Sauerland-Museum

Arnsberg: August-Macke-Ausstellung wird aufgebaut

Kuratorin Dr. Ina Ewers-Schultze, stellv. Museumsleiterin Dr. Ulrike Schowe und Museumsleiter Dr. Jürgen Schulte-Hobein (von links) mit dem Blumenteppich „Farbige Komposition“, geknüpft nach einem Entwurf August Mackes.

Kuratorin Dr. Ina Ewers-Schultze, stellv. Museumsleiterin Dr. Ulrike Schowe und Museumsleiter Dr. Jürgen Schulte-Hobein (von links) mit dem Blumenteppich „Farbige Komposition“, geknüpft nach einem Entwurf August Mackes.

Foto: Wolfgang Becker

Arnsberg.  Der Schutz der wertvollen, unersetzlichen Exponate aus dem Schaffen August Mackes wird im Sauerland-Museum ganz hoch aufgehängt.

Nur noch wenige Tage bis zur Eröffnung des Neubautraktes des Sauerland-Museums am 1. September - und damit auch bis zur Eröffnung der großen Premieren-Ausstellung „August Macke ganz nah“ mit teils weltberühmten und unersetzlichen Werken des Expressionisten, der in Meschede geborenen wurde.

Die in Arnsberg präsentierte Sammlung ist in ihrer Zusammenstellung ein absolutes Highlight weit über die Region hinaus.

Die rund 130 Macke-Exponate werden so streng bewacht wie das Gold in Fort Knox

Strenge Sicherheitsvorkehrungen wie in Fort Knox: Niemand betritt in diesen Tagen unkontrolliert den rund um die Uhr bewachten Neubautrakt des Sauerland-Museums, denn dort werden gerade die Exponate für die Macke-Schau angeliefert, mit äußerster Behutsamkeit aus den teils maßgeschneiderten Transportkisten befreit und mit großer Vorsicht an die noch jungfräulichen Wände gehängt.

LWL-Konservator Stephan Brunnert fertigt für jedes Werk ein Zustandsprotokoll an

Das Auspacken der Werke geschieht unter dem strengen, stets aufmerksamen Blick von Stephan Brunnert. Der Konservator vom Museumsamt des Landschaftsverbandes (LWL) in Münster ist eigens dafür abgestellt, den Zustand eines jeden angelieferten Bildes penibel zu dokumentieren und in einem sogenannten Zustandsprotokoll festzuhalten.

Museumsleiter Schulte-Hobein: „Das dient auch unserer eigenen Sicherheit“

„Das dient auch unserer eigenen Sicherheit,“ sagt Museums-Leiter Dr. Jürgen Schulte-Hobein, denn bei einem Schaden an einem der teils millionenschweren Werke könnten komplizierte (Versicherungs-)Mühlen zu mahlen beginnen. Vom Ärger ganz abgesehen. Deshalb sei diese Akribie - auch im Interesse der Leihgeber - unverzichtbar, um im Fall der Fälle etwas Greifbares in der Hand zu haben.

Ölbilder und Aquarelle müssen in Klimakiste an Raumtemperatur angepasst werden

Und so wird jeder Schritt in den drei über zwei Etagen verteilten Ausstellungssälen im Neubautrakt exakt protokolliert, die Werke selbst dürfen nur - ganz vorsichtig - mit Handschuhen berührt werden.

Und Stephan Brunnert wacht auch darüber, dass die angelieferten Ölgemälde und Aquarelle die vorgeschriebenen 24 Stunden nach Anlieferung in den Klimakisten verbleiben, um sich so an die Raumtemperatur anzugleichen. „Sonst,“ so Brunnert, „könnten die Werke schaden nehmen.“

„Froh, das sie da ist“: Kuratorin Dr. Ina Ewers-Schultze ist anerkannte Macke-Expertin

Immerhin: „Es sind locker 130 Exponate, die in der Ausstellung gezeigt werden,“ sagt Kuratorin und Kunsthistorikerin Dr. Ina Ewers-Schultze (Köln). Sie ist wohl die Expertin in Sachen August Macke und hat erst jüngst die neue Ausstellung im Bonner Macke-Haus kuratiert.

„Wir sind sehr froh,“ so Museumsleiter Schulte-Hobein, „dass wir Ina Ewers-Schultze für uns gewinnen konnten. Sie ist super vernetzt und absolut nah dran an den Leihgebern und auch der Familie Macke selbst. Sie hat uns so viele Türen geöffnet, um eine Ausstellung dieser Qualität bieten zu können.“

„Wir müssen uns jetzt als neues Kunstmuseum etablieren“

Gerade das Öffnen von Türen haben für das Sauerland-Museum, so Schulte-Hobein weiter, eine enorme Bedeutung. „Denn wir müssen uns jetzt als neues Kunstmuseum etablieren. Bislang sind wir in der Szene noch nicht so präsent.“ Aber das solle sich nun mit der Macke-Ausstellung ändern.

Auch Staatsgalerie Stuttgart stellt Werke von August Macke zur Verfügung

Größter Leihgeber der Macke-Ausstellung ist der LWL in Münster, aber es kommen unter anderem auch Exponate von der Familie Macke und der Staatsgalerie Stuttgart.

Ein Vertreter letzterer weilte ebenfalls gerade vor Ort „und er war ganz begeistert von unseren neuen Ausstellungsräumen und deren Möglichkeiten,“ freut sich Schulte-Hobein über das externe Lob. Auch eine solche Einschätzung sei nicht ganz unwichtig, um in der überregionalen Kunstszene Fuß zu fassen.

Ein Großteil der Macke-Werke wird noch angeliefert

Der Aufbau der Ausstellung wird sich noch bis in die letzte August-Woche ziehen. Weil dies angesichts des vorgeschriebenen Dokumentationsprozesses und der erforderlichen Sorgfalt im Umgang mit den Exponaten ein sehr zeitaufwendiges Verfahren ist. Zumal der Großteil der Werke auch erst noch angeliefert wird.

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