Spendenaktion

Ungewöhnlicher Fund in Marsberg kommt Kilianstollen zugute

Übergabe der alten Bierkiste, von links: Stefan Hoppe, Moritz von Twickel, Jörg Mühlenbein. Über die Spende freuen sich: Wolfgang Kleffner, Anton Dicke, Manfred Pauly, Winfried Pohle, Petra Ackermann und Günter Stöwer vom Heimatbund und Kilianstollen.

Übergabe der alten Bierkiste, von links: Stefan Hoppe, Moritz von Twickel, Jörg Mühlenbein. Über die Spende freuen sich: Wolfgang Kleffner, Anton Dicke, Manfred Pauly, Winfried Pohle, Petra Ackermann und Günter Stöwer vom Heimatbund und Kilianstollen.

Foto: Annette Dülme

Marsberg/Rösenbeck.  Beim Inhaberwechsel des Marsberger Steinbruchs Blome an den Steinbruch Mühlenbein, Rösenbeck eine Kiste mit wertvollem Inhalt gefunden.

Der Steinbruch Blome aus Marsberg hat seit dem 1. Januar 2018 neue Eigentümer. Der Name ist gleich geblieben. Er gehört aber seitdem zum Steinbruch Mühlenbein aus Brilon-Rösenbeck. Seit 1958 wird im Steinbruch Blome am Hang des Bilsteins auf einer Fläche von zehn Hektar Kalkstein abgebaut. Beim Inhaberwechsel wurde auch groß aufgeräumt. Das führte zu einem ungewöhnlichen Fund.

Dabei tauchte nämlich in einer Garage tief unten in der hintersten Ecke eines Regals eine alte Bierkiste aus Holz auf, mitsamt 20 leer getrunkenen verstaubten Bierflaschen. Die meisten mit dem Aufkleber „Hirsch Bräu“ am Flaschenhals. Bügelverschlüsse klimpern an den 0,5-Liter-Flaschen.

Bierkiste soll zurück zur Brauerei Westheim

„Mit dem Fund haben wir uns gleich bei der Brauerei in Westheim gemeldet,“ sagt Jörg Mühlenbein, Inhaber des gleichnamigen Steinbruchs. „Denn die Bierkiste erschien uns sehr original. Schließlich steht auf der Kiste „Brauerei-Eigentum“ und „unverkäuflich“.

Und natürlich wollte Moritz von Twickel, Geschäftsführer der Brauerei Westheim die alte Bierkiste samt Flaschen „unbedingt zurücknehmen“. Natürlich gegen ein ordentliches Flaschenpfand.

Flaschenpfand von 500 Euro

Gemeinsam überlegten sich Jörg Mühlenbein, sein Kompagnon Stefan Hoppe und Moritz von Twickel, das „Flaschenpfand“ einem guten Zweck zur Verfügung zu stellen. Bei der Rückgabe der alten Bierkiste an die Brauerei erhielt der Marsberger Heimatbund eine Spende für den Unterhalt des Kilianstollens in Höhe von 500 Euro, die zu gleichen Teilen von den Steinbruch-Inhabern und der Brauerei kommt. Jörg Mühlenbein bei der Übergabe: „Wir sind ja quasi auch Bergleute, über Tage. Mit der Spende wollen wir unsere Verbundenheit mit dem Bergbau unter Tage zeigen.“

4.000 Bierflaschen pro Stunde verschlossen

Die alte Bierkiste mit den 20 Flaschen wird in der Brauerei Westheim einen Ehrenplatz im Besucherbereich bekommen. Moritz von Twickel geht davon aus, dass sie aus den 1960-er Jahren stammt. Denn vorher stand auf den Etiketten am Flaschenrand „Westheimer Hirsch Bräu“, danach nur noch „Hirsch Bräu“. Die Flaschen mit den Bügelverschlüssen wurden noch per Hand verschlossen. Von Twickel: „Ein Mitarbeiter schaffte es, 4.000 Flaschen pro Stunde mit der Hand zu verschließen.“ 1968 wurde auf Kronkorken umgestellt.

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