Umwelt

Wie eine Spedition im Sauerland einen neuen Wald schafft

Hallenberg mit dem Kreuzberg im Hintergrund. Auf einem Teil der gerodeten Flächen links von der Kapelle wird das Kleinwächter-Wäldchen mit 2000 Eichen angepflanzt. 

Hallenberg mit dem Kreuzberg im Hintergrund. Auf einem Teil der gerodeten Flächen links von der Kapelle wird das Kleinwächter-Wäldchen mit 2000 Eichen angepflanzt. 

Foto: Max Maurer

Hallenberg.  Der Initiative der Sekretärin einer Sauerländer Spedition ist es zu verdanken, dass bald ein neuer Wald entsteht. Die Idee soll Nachahmer finden.

„Unsere Greta heißt Tanja“, erklärte Armin Kleinwächter. Mit diesen Worten lobte der Inhaber der Firma Kleinwächter Spedition GmbH & Co. aus Hallenberg seine Sekretärin und den „Schatz“ des Unternehmens bei der Einweihung des neuen „Kleinwächter-Wäldchens“ mit 2000 jungen Eichen.

„Wir müssen nicht nur über die Umwelt reden, sondern etwas tun“, regte Tanja Feige im Juni an. Da Bäume laut einer Studie das effektivste Mittel gegen CO2-Emissionen sind, stimmte Armin Kleinwächter zu, 500 Eichen zu pflanzen.

Bürgermeister wegen geeigneter Fläche angefragt

Doch wohin? Tanja Feige fragte bei Bürgermeister Michael Kronauge nach einem Grundstück und bekam schon am nächsten Tag die Antwort, dass für diese Aktion gern eine städtische Fläche am Kreuzberg entlang des Forstwegs von der „Grube“ in Richtung Kapelle zur Verfügung gestellt würde. Hier hatten kürzlich noch Fichten gestanden, die wegen der Borkenkäferplage gerodet werden mussten.

500 Eichen wollte also die Firma Kleinwächter pflanzen – so lautete der Plan im Sommer. Doch vielleicht würde sich ja der ein oder andere beteiligen? Die Resonanz auf die entsprechende Anfrage übertraf alle Erwartungen: Mitarbeiter, Kunden, Lieferanten, Nachbarn, die Wirtschaftsförderung des Hochsauerlandkreises, die Bezirksregierung und weitere Institutionen sagten zu, eine Baumpatenschaft für je fünf Euro zu übernehmen.

Anpflanzung muss warten – wegen trockenen Böden

So kamen 1869 Eichensetzlinge zusammen, die Armin Kleinwächter auf 2000 Stück aufstockte. Entgegen der ursprünglichen Planung konnte am Freitag noch nicht mit der Anpflanzung begonnen werden, denn die Mitarbeiter des Stadtforsts hatten aufgrund der trockenen Sommermonate davon abgeraten. Der Regen der letzten Wochen habe gerade einmal die oberen zehn Zentimeter des Waldbodens angefeuchtet – nicht genug, um frisch gepflanzte Baumsetzlinge angehen zu lassen. Von daher wird die Pflanzaktion auf dem Kreuzberg auf einen besser geeigneten Zeitpunkt verschoben.

Der Kreuzberg mit seiner markanten 300 Jahre alten Kapelle – neben dem Heidekopf quasi der Hausberg der Hallenberger – ist ein ganz offensichtliches Zeichen für das Waldsterben. Allein hier mussten im laufenden Jahr rund 5000 Festmeter befallenes Fichtenholz gefällt werden, was in etwa der gleichen Anzahl an Bäumen entspricht. (Zum Vergleich: Insgesamt wurden im laufenden Wirtschaftsjahr im gesamten Hallenberger Stadtforst ca. 19.000 Festmeter Fichten gefällt, in „normalen“ Jahren sind es in etwa 8000 Festmeter.)

Nordseite des Kreuzbergs fast völlig kahl

Die zur Stadt hin ausgerichtete Ost- und vor allem die Nordseite des Kreuzbergs sind mittlerweile fast völlig kahl. 2007 und 2010 war der Berg schon durch die Orkane Kyrill und Xynthia stark betroffen. Die Windwurfflächen wurden mit Laubbäumen aufgeforstet. Bürgermeister Michael Kronauge schloss seine Einweihungsrede mit einem Zitat von Stefan Zweig: „Viele kleine Leute an vielen kleinen Orten, die viele kleine Schritte tun, können das Gesicht der Welt verändern“ und der Hoffnung, dass die Aktion der Firma Kleinwächter viele Nachahmer oder Mitmacher findet!

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