Arnsberger Projekt im Verzug

Arnsberg: Nur 41 von 90 Sportclubs antworten zu Masterplan

​​​​

​​​​

Foto: Bouldern und Klettern gehört zu den Trendsportarten - Arnsberg hat da nicht viel zu bieten.

Arnsberg.  Nicht vor Februar 2020 rechnet die Stadtverwaltung mit ersten konkreten Ergebnissen des im Frühjahr eingeleiteten Masterplan-Sport-Prozesses.

Mit leichten Verzögerungen wird der Masterplan Sport-Prozess für Arnsberg fortgesetzt. Jetzt geht es vor allem darum, die Befragungen von Bürgern, Vereinen und Institutionen auszuwerten. Viele Möglichkeiten der Mitsprache und Mitgestaltung der Arnsberger Sportlandschaft der Zukunft blieben aber ungenutzt.

Wie geht es?

Die Steuerungsgruppe, die aus Vertretern der Verwaltung, Politik, dem beauftragten Institut für Kooperative Planung/Sportentwicklung (ikps) und dem Stadtsportverband zusammensetzen wird, trifft sich am 1. Oktober, um die ersten Ergebnisse der Befragungen zu erfahren, zu bewerten und um im Anschluss mögliche erste Schwerpunkte zur Leitbildentwicklung zu entwickeln. In diesem Zusammenhang soll am 2. Oktober mit der ikps eine Begehung verschiedener Sporthallen und Sportplätze stattfinden, um ein präziseres Bild vom aktuellen Zustand der Sportstätten zu gewinnen.

Von November 2019 bis Januar 2020 wird die Workshopphase stattfinden, so die Stadt Arnsberg, die im Einzelnen noch terminiert werden müsse. Beim wahrscheinlich zweitägigen Auftaktworkshop wird es um die vorgenommenen Bestands- und Bedarfsanalysen sowie die zentralen Ergebnisse der Stärken-Schwächen-Analyse gehen. An den Folgeterminen stehe die Erarbeitung und Priorisierung von Zielen und Empfehlungen zu Angebots- und Organisationsentwicklung. „Das Verfahren wird transparent gestaltet, der Fachausschuss für Kultur, Tourismus, Sport und Weiterbildung wird kontinuierlich über den Stand der Dinge informiert“, verspricht die Stadt Arnsberg.

Nur jeder siebte Bürger antwortet

Bei der Bevölkerungsbefragung gab es einen Rücklauf von 14,9 Prozent - aus Sicht der Stadt ein guter Wert, in Zahlen ist es die Meinung von 625 Personen. „Die Analyse läuft noch, Aussagen zu Trends sind daher jetzt noch nicht möglich“, sagt die Stadt auf Nachfrage unserer Zeitung.

Vereinsbefragung mit 46 Prozent Rücklauf

Etwas höher war die Beteiligungsquote der Vereine. Angesicht der Tatsache, dass es beim Masterplan Sport um die Zukunft des Arnsberger Sports und auch der künftigen Finanzierungs- und Förderschwerpunkte geht, wirkt die Zahl von 41 von 90 Vereinen so hoch nicht. Die Rücklaufquote beträgt 46 Prozent, was die Stadtverwaltung „erfreulich“ nennt. Das aber auch deshalb, weil die Vereine, die sich beteiligt haben, rund 75 Prozent der Mitglieder des Landessportbundes für Arnsberg abdecken. Aussagen zu Trends seien aber auch hier noch nicht möglich. Sehr positiv war die Rückmeldung von den Schulen: 29 von 31 Schulen im Stadtgebiet haben sich an den Befragungen beteiligt und ihre Wünsche und Bedarfe formuliert.

Wer macht im Workshop mit?

„Die detaillierte Zusammensetzung wird aktuell erarbeitet“, sagt die Stadt. Fest stehe aber, dass für die Workshops folgende Personengruppen berücksichtigt werden: Verwaltung, Politik, Sportvereine, Bildungseinrichtungen, Bürger und weitere Personengruppen aus den Bereichen Integration, Behindertenvertretung, Jugend, Gesundheit und Senioren.

Stadt mit externen Institut zufrieden

„Zum jetzigen Zeitpunkt ist die Stadt Arnsberg mit dem beauftragten Institut mehr als zufrieden“, betont die Verwaltung auf Nachfrage. Das Institut für kooperative Planung sei jederzeit bei Rückfragen erreichbar und unterstütze die Mitarbeiter in den beteiligten Fachdiensten mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln. Bis zu diesem Zeitpunkt sei es vor allem um die Erarbeitung der Fragebögen, die Durchführung der Befragungen und die Zusammenstellung der erforderlichen Daten durch die Stadt Arnsberg zur Bestands- und Bedarfsanalyse gegangen.

Noch keine Honorare geflossen

Sonderlich haushaltswirksam wurde der Masterplan Sport bislang noch nicht. Bisher seien lediglich Gelder zur Erarbeitung und Durchführung der Projektausschreibung und Portokosten für die repräsentativen Befragungen entstanden. „Honorarkosten wurden der Stadt Arnsberg durch das ikps noch nicht in Rechnung gestellt“, sagt Stadtsprecherin Stefanie Schnura.

Zeitplan leicht verzögert

Ganz so schnell wie geplant aber läuft der Prozess nicht. „Durch Fristverlängerungen bei den Befragungen der Bürgern und der Schulen sowie durch die Komplexität der Bestandsaufnahme sind kleine zeitliche Verzögerungen entstanden, die aber durch eine Straffung der Workshops voraussichtlich aufgefangen werden können“. Ziel ist es jetzt, erste Ergebnisse voraussichtlich im Februar 2020 präsentiert zu können. Für die politischen Gremien sei beabsichtigt, im laufenden Prozess den Fachausschuss für Kultur, Tourismus, Sport und Sport über den aktuellen Stand der Dinge zu informieren. Ein abschließender Bericht zur Sportentwicklungsplanung werde bei Bedarf dem Rat der Stadt Arnsberg und dem Fachausschuss für Kultur, Tourismus, Sport und Weiterbildung vorgestellt.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben