Musik

Olsberger Orgelkarriere wegen nicht gekauftem Kühlschrank

50 Jahre Organist. Ein seltenes Jubiläum, das Günter Wiegelmann jetzt in Olsberg-Bruchhausen feierte.

50 Jahre Organist. Ein seltenes Jubiläum, das Günter Wiegelmann jetzt in Olsberg-Bruchhausen feierte.

Foto: Bastian Haumann / FUNKE Foto Services

Bruchhausen.  Günter Wiegelmann feiert sein 50-jähriges Organisten-Jubiläum in Olsberg-Bruchhausen. Seine Eltern machten dieses Jubiläum erst möglich.

Mit einem feierlichen Gottesdienst und einer kleinen Feierstunde im Pfarrheim würdigte die St. Cyriakus-Pfarrgemeinde das 50-jährige Organisten-Jubiläum von Günter Wiegelmann. Dass der 66-jährige frühere Bankkaufmann sich da die Lieder für die Messe selbst aussuchen durfte, versteht sich natürlich von selbst.

Allerdings sei die Auswahl der Lieder insbesondere in Bruchhausen ohnehin kein Problem, betonte Wiegelmann im Beisein der Vertreter der gesamten Dorfgemeinschaft nach einem Ständchen des heimischen Musikvereins.

Dechant Richard Steilmann bedankte sich nicht nur im Namen der Bruchhäuser, sondern auch im Namen der Pfarrgemeinden St. Laurentius Elleringhausen und St. Nikolaus Olsberg, wo Wiegelmann seit sechs bzw. drei Jahren die Gottesdienste musikalisch begleitet. Außerdem übernimmt er auch Vertretungen im gesamten Pfarrverbund Bigge-Olsberg und im Raum Korbach, der auch zur Erzdiözese Paderborn gehört.

Klavierunterricht mit acht Jahren bekommen

Mit 16 Jahren bekam Günter Wiegelmann die erste Festanstellung in Bruchhausen, nachdem bereits mit zwölf Jahren die ersten Andachten spielen durfte. Schon als Kind habe ihn der Klang der Orgel, der Königin der Instrumente fasziniert, so „Wisch“ wie er von den Braukern auch genannt wird. Den ersten Klavierunterricht habe er als Achtjähriger bei Frau Habig in Assinghausen und später bei Friedel Köster in Olsberg bekommen. Außerdem habe er Heinz Lettermann in der Schulmesse über die Schulter geschaut und anschließend Orgelunterricht beim Dekanatskantor Wilfried Lensing in Medebach genommen.

Der Vorsitzende des Pfarrgemeinderates Heinz Weber nannte in einem humoristischen Gedicht den Organisten eine Bereicherung für das ganze Dorf. Weber: „Ich hoffe, wir können uns noch lange an deinem Spiel in der Kirche erfreuen.“ Und Ortsvorsteher Karl-Josef Steinrücken fügte hinzu: „Wenn Günter mal im Urlaub ist, fehlt einfach was in der Messe.“

Eltern verzichteten ein Jahr auf den Kühlschrank

Auch Baron Hubertus Freiherr von Fürstenberg überreichte ein Präsent und sah in Günter Wiegelmann einen Organisten der auf jeder Orgel zurechtkommt. Daher solle er einmal in der St. Andreas Kirche in Ostönnen bei Soest vorbeischauen, um auf der dortigen wahrscheinlich ältesten Orgel der Welt (Baujahr zwischen 1425 und 1431) zu spielen.

Abschließend erzählte Wiegelmann, der am liebsten die Schubertmesse spielt, dass seine Eltern 1963 einige Entbehrungen in Kauf genommen hätten, um ihm ein Klavier zu kaufen. Dafür wäre sogar die Anschaffung eines Kühlschranks um ein Jahr verschoben worden.

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