Erziehung

Arnsberg: Warten auf Regeln für den Kita-Alltag ab Juni

In der Kita Pusteblume freuen sich Aron, Benjamin, Louis, Ilyas und Owen (von links) schon darauf, dass bald alle Kinder in die Gruppen zurückkommen dürfen.

In der Kita Pusteblume freuen sich Aron, Benjamin, Louis, Ilyas und Owen (von links) schon darauf, dass bald alle Kinder in die Gruppen zurückkommen dürfen.

Foto: Privat

Arnsberg.  In Arnsberg bereiten sich Erzieherinnen und Tagesmütter auf die Öffnung ab dem 8. Juni vor. Allerdings bleiben noch viele Fragen in den Kitas.

Im Haus von Marion Giese-Scherwinski auf Bergheim ist es ungewöhnlich ruhig gewesen in den vergangenen Wochen: Die Tagesmutter betreut normalerweise fünf Kinder im Alter von eineinhalb bis zweieinhalb Jahren. Es wird gespielt, getobt, gesungen, geweint und gelacht. Doch in der Corona-Pandemie durften die Kinder nur zuhause betreut werden. Für Kinder, Eltern und Tagesmutter eine Zeit der gemischten Gefühle.

„Die Eltern konnten die Zeit sehr intensiv mit ihren Kindern verbringen“, sagt Giese-Scherwinski. „Neben dem Job ist das auch anstrengend, aber die Familien haben das Positive gesehen.“ Alle Seiten freuten sich nun aber auf die Rückkehr zur gewohnten Tagesbetreuung. Giese-Scherwinski nutzt die Zeit bis dahin noch für Arbeiten im Garten: Wenn die Kinder zurückkehren werden sie sich auf neuen Spielgeräten austoben können.

Der Übergang vom Alltag zuhause zurück in die Betreuung soll möglichst sanft gestaltet werden, um die Kinder nicht zu überfordern. „Ich habe mit der Eingewöhnung schon wieder begonnen und die Familien einzeln eingeladen, um den Kindern Sicherheit zu geben“, erklärt die Tagesmutter.

Weniger Betreuungsstunden

Genau das ist für die Erzieherinnen in den Kindertagesstätten nicht so einfach möglich. Ab dem 8. Juni sollen die Kitas in Nordrhein-Westfalen zu einem eingeschränkten Regelbetrieb zurückkehren. Das bedeutet: Das Betretungsverbot für die Einrichtungen wird aufgehoben und alle Kinder werden wieder betreut, allerdings mit weniger Wochenstunden als gewohnt. Das Ministerium sieht 35, 25 und 15 Stunden pro Woche vor statt 45, 35, 25. Das soll dann auch für die Familien gelten, die in der Notbetreuung bisher die vollen Stunden nutzen konnten.

Im städtischen Kindergarten Twiete in Arnsberg wartet das Team genauso wie alle anderen nun auf weitere Informationen aus der Landeshauptstadt, wie dieser Zeitlich eingeschränkte Betrieb geregelt werden soll. Erst dann können verlässliche Informationen an die Eltern weitergegeben werden – die zum Teil sehnlichst auf eine Entlastung beim Spagat zwischen Job und Kinderbetreuung warten.

„Wir sehen die Not der Eltern, die immer mehr zunimmt“, sagt Leiterin Silvia Herklotz. „Und die Kinder haben einen Bedarf nach anderen Spielpartnern.“ Aber auch der Gesundheitsschutz der Mitarbeiter in den Einrichtungen müsse berücksichtigt und geregelt werden.

„Die Familien signalisieren uns immer mehr, dass der Druck wächst“, sagt auch Claudia Centiny, Leiterin der Kita Pusteblume in Hüsten. Von daher freuten sich alle auf die Wiedereröffnung, auch wenn sie noch mit einigen Ungewissheiten verbunden ist. „Wie die Einschränkungen genau geregelt und umgesetzt werden sollen, darauf sind wir gespannt, bislang ist alles in der Schwebe“, sagt Centiny.

Bereits ab dem 28. Mai sollen zusätzlich zu den Kindern in der Notbetreuung auch die Vorschulkinder wieder betreut werden. In der Kita Pusteblume bedeutet das, dass dann bereits mehr als die Hälfte der Kinder wieder da sein könnten. „Die Kinder, die wir aktuell da haben, sind schon jetzt wieder zurück in ihren vier Stammgruppen und man merkt wie froh sie über ihr gewohntes Umfeld sind“, sagt Centiny.

Große Umstellung für die Kleinen

Die Erzieherinnen bemerken also sogar bei den Kindern Effekte, die in den vergangenen Wochen weiter betreut wurden, nur in anderen Konstellationen als sonst. Umso mehr stellen sich die Teams darauf ein, dass eine Rückkehr nach vielen Wochen zuhause eine große Umstellung für die übrigen Kinder sein wird.

„Gerade für die Kleineren wird sicher wieder eine Eingewöhnung nötig sein, was viel Geduld erfordern wird“, meint Kita-Leiterin Centiny. „Es wird daher eine anstrengende Zeit, aber für die Familien ist es ein positiver Schritt.“ Für die leichtere Wiedereingewöhnung hätte sich Centiny allerdings gefreut, wenn die Rückkehr in die Kitas noch stärker schrittweise geregelt worden wäre, etwa für verschiedene Jahrgänge an verschiedenen Tagen.

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