Ermittlungen

Polizei nimmt in Winterberg Dealer mit falschen Pässen fest

Ein Sammelsurium an gefälschten Dokumenten stellte die Polizei sicher.

Ein Sammelsurium an gefälschten Dokumenten stellte die Polizei sicher.

Foto: Polizei

Winterberg.   Gefälschte Personalausweise, falsche TÜV-Plaketten, Drogen: Die Polizei hat in Winterberg einen Mann festgenommen. Ein Zufall führte sie zu ihm.

Der Polizei ist in Winterberg ein Drogendealer ins Netz gegangen. Neben eine großen Zahl Amphetaminen stellten die Polizeibeamten bei einer Wohnungsdurchsuchung gefälschte Ausweisdokumente und Waffen sicher. Der Mann wurde festgenommen, ist aber wieder auf freiem Fuß. Welche Straftaten wurden mit den gefälschten Papieren begangen?

Es war purer Zufall, der die Ermittler auf die Spur des 46 Jahre alten Deutschen brachte. Die Polizei war im Dezember zur Wohnung des Mannes in Winterberg gerufen worden.

Ein Zeuge hatte befürchtet, dass der Hund des Mannes gefährdet sein könnte und die Polizei gerufen. „Mit dem Hund war alles in Ordnung“, so Polizeisprecher Holger Glaremin zur Westfalenpost. Als die Polizisten an der Wohnungstür klingelten, bemerkte der Zeuge aber, dass ein Päckchen aus dem Fenster des Hauses geworfen wurde. Die Beamten sammelten das Paket ein. Inhalt: 250 Gramm Amphetamine. „Die Drogen wurden sichergestellt“, so Glaremin.

Eventuell als Polizist ausgegeben

Im Zuge der weiteren Ermittlungen sei im Januar die Wohnung des Mannes durchsucht worden. Dabei stellten die Beamten der Kripo erneut 40 Gramm Amphetaminen sicher.

Außerdem fanden die Ermittler drei gefälschte deutsche Personalausweise, zwei gefälschte polnische Ausweise und einen gefälschten Dienstausweis der Polizei. Alle Dokumente waren mit dem Bild des 46-Jährigen versehen. Als Geburtsland war jeweils Polen angegeben. „Was der Tatverdächtige mit den gefälschten Ausweisen vorhatte oder ob er damit bereits Straftaten begangen hat, ist Teil der Ermittlungen. Uns sind aktuell keine Straftaten in dem Zusammenhang bekannt“, so Glaremin. Möglicherweise habe er sich als Polizist aufgespielt oder im Internet mit Hilfe des gefälschten Ausweises Betrügereien begangen. „Die Fälschungen sind durchweg von minderer Qualität.“

Softair-Pistole, ein Messer und ein Schlagring

Das gilt auch für die Marke eines Spezialeinsatzkommandos (SEK), die bei der Wohnungsdurchsuchung sichergestellt wurde. „Solche Marken gibt es beim SEK überhaupt nicht“, so Glaremin. Außerdem fanden die Beamten mehrere gefälschte TÜV-Plaketten, eine Softair-Pistole, ein Messer und einen Schlagring. „Sämtliche Gegenstände wurden beschlagnahmt“, sagte Glaremin.

erschaffen von falschen amtlichen Ausweisen

Nach der Wohnungsdurchsuchung wurde der 46-Jährige vorläufig festegenommen und verhört. Mittlerweile wurde er wieder entlassen. Er wird sich vor Gericht für mehrere Straftaten verantworten müssen – unter anderem für den Besitz der Betäubungsmittel und Waffenbesitz. Ebenfalls ein Straftatbestand: das Verschaffen von falschen amtlichen Ausweisen. Das wird laut Paragraf 276 Strafgesetzbuch mit wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

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