Jahrmarkt

Tierschau lockt viele Familien auf die Winterberger Kirmes

Da staunen die Ziegen: Ein Afrikanischer Lannerfalke ist ihnen auf der Weide noch nie begegnet. Erstmal vorsichtig herantasten ist die Devise.

Da staunen die Ziegen: Ein Afrikanischer Lannerfalke ist ihnen auf der Weide noch nie begegnet. Erstmal vorsichtig herantasten ist die Devise.

Foto: Stefanie Bald

Winterberg.  Kühe, Pferde, Schafe, Ziegen, flauschige Alpakas – die neue Art der Tierschau ohne Prämierungen ist ein beliebter Kirmes-Programmpunkt geworden.

Gut, wenn man einen langen Hals und ein langes Gesicht hat – dann kann man sich unbekannten und unheimlichen Lebewesen erstmal ganz vorsichtig nähern. Das dachten sich wohl die Ziegen, die sich bei der Kirmestierschau am Montag Vormittag zum ersten Mal in ihrem Leben mit einem Afrikanischen Lannerfalken konfrontiert sahen.

Misstrauisch, aber auch neugierig wurde der seltsame Vogel untersucht. Der ließ sich das auf der Hand seines Besitzers ganz entspannt gefallen.

Zum zweiten Mal war die Kirmes-Tierschau in neuer Form abgehalten worden. Nicht mehr Leistung, Prämierung und Bestnoten zählen, sondern die Vielfalt der in Winterberg privat oder gewerblich gehaltenen Tiere.

Neugierige Ziegen, wollweiche Minischafe, muskulöse Fleischrinder, Pferdesenioren mit grau werdenden Gesichtern – seitdem es keine Preise mehr auf der Tierschau zu gewinnen gibt, ist die Vielfalt deutlich größer geworden.

Im Grunde ist die Tierschau nun eine Art Streichelzoo, bei der die Gäste nicht allen, aber vielen Tieren sehr nahe kommen können, was besonders für die Kinder ein tolles Erlebnis ist.

Keine Möhren für Alpakas

Hörenswert waren dabei erneut die fundierten Kommentare erfahrener Fachleute zu den einzelnen Tierarten und -rassen. Beim gemütlichen Schlendern über die Wiese konnten die Besucher so über Lautsprecher sehr viel Wissenswertes mitnehmen. Zum Beispiel, warum sich Rinderrassen mehr oder weniger gut für die Sauerländer Landschaft eignen.

Auch über die exotischeren Tiere wie Alpakas war viel zu erfahren. „Sie sind Wiederkäuer und haben drei Mägen“, erzählte Familie Freise aus Züschen, die seit einigen Jahren die Kleinkamele hält und mit ihnen auch Wanderungen anbietet.

Mäßiger Betrieb an den Buden

Wer aber glaubt, den Tieren mit einem Apfel oder einer Möhre etwas Gutes zu tun, sollte wissen, dass sie als fast reine Grasfresser solche Nahrung nur schlecht verdauen können. Die siebenköpfige Herde erwartet im kommenden Mai zwei Fohlen.

„Wir sind super glücklich mit den Tieren“, sagen Freises. „Man hatte uns vorher gewarnt, dass man einem Alpaka nicht zu lang in die Augen schauen darf, weil man sich sonst verliebt.“

Der Andrang auf der Kirmes selbst hielt sich am Montag Vormittag noch sehr in Grenzen, auch die Fahrgeschäfte hatten teilweise noch nicht geöffnet. Etwas mehr Betrieb herrschte zwischen den Marktbuden, wo es von Strümpfen, Grußkarten, Süßigkeiten und Korbwaren allerlei Kirmestypisches zu kaufen gab.

Am späten Nachmittag hatte sich der Kirmesplatz deutlich belebt. Wirklicher Andrang herrschte an den drei Stationen, an denen es Bier gab. Bei den übrigen Buden und den Fahrgeschäften war nach wie vor viel Platz.

Am Wochenende hatten die Organisatoren echtes Wetterpech gehabt, immer wieder gingen heftige Regenschauer über dem Kirmesgelände nieder und dürften so manchen Gast vertrieben haben. Am Montag blieb es zum Abschluss sonnig und angenehm warm.

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