Großinvestition

Nach dem Teer-Schlamassel in Brilon nun komplett neue Straße

Die Stadt Brilon will die Straße am Haidknückel vom Hölsterloh bis zum Kyrill-Tor bei Petersborn komplett erneuern.

Die Stadt Brilon will die Straße am Haidknückel vom Hölsterloh bis zum Kyrill-Tor bei Petersborn komplett erneuern.

Foto: Jürgen Hendrichs

Brilon.  Die Sanierung der Straße vor neun Jahren geriet zum Desaster. Jetzt baut die Stadt Brilon den Haidknückel bis nach Petersborn komplett neu.

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Die Stadt Brilon baut im nächsten Jahr den Haidknückel aus. Da kommen jetzt bei vielen Petersbornern wohl schlimme Erinnerungen hoch. Im Herbst 2010 hatte die Straße eine neue Decke erhalten. Das war mächtig in die Hose gegangen. Anfang 2011 zeigte die Fahrbahndecke Auflösungserscheinungen. Die Bitumen-Emulsion verflüssigte sich und verschmutzte zig Autos auf Übelste. Jetzt soll die gesamte Strecke vom Abzweig am Hölsterloh bis zum Ortseingang in Höhe des Kyrill-Tores „grundhaft erneuert“ werden. Kostenrahmen: zwischen 900.000 und einer Million Euro. Die Förderquote aus Landesmitteln liegt bei 70 Prozent.

Elektromagnetische Bodenuntersuchung

Der Ausbau erstreckt sich über eine Länge von 1,634 km und soll in vier Abschnitten erfolgen. Ein durchgängiger Vollausbau istdabei nicht nötig. Die gesamte Strecke, so der Technische Leiter der Stadtwerke, Martin Schulte, ist per Geo-Radar, dem sog. Roadscan, untersucht worden. Dabei wird die Straße mit einem mit zwei auf unterschiedlichen Frequenzen eingestellten Antennen abgefahren. Anhand der elektromagnetischen Wellen lässt sich die Beschaffenheit des Untergrundes analysieren; Probebohrungen ergänzen die Voruntersuchung.

Ziel des Verfahrens ist es, einen Überblick über die etwaige, aus wirtschaftlichen und ökologischen Gründen erstrebenswerte neuerliche Verwendung des eingebauten Materials zu bekommen. Am Haidknückel war das Ergebnis ernüchternd. Schulte: „Schäden, Schäden, Schäden.“ Sichtbar sind die Verdrückungen und Risse auf der der Fahrbahn, die Quer- und Mindestneigungen entsprechen nicht den Regeln der Technik.

5,5 Meter Fahrbahn und Banketten von jeweils einem Meter

Vorgesehen ist, die Straße auf der kompletten Länge mit einer 5,5 m breiten Fahrbahn sowie beidseitigen, jeweils einen Meter breiten Banketten zu versehen. Dazu muss auf der nördlichen Hangseite der benötigte Platz geschaffen werden. Das, so Martin Schulte, gehe leider nicht, ohne etliche Bäume zu beseitigen.

Eine Anregung der BBL und der CDU aus der jüngsten Sitzung des Bau- und Planungsausschusses, aus Sicherheitsgründen und wegen der touristischen Bedeutung auf der Nordseite jenseits der Straße von der B 251 bis zum Abzweig auf den Poppenberg und zur Skihütte einen separaten, abgetrennten Radweg anzulegen, hätte, so Martin Schulte, enorme Erdbewegungen und somit auch Kosten zur Folge.

Separater Radweg zu aufwändig

Eine derartige Lösung sei bei nur rund 1000 Fahrzeugen pro Tag nicht erforderlich. Wegen dieses relativ geringen Verkehrsaufkommens sei eine Fahrbahnmarkierung rechtlich nicht möglich. Denkbar sei, auf dieser Verbindungsstraße das Tempo auf 70 km/h zu drosseln. Gleichwohl soll die Stadt mit den Eigentümern der Grundstücke einmal in Verhandlungen treten und auch Fördermöglichkeiten für den Bau eines Radweges beantragen.

Neu gestaltet wird der Straßenraum im Bereich des Kyrill-Tores und des gegenüberliegenden Parkplatzes. Die derzeit dort aufgetragene Schwelle kommt weg, stattdessen wird dort ein ‘gedrehter’ Fahrbahnteiler eingebaut, der Radfahrern und Fußgängern eine barrierefreie Überquerung ermöglicht. Die bisher drei auf den Wander- und Loipenparkplatz führenden Zufahrten werden zu einer zusammengefasst.

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