Fliegerei

Notlandung damals bei der Bittprozession in Medebach

Ausstellungseröffnung mit (v.l.) Ralf Köster, Jörg Kirtz und Horst Hunold.

Ausstellungseröffnung mit (v.l.) Ralf Köster, Jörg Kirtz und Horst Hunold.

Foto: Kerstin Neumann-Schnurbus / wp

Medebach.  Ein Flugplatz in Medebach, ein Flug, der während der Bittprozession endet und jede Menge Infos über die Fliegerei in Medebach.

Schon immer hat der Traum vom Fliegen die Menschheit bewegt. Heute ist das Flugzeug ein selbstverständliches Transportmittel. Einige mutige Zeitgenossen suchen das Fluggefühl im Wingsuit, andere bleiben entspannt am Boden um ihre Modellflugzeuge oder Drohnen zu steuern. Auch in Medebach gibt es diese Flugbegeisterten. Zu ihnen zählen Jörg Kirtz und Horst Hunold. Beide sind Mitglied beim Historischen Flugsportverein Sauerland e.V.

Keimzelle des Segelflugs

Seit 1977 ist Jörg Kirtz auch beim LSV Meschede, der Keimzelle des Segelfluges im Sauerland, Mitglied. In ihrer Freizeit zieht es die beiden Flieger in die Lüfte. Jörg Kirtz ist Segelflieger und Horst Hunold schaut sich die Welt von oben mit seinem Motorgleitschirm an. Im Vorfeld zur 875-Jahr-Feier befassten sich die Beiden intensiv mit der Geschichte der Fliegerei in Medebach.

Eindrucksvolle Info-Wand

Hierbei ist eine eindrucksvolle und informative Fotowand im Format 3,60 Meter x 2 Meter mit Bildern, Karten und Zeitzeugenberichten entstanden. Sie erzählt detailreich von den Anfängen der Fliegerei im Jahr 1934, als in Medebach ein Stützpunkt des deutschen Luftsportverbandes gegründet wurde, über die später verworfenen Planungen eines Standortflughafens und einer 600 Quadratmeter großen Werkhalle.

Beeindruckende Fotos und Texte erzählen von den 1200 Starts und Landungen, die der Luftsportverein Medebach in der Zeit von 1957 bis 1968 mit seinen beiden Segelflugzeugen durchgeführt hat. Auch auf die Schicksale der Piloten und ihrer Besatzungen bei Außenlandungen und Abstürzen in der Region wird eingegangen.

Erlebnisbericht

Besonders bewegend ist der selbstverfasste Erlebnisbericht des Medebachers Wendelin Schnellen, der beim Kriegsende mit einer Heinkel He111 nach einem abenteuerlichen Flug über Dänemark in Medebach während der Bittprozession am Brüggerweg landete. Diese imponierende Fotowand ist jetzt das Herzstück der Ausstellung „Geschichte der Fliegerei in Medebach“, die ab sofort zu den regulären Öffnungszeiten des Heimatmuseums, mittwochs von 15.00 – 17.00 Uhr und donnerstags und sonntags von 10.00 bis 12.00 Uhr zu bestaunen ist. Neben der Fotowand gibt es auch eine abwechslungsreiche Bilderschau, die Fotos von den Anfängen bis in die Gegenwart der Medebacher Fliegereigeschichte zeigt.

Auch der erste Vorsitzende des Heimat- und Geschichtsvereins Ralf Köster ist sichtlich stolz auf die aktuelle, nunmehr zwölfte, Museumsausstellung. Er betonte bei der Eröffnung: „Wir vom Heimat- und Geschichtsverein sind stolz darauf mit diesen Fotos, Geschichten und bewegten Bildern den Ausstellungsbesuchern die Fliegerei in Medebach näher zu bringen.“

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