Provokation

Schilder in Brilon mit gefüllten Hundekotbeuteln behängt

Ausgesprochen zweifelhafte Form der Dekoration: Ein Schild, das für eine saubere Umwelt sensibilisieren soll, wurde am Briloner Renzelsberg mit gefüllten Kotbeuteln „geschmückt“.

Ausgesprochen zweifelhafte Form der Dekoration: Ein Schild, das für eine saubere Umwelt sensibilisieren soll, wurde am Briloner Renzelsberg mit gefüllten Kotbeuteln „geschmückt“.

Foto: privat / wp

Brilon.  Mit Hundekot gefüllte Beutel baumeln an einem amtlichen Schild der Stadt Brilon: ein Ärgernis nicht nur für die Anwohner am Renzelsberg.

„Ich bin unschuldig! Herrchen oder Frauchen räumt ES selbstverständlich weg!“ Dieser Satz steht auf einem Schild, das die Stadt Brilon vor längerer Zeit im Bereich Renzelsberg an einer Wohnstraße mit Spielplatz und breitem Grünstreifen aufgestellt hat. Herrchen oder Frauchen haben ES offenbar auch weggeräumt, aber die Hinterlassenschaften nicht wirklich entsorgt.

„Nur vereinzelt“ Beschwerden

„Ich stand fassungslos davor, weil drei schmutzige mit Hundekot gefüllte Tüten an das Schild gehängt wurden“, schreibt uns eine erboste Leserin. Und sie stellt sich die Frage: Wie krank sind die Menschen mittlerweile? Der aktuelle Fall passt durchaus in den Kontext zu dem Antrag der CDU-Fraktion für die kommende Ratssitzung und zu der Frage, welche Erfahrung die Stadt mit den Hundekot-Beutelspendern gemacht hat. Im Oktober 2017, so die Verwaltung auf Anfrage unserer Zeitung, seien die ersten Spender aufgestellt worden. Demnach stehen fünf in Brilon, zwei in Alme und drei in Scharfenberg. Beschwerden über Verunreinigungen mit Hundekot auf öffentlichen Wegen gebe es „nur vereinzelt“, so die Stadt.

„Hohl und sinnfrei“

„Allein schon mit Hundeschiete gefüllte Tüten in die Natur zu werfen, ist sooo hohl wie sinnfrei, aber das hier…“,ärgert sich die Leserin weiter. Sie ist sauer, dass eigene Befindlichkeiten über das Gemeinwohl gestellt würden und ganz offenbar viele Menschen nur um sich selbst und ihre vermeintlichen Ansprüche kreisen. „Meine Gedankenreihe geht angesichts dieser Szenerie einmal quer durch alles. Egoismus, Umweltverschmutzung, Trump, Klimawandel, Terror, Ausrottung von Tier und Pflanzen, Gedankenlosigkeit, Überfluss, Greta, Klimawandel, Plastik“, schreibt sie weiter. Die Menschen hätten offenbar komplett aus den Augen verloren, worauf es ankomme, um ein gemütliches Zusammenleben auf unserer schönen Welt zu erreichen.

Ausreichend Behälter bereitstellen

In dem CDU-Antrag wird auch angeregt, z.B. über die Plattform „Brialog“ zu eruieren, wo noch weitere Beutelspender aufgestellt werden könnten. Auf der facebook-Seite der WP macht ein User aber auch auf ein anderes Problem deutlich. Es müssen ausreichend Behältnisse aufgestellt werden, um die Beutel entsorgen zu können – was allerdings das Schilderschmücken am Renzelsberg in keiner Weise rechtfertigt.

In Brilon sind übrigens 1684 Hunde bei der Stadt gemeldet.

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