Gesundheit

Weshalb die Geburtshilfe in Brilon immer wichtiger wird

Haben künftig in Brilon noch mehr Mütter und Babys zu versorgen: die Säuglingsschwestern Kati Buxert und Brigitte Kenkel, die Hebammen Jenny Thelen und Katrin Bunse sowie die leitende Hebamme Zoi Malawetsis (von links).

Haben künftig in Brilon noch mehr Mütter und Babys zu versorgen: die Säuglingsschwestern Kati Buxert und Brigitte Kenkel, die Hebammen Jenny Thelen und Katrin Bunse sowie die leitende Hebamme Zoi Malawetsis (von links).

Foto: Boris Schopper

Brilon.   Die Zahl der Geburten steigt. Das merkt man auch am Krankenhaus Brilon. Die Geburtshilfe wird aus einem zweiten Grund immer wichtiger.

Wenn Ende März die Geburtsstation am Krankenhaus Warstein schließt, stellt sich die Geburtsabteilung am Maria-Hilf-Krankenhaus Brilon auf mehr Entbindungen ein. „Das wird einen positiven Effekt haben“, sagt Geschäftsführerein Sonja G. Drumm der Westfalenpost. Weshalb aber schließen immer wieder Geburtsstationen, wenn doch die Zahl der Geburten seit einigen Jahren wieder steigt?

Entbindungsstation in Warstein verhältnismäßig klein

In den vergangenen Wochen und Monaten habe sie Kontakt zu Warsteiner Frauenärzten gesucht, um für Brilon als Entbindungsstation zu werben. „Der Großteil der schwangeren Frauen aus dem Raum Warstein wird sich künftig für Lippstadt oder Brilon entscheiden“, so Drumm.

Die Entbindungsstation in Warstein ist verhältnismäßig klein. Im Jahr 2018 kamen 262 Babys zur Welt, 2017 waren es 287. Zum Vergleich: In Brilon kamen 2018 634 Mädchen und Jungen zur Welt, 2017 waren es 679. „Die Effekt für unser Haus wird geringer sein als nach der Schließung der Geburtsstation in Meschede“, glaubt Drumm. Dort kamen 2016 zuletzt 475 Kinder auf die Welt.

Kinderärztliche Versorgung am Briloner Krankenhaus

Durch das Aus für die zweite Geburtsstation im Einzugsgebiet des Maria-Hilf-Krankenhauses nimmt die Bedeutung der Entbindungsstation in Brilon zu. „Wir werden als Geburtsstation zu einem Zentrum“, sagt Drumm. Das schlage sich auch in der Versorgungsstruktur nieder. Mit den Olsberger Kinderärzten Dr. Christiane Bub und Dr. Silvia Rummel sei vor geraumer Zeit ein Kooperationsvertrag geschlossen worden, der an zwei Tagen eine kinderärztliche Versorgung sicherstelle. Dazu gebe es eine Kooperation mit der Kinderklinik in Lippstadt für eine ärztliche Präsenz in Brilon. Ein Notarzt aus Lippstadt sei ebenfalls für das Briloner Haus stets abrufbereit.

Trotz der basisversorgungsrelevanten Leistung einer Entbindungsstation sei die Geburtshilfe am Krankenhaus Brilon defizitär. „Das ist aber systembedingt“, sagt Drumm. Die Sätze, die für den Aufenthalt von Müttern und Kindern gezahlt werden, seien zu gering, um kostendeckend zu arbeiten – das gelte für alle Krankenhäuser in Deutschland. „Wir haben uns daher entschlossen Sicherstellungszuschläge für die Vorhaltung der Geburtshilfe zu beantragen.“ Anfang April hat die Maria-Hilf-Geschäftsführerein dazu einen Termin bei der Bezirksregierung.

Vorgaben für maximale Fahrtzeiten

Die Chancen, dass das Briloner Krankenhaus den Zuschlag erhält stehen gut. Denn Zuschüsse werden an Kliniken in Regionen gezahlt, in denen die flächendeckende Versorgung von werdenden Müttern gefährdet ist. Durch die Schließung der Geburtsstationen in Meschede und Warstein haben sich die Fahrtzeiten zur nächsten Entbindungsstation für viele Schwangere bereits erheblich verlängert – und eine flächendeckende Versorgung gilt als gefährdet, wenn Fahrtzeiten mit dem Auto von mehr als 40 Minuten zum nächsten Krankenhaus notwendig sind. Um diese 40-Minuten-Vorgabe in der Region zu gefährden, kommt der Briloner Geburtshilfe eine zentrale Bedeutung zu.

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