Krankheit

Welle der Solidarität nach Tod von Katzen im Tierheim Brilon

Im Tierheim Brilon ist die Katzenseuche (Panleukopenie) ausgebrochen.  Der Hinweis am Tor weist auf die Lage hin.

Im Tierheim Brilon ist die Katzenseuche (Panleukopenie) ausgebrochen. Der Hinweis am Tor weist auf die Lage hin.

Foto: Jürgen Hendrichs

Brilon.  Im Briloner Tierheim sind fünf Katzen gestorben - vermutlich an der Katzenseuche. Die Hilfsbereitschaft aus der Bevölkerung ist groß.

Es sieht aus ein wenig so aus wie nach dem Ausmisten einer Messie-Wohnung: Rund um den Roll-Container türmt sich der Abfall. Plastikwannen, Tüten, Kartons, Tragekäfige für Haustiere, Boxen, zerlegt Kratzbäume und mehr lagert vor dem Eingang des Briloner Tierheims. Alles nicht mehr zu gebrauchen. Grund: Panleukopenie, die Katzenseuche.

Nachdem Kot-Proben den Verdacht bestätigt haben, stehe immer noch das Ergebnis der pathologischen Untersuchung des Chemischen und Veterinär-Untersuchungsamtes Westfalen in Arnsberg aus, so die Leiterin des Tierheims, Lena Becker.

Tierheim bliebt einige Wochen für Besucher geschlossen

Auf jeden Fall ist zurzeit und auch in den kommenden Wochen noch das Tierheim für Besucher geschlossen. Um die hochansteckende Katzen-Krankheit unter Kontrolle zu behalten, ist strikte Quarantäne angesagt. Lena Becker ist die einzige aus dem Team, die sich in die abgesperrten Bereiche begeben darf. Und auch das nur mit Vollschutz-Montur. Für die Quarantäne gibt es im Tierheim sechs separate Einzelboxen sowie die drei, wie das Team sie nennen, „Krankenzimmer“. 24 Katzen befinden sich derzeit in Obhut des Tierheims.

Bisher sind fünf Katzen an der Infektion gestorben: Die Infektionsgefahr sei so groß, dass vorsorglich alles, was mit Ausscheidungen der Tiere in Berührung gekommen ist, entsorgt werden muss, wenn es nicht desinfizieren lässt. Folge: Es fehlt an allen Ecken und Enden und an allem, was Katzen brauchen.

Nachdem das Tierheim auf seiner Internetseite und über Soziale Medien auf die Notlage aufmerksam gemacht hat, gibt es breite Unterstützung.

Große Spendenbereitschaft

Allein auf der vom Tierheim auf Facebook initiierten Spendenaktion kamen bis Mittwochnachmittag innerhalb von zwei Tagen 1275 Euro zusammen - das ist schon mehr als die Hälfte jener 2500 Euro, die das Tierheim-Team als ungefähren Bedarf zur Deckung der jetzt anstehenden Anschaffungs- und Arztkosten kalkuliert hat.

50 Spender trugen dazu ihr Scherflein über Facebook bei. Außerdem, berichtet Lena Becker, kommen etliche Tierfreunde persönlich vorbei, um Sach- oder Geldspenden unmittelbar abzugeben: „Das macht uns richtig glücklich.“ Wer Sachspenden abgeben möchte, wird gebeten, sich unbedingt vorher im Tierheim unter 02961 1878 zu melden und einen Termin abzustimmen.

Anderen Tieren droht keine Gefahr durch die Katzenseuche

Schwerstarbeit hat am Mittwoch auch der Postbote zu leisten gehabt. Da waren „riesige Pakete“ bei, freut sich Lena Becker über die Spendenbereitschaft. Streu, Kratzpappe, Desinfektionsmittel, Überzieher für Schuhe und Aufbaufutter für Jungtiere war dabei.

Insgesamt beherbergt das Tierheim zurzeit 24 Katzen. 16 weitere, zumindest ganz junge, sind im jeweiligen Wurfverbund zur Aufzucht mit der Flasche bei einer Handvoll Tierfreunden privat untergebracht. Diese Pflegefamilien springen auch ein, wenn auf einmal trotz des Aufnahmestopps Menschen am Tor stehen, die gefundene oder zugelaufene Katzen abgegeben wollen - an einem Tag, erzählt Lena Becker, seien das sogar acht Tiere gewesen.

Neben den Katzen befinden sich zurzeit noch zehn Hunde und ein Kaninchen in Obhut des Tierheims. Ihnen droht durch die Panleukopenie keine Gefahr.

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