. Wilhelm Kuhne (hier auf einem Foto von 2016) war auch im Ruhestand noch sehr aktiv und vielseitig interessiert.

Foto: Rita Maurer

Niedersfeld.  Er war Theologe, Philosoph, Rektor, Autor, Redner und geschätzter Ideengeber. Im Alter von 92 Jahren ist Msgr. Dr. Wilhelm Kuhne gestorben.

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Er war klein von Wuchs – aber einer großer Redner. Zeitlebens hat er seine Stimme erhoben, wenn es um Fragen des Glaubens, des menschlichen Zusammenlebens, um Vereine und das Leben auf dem Land ging. Am Montag, 15. Juli, ist seine Stimme für immer verstummt.

Viele Menschen im Altkreis Brilon und darüber hinaus trauern um Monsignore Dr. Wilhelm Kuhne, der im Alter von 92 Jahren verstorben ist. Sein Freund und Weggefährte Dr. Werner Herold erinnert an einen „quirligen, rastlosen und ideenreichen Mann, der sein Wissen gern weitergab.“

Mit 16 in den Krieg

Geboren am 10. September 1926 in Lünen-Horstmar, besuchte Kuhne später die dritte Gymnasialklasse der Benediktiner in Meschede. Doch schon nach einem Jahr wurde das Konvikt durch die Nazis aufgelöst, so dass der junge Wilhelm zum Stadtgymnasium nach Dortmund wechseln musste. Mit 16 Jahren wurde er als Luftwaffenhelfer, mit 18 Jahren als Soldat und Offiziersanwärter in den Krieg geschickt.

Buch über seine Zeit in französischer Kriegsgefangenschaft

Er geriet in französische Gefangenschaft, in der er einen Teil seiner Lungenkapazität verlor und aus der er erst im Januar 1946 freikam. Über seine Erlebnisse in der Kriegsgefangenschaft schrieb er später das Buch „Lager 1102 Nr. 1322741, Notizen und Erinnerungen einer Kriegsgefangenschaft“.

Nach dem Abitur 1947 studierte Kuhne Theologie und Philosophie in Paderborn und München und bezog 1951 das Priesterseminar in Paderborn. Am 29. März 1952 wurde er zum Priester geweiht.

Erste Stelle in Brilon

Bereits einige Tage später erhielt er die Ernennung zum dritten Vikar an der Propsteikirche in Brilon. Eine Stadt, die er sehr liebgewann. Auch diese Erinnerungen an seine erste Stelle schrieb er nieder: „Acht heitere Jahre. Als Briloner Vikar von 1952 bis 1960“ heißt das Buch.

Als junger Vikar rief er viele Projekte ins Leben. So war er Gründungsvikar der Katholischen Landjugend Brilon, Jugendseelsorger für den damaligen Kreis Brilon und Religionslehrer an der Berufsschule.

„Er konnte begeistern, und das sprach sich herum“, sagt Dr. Herold. 1960 berief der Erzbischof Kuhne als Pfarrvikar nach Heringhausen, wo er zugleich Regionalseelsorger für den Kreis Meschede wurde.

30 Jahre lang Rektor der Landvolkshochschule

30 Jahre lang, von 1962 bis 1992, leitete Wilhelm Kuhne als Rektor die Landvolkshochschule „Anton Heinen“ in Hardehausen und war Bildungsreferent für die Landseelsorge im Erzbistum Paderborn – eine Stelle, an der er viele Gestaltungsmöglichkeiten hatte und unzählige Schüler und Zuhörer prägte.

Als Rektor der Landvolkshochschule pflegte er besonders die wichtigen Kontakte zu den Behörden, Verbänden und Institutionen der Landwirtschaft. Selbst den damaligen Landwirtschaftsministern und Präsidenten des Bauernverbandes war Kuhne wohlbekannt.

Neben seiner Arbeit in Hardehausen promovierte Wilhelm Kuhne 1974 an der Universität Bonn zum Doktor der Philosophie. 1981 wurde er zum Ehrenkaplan (Monsignore) ernannt.

1992 trat Kuhne offiziell in den Ruhestand, lebte in seinem Haus in Niedersfeld und betreute von dort aus die Pfarrgemeinde St. Lambertus Grönebach im pastoralen Dienst und hielt an den Sonn- und Feiertagen eine heilige Messe. Bis vier Wochen vor seinem Tod stand er noch am Altar und feierte, teilweise als Konzelebrant, Gottesdienst.

Aktiv bis kurz vor dem Ende

Mit dem Umzug nach Niedersfeld trat Kuhne in den Heimat- und Geschichtsverein Winterberg ein, steuerte viele Artikel zur Vereinsschrift „De Fitterkiste“ bei und organisierte die ersten Exkursionen und Tagesfahrten des Vereins. Für die Grönebacher hat er die Kirchenchronik erarbeitet, einen Kirchenführer und die „Grönebacher kleine Reihe“ erstellt. Die Fahrten, welche die Gemeinde bis heute unternimmt, gehen auf seine Idee zurück.

Für seinen jahrzehntelangen Einsatz für Kirche, Gesellschaft und Volksbildung erhielt er bereits 1979 das Bundesverdienstkreuz, dazu viele weitere Ehrungen. Auch im hohen Alter war der begnadete Rhetoriker als Fest- und Jubiläumsredner sehr gefragt. Am Montag ist er in seinem Haus in Niedersfeld an den Folgen seines hohen Alters verstorben.

Seelenamt am Samstag in Grönebach

Das Seelenamt für Monsignore Wilhelm Kuhne findet am Samstag, 20. Juli, um 10 Uhr in der St.-Lambertus-Kirche in Grönebach statt. In Grönebach wird er auch begraben.

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