Infrastruktur

Stadt Brilon schafft neue Bauplätze im Leader-„Modelldorf“

Die fünf Bauplätze liegen in der oberen Hälfte des Plangebietes. Rechts am Bildrand er ehemalige Holzlagerplatz der Chemviron/Degussa. Dort befinden sich Altlasten, die eine Nutzung des Geländes schwierig machen.

Die fünf Bauplätze liegen in der oberen Hälfte des Plangebietes. Rechts am Bildrand er ehemalige Holzlagerplatz der Chemviron/Degussa. Dort befinden sich Altlasten, die eine Nutzung des Geländes schwierig machen.

Foto: Geoservice HSK/Manuela Nossutta Funkegrafik

Brilon-Wald.  Zwei Generationen seien schon weggezogen, sagt die Ortsvorsteherin von Brilon Wald, Ariane Drilling. Demnächst kann wieder gebaut werden.

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Die Stadt Brilon weist in Brilon-Wald ein kleines, zentral gelegenes Baugebiet aus. In unmittelbarer Nähe zur Kirche können fünf Häuser errichtet werden. Der Bau- und Planungsausschuss hat sich am Mittwoch für die Aufstellung eines entsprechenden Bebauungsplanes ausgesprochen. Ortsvorsteherin Ariane Drilling schlägt drei Kreuzzeichen, denn: „Zwei Generationen sind schon aus dem Ort weggezogen.“

Auf dem Papier gab es in Brilon-Wald reichlich Baumöglichkeiten. 2001 hatte die Stadt den Bebauungsplan Ginsterkopf aufgestellt. Oberhalb von den Straßen Am Schellhorn und Kirchweg sollten auf Höhe des ehemaligen Degussa-Holzplatzes 24 Bauplätze entstehen. Dafür hatte es in dem heute 460 Einwohner großen Ort jedoch keinen Bedarf gegeben, räumt auch Ariane Drilling ein.

Großer Ginsterkopf-Plan vom Tisch

Immer wieder mal habe es einen Interessenten gegeben, doch dafür die Erschließung anzupacken, dafür war der Erschließungsaufwand für das langgezogene, rund zweieinhalb Hektar große Gebiet zu groß. Für den Verkehr sollte der dort vorhandene Wirtschaftsweg ausgebaut werden, doch in dem, so die Ortsvorsteherin, liegen die Hauptversorgungsleitungen.

Schwierige Erschließung

So hätte die von der Schmala kommende zentrale Wasserleitung verlegt werden müssen, und auch die nach Willingen führende Hochdruckgasleitung wäre betroffen gewesen. Zudem hätte das Gebiet im Bereich westlich des Friedhofs nur einseitig bebauut werden können. Folge: „Unangemessen hohe Erschließungskosten für die Bauwilligen“, wie die Verwaltung selbst konstatierte.

Das neue Baugebiet am Ginsterkopf hat eine Größe von rund 15.400 qm. Darin eingeschlossen sind schon der Friedhof und die Kirche. Die Bauplätze sollen oberhalb des Friedhofs sowie auf der - zumindest zeitweise - zum Parken genutzten Grünfläche neben dem Friedhof entstehen. In das Baugebiet hinein führt eine neue Stichstraße mit Wendeplatz.

Mit in Anspruch genommen wird auch das sog. Basketball-Spielfeld. Das, so Ariane Drilling, sei aber überhaupt keines. Vor Jahr und Tag sei dort von wem auch immer ein Basketballkorb angebracht worden. Der Untergrund ist naturbelassen worden. Basketball gespielt werde dort nicht, sagt die Ortsvorsteherin: „Das ist nichts, was fehlen würde.“ Der Korb könnte an die alte Schule verlegt werden.

BBL fordert Umweltverträglichkeitsprüfung

BBL-Ratsherr Reinhard Loos bemängelte, dass in dem Aufstellungsverfahren keine Umweltverträglichkeitsprüfung vorgesehen ist. Damit, so Loos, sollte geklärt werden, ob in dem Bereich eine Bebauung „vertretbar“ sei. So etwas, meinte daraufhin Karin Bange (CDU), „kann auch nur der BBL einfallen“.

Die Fläche befindet sich mitten in der Ortslage. Eine Umweltverträglichkeitsprüfung würde ihrer Einschätzung nach das Planverfahren um ein Jahr verzögern. Karin Bange: „Wir suchen händeringend nach Bauplätzen.“ Die Grundstücke befinden sich in städtischem bzw. kirchlichem Besitz und sind - anders als Privatgelände - auch tatsächlich verfügbar.

Auf Antrag von Reinhard Loos musste der Ausschuss über die Vornahme einer Umweltverträglichkeitsprüfung abstimmen. Bis auf ihn selbst lehnten das die Ausschussmitglieder ab. Karin Bange zu dem Antrag: „Das ist eine familienfeindliche Politik.“

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