Kampfkunst

Wer die israelische Kampfsportart Krav Maga in Brilon lernt

Die israelische Kampfsportart Krav Maga kann auch mal weh tun.

Die israelische Kampfsportart Krav Maga kann auch mal weh tun.

Foto: Lars Heidrich

Brilon.   Die israelische Kampfsportart Krav Maga gibt es in NRW nur vier Mal. Unter anderem in Brilon ist das Erlernen dieser Kampfkunst möglich.

Martin Schrammen-Rentzsch ist Trainer der Krav Maga Trainingsgruppe in Brilon und praktiziert die Kampfsportart selbst schon seit 15 Jahren. In ganz Nordrhein-Westfalen gibt es nur wenige Standorte, in denen Krav Maga angeboten wird.

Eindrücke einer der ersten Krav Maga Stunden

Hannah Schmücker aus Brilon ist Autorin der Jungen WP. Sie hat Krav Maga ausprobiert: Das laute Geräusch eines Schlages gegen einen Boxsack ist zu hören. Über mir steht Kim mit gespreizten Beinen und hält mir mit beiden Armen einen Boxsack auf der Höhe meiner Knie hin.

Ich liege auf dem Boden und sehe mich um. Überall sind meine anderen Trainingspartner zu sehen, einige liegen genauso auf dem Boden wie ich und andere stehen über ihnen. Noch immer rieche ich den Schweiß, der vorher beim Aufwärmen aufgekommen ist. Meine Aufgabe ist es, mich, wie bei Sit- Ups, erst in eine Sitzposition zu bringen und dann mit beiden Fäusten abwechselnd zweimal auf den Boxsack einzuschlagen.

Dann lege ich mich wieder hin, setze mich wieder auf und schlage diesmal mit beiden flachen Händen abwechselnd gerade auf den Boxsack ein. Mit der Zeit wird es ziemlich anstrengend, ich atme einmal tief durch. Dann wechseln wir die Positionen und ich stehe über Kim. Jetzt schlägt sie auf den Boxsack ein und das ganz schön fest. Es ist schwer das Gleichgewicht zu halten, aber ich schaffe es. Der Trainer ruft: „Guter Schlag.“

Kinder trainieren anders als Erwachsene

Ich bin bei einer meiner ersten Krav Maga Stunden in der Sporthalle der Sekundarschule in Brilon.

„Krav Maga ist ein effektives Selbstverteidigungssystem für die Straße“, erklärt Martin Schrammen- Rentzsch, „man muss in der Lage sein, sich effektiv und schnell zu verteidigen. Es geht vor allem um das Überleben und Bestehen auf der Straße. Wenige Techniken werden für viele Situationen verwendet.“ Martin Schrammen-Rentzsch ist Trainer der Krav Maga Trainingsgruppe in Brilon und praktiziert selbst schon seit fünfzehn Jahren.

Seit 2012 ist er Übungsleiter und trainiert derweil jede Woche einmal die Jugendlichen beziehungsweise Kinder und einmal die Erwachsenen. „Mittlerweile trainiere ich selbst nur noch sehr selten, der Job und die Familie lassen es einfach nicht zu. Aber ich versuche es so oft wie möglich“, führt Schrammen- Rentzsch weiter aus.

Jugendliche langsam an den Kampfsport heran führen

Auf den Sport gekommen ist er eher zufällig, in seinem Fitness Studio wurde es angeboten, er probierte es aus und es gefiel ihm gut.

Es gibt einige Unterschiede zwischen dem Training der Erwachsenen und dem der Kinder: „Bei den Erwachsenen ist das Training viel sportlicher und konditioneller. Sie müssen viele Techniken drauf haben und kämpfen vor allem, indem sie einander mit wirklichem Körperkontakt nahe kommen und es kann auch schon mal weh tun,“ erklärt Martin Schrammen-Rentzsch. Bei den Jugendlichen geht es dagegen viel mehr darum, sie langsam an den Kampfsport heran zu führen. Die Techniken sind erst einmal wichtig und es wird noch ohne Schutzausrüstung gekämpft.

Seit 2009 gibt es diese Sportart in Brilon

Krav Maga bedeutet Kontaktkampf und ist nicht wie andere Kampfsportarten. Bei den Jugendlichen und Kindern gibt es zwar Gürtel, um erkennen zu lassen auf welchem Level diese bereits sind, jedoch ist das bei Erwachsenen später nicht mehr der Fall. „Die Jugendlichen brauchen diese Motivation einfach. Bei Erwachsenen wird es so langsam eher unnötig“, berichtet der Trainer weiter.

Seit 2009 gibt es diese Sportart schon in Brilon und es ist etwas sehr Besonderes. In ganz Nordrhein-Westfalen gibt es nur vier Standorte, wo Krav Maga angeboten wird. Im Moment sind es ungefähr 30 Jugendliche und 20 bis 30 Erwachsene, die beim Training teilnehmen. Es gibt in etwa gleich viele männliche und weibliche Teilnehmer, obwohl die männlichen Teilnehmer bei dem Erwachsenen- Kurs leicht überwiegen. „Krav Maga ist eine israelische Kampfsportart und wird dort vor allem noch für den Geheimdienst, die Polizeiarbeit und das Militär benutzt“, gibt Schrammen- Rentzsch zuletzt noch an. Diese Kampfsportart ist nicht nur eine gute Art, sich auszupowern, sondern wir lernen beim Training wirklich Dinge, die mir vielleicht irgendwann dabei helfen können, aus einer schwierigen Situation zu flüchten. Alle, die Lust haben, sollten unbedingt mal vorbei kommen.

Weitere Informationen im Internet auf kravmaga.de/
trainingscenter/brilon/

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