Buchtipp

Stadtbücherei Olsberg empfiehlt Magie und Zauber

„Das Labyrinth des Fauns“ von Cornelia Funke.

„Das Labyrinth des Fauns“ von Cornelia Funke.

Foto: Verlag

Olsberg.  Bei unserem Buchtipp der Woche kommt Olsbergs Büchereileiterin ins Schwärmen. Sie hat „Das Labyrinth des Fauns“ von Cornelia Funke gelesen.

Unser Buchtipp der Woche kommt heute aus der Stadtbücherei Olsberg. Leiterin Petra Böhler-Winterberg ist begeistert von dem Buch „Das Labyrinth des Fauns“ von Cornelia Funke.


Worum geht es?

Spanien, 1944: Ofelia zieht mit ihrer Mutter in die Berge, wo ihr neuer Stiefvater mit seiner Truppe stationiert ist. Der dichte Wald, der ihr neues Zuhause umgibt, wird für Ofelia zur Zufluchtsstätte vor ihrem unbarmherzigen Stiefvater: ein Königreich voller verzauberter Orte und magischer Wesen. Ein geheimnisvoller Faun stellt dem Mädchen drei Aufgaben. Besteht sie diese, ist sie die lang gesuchte Prinzessin dieses Reiches. Immer tiefer wird Ofelia in eine phantastische Welt hineingezogen, die wundervoll und grausam ist. Kann Unschuld über das Böse siegen?


Was gefällt besonders?

Cornelia Funke hat endlich die Poesie der Tintenwelt wiedergefunden. Von den Recklessbüchern, die auf ihre geniale Tintenherztrilogie folgten, war ich tief enttäuscht. Obwohl auch dort ein märchenhafter Stoff verarbeitet wurde, wirkten diese wie herz- und gefühllose Drehbücher für zu schnell geschnittene Actionfilme. Die Ankündigung ihres neuen Buches „Das Labyrinth des Fauns“ ließ mein Herz trotz dieser Enttäuschung vor Vorfreude schneller schlagen. Würde ich zwischen den schön gestalteten Buchdeckeln die erhoffte literarische Perle finden?

Enttäuscht wurde ich nicht! In wunderschöner Sprache und gewaltigen und auch beängstigenden Bildern zeichnet Cornelia Funke die Geschichte von Ofelia, Mercedes, dem Faun und Spanien zur Zeiten der Francodiktatur mal in düsteren, mal in hellen Farben. Obwohl als Jugendbuch gedacht, ist das kein Buch für zarte Gemüter. Ofelias Stiefvater ist ein stolzer, kalter und herzloser Mann, dessen Aufgabe es ist, Regimegegner in den Wäldern aufzuspüren und unschädlich zu machen. Ofelia begegnet er mit Ablehnung, ihrer hochschwangeren Mutter mit Gleichgültigkeit. Einzig das Wohl seines ungeborenen Sohnes liegt ihm am Herzen. Vor dieser hässlichen Realität flüchtet sich Ofelia in eine Fantasiewelt und in das Labyrinth des Fauns. Es lohnt sich sehr sie auf ihrem Weg zu begleiten.


Was macht dieses Buch aus, was hebt es von andern ab?

„Das Labyrinth des Fauns“ ist eine werkgetreue Nacherzählung des mit drei Oscars prämierten Filmes „Pans Labyrinth“ von Guillermo del Toro aus dem Jahr 2006. Gleich als ich den Titel des Buches las, hatte ich den Verdacht, dass del Toros cineastisches Meisterwerk als Inspiration für die Geschichte gedient haben könnte. Tatsächlich hat del Toro bei Cornelia Funke angefragt, ob sie seinen Film nicht in gedrucktes Wort umsetzen möchte. Das hat sie mit sehr viel Respekt vor dem Original getan. Herausgekommen ist eine wunderschöne poetische Geschichte, die tief bewegt und noch lange nachklingt.


Für wen ist das Buch gedacht?

Ältere Jugendlich, aber auch Erwachsene jeden Alters mit der Bereitschaft, sich auf eine fantastische Reise zu begeben. Wer den Film kennt, kennt auch die Geschichte. Eine Reise ins Labyrinth des Fauns lohnt sich dank der tollen sprachlichen Umsetzung trotzdem.


Warum empfehlen Sie dieses Buch?

„Pans Labyrinth“ ist einer meiner absoluten Lieblingsfilme. Cornelia Funke hat ihn mit so viel Feingefühl in Sprache übersetzt, dass Film und Buch ebenbürtig nebeneinander stehen. An der Geschichte hat sie nichts verändert. Keine Grausamkeit wurde beschönigt, keine Gräueltat kaschiert und den vielen märchenhaften Bildern Raum gelassen. Auf ausdrücklichen Wunsch del Toros hat sie das ursprüngliche Material um zehn Kurzgeschichten zu Schlüsselszenen ergänzt. Großartig, absolut lesenswert und nicht grundlos aktuell auf der Spiegel-Bestsellerliste!

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