Politik

Arnsberger AfD-Fraktion über Nachhaltigkeit

Für die AfD im Rat der Stadt Arnsberg: Jürgen Antoni.

Für die AfD im Rat der Stadt Arnsberg: Jürgen Antoni.

Foto: Ted Jones

Arnsberg.  Unsere Reihe von Gesprächen mit den Spitzen aller heimischen Ratsfraktionen endet mit dem Arnsberger AfD-Mann Jürgen Antoni.

Nachhaltigkeit sei ein Thema, das auch die AfD im Fokus habe, sagt Jürgen Antoni, der die „Alternative für Deutschland“ im Rat der Stadt Arnsberg vertritt. Zum Abschluss unserer Reihe von Gesprächen mit den Spitzen aller heimischen Ratsfraktionen hat heute der Arnsberger AfD-Mann das Wort im Interview.

Die AfD ist nach den Ergebnissen der jüngsten Landtagswahlen weiter im Aufwind. Beeinflusst das Ihre Ratstätigkeit vor Ort?

Jürgen Antoni: Nein. Es sind für uns sicherlich erfreuliche Ergebnisse, aber auf die Ratstätigkeit vor Ort hat das keinen Einfluss.

Sie stehen im Arnsberger Rat unter kritischer Beobachtung der übrigen Fraktionen, haben Sie es schwerer, Anträge oder Anregungen vorzutragen?

Das mag durchaus der Fall sein. AfD-Anträge werden in der Regel immer abgelehnt. Dazu sagte ja bereits die Fraktion der Grünen während einer Ratssitzung, dass jeder Antrag, sei er auch noch so gut, abgelehnt werde, wenn er von der AfD kommt.

Stichwort Klimapolitik – die AfD spricht bei diesem Thema allgemein von einem „Hype“. Welche Schwerpunkte möchten Sie im nächsten städtischen Haushalt zu den Themen Klimawandel und Nachhaltigkeit verankert wissen?

Dass ein Klimawandel stattfindet, wird nicht bestritten. Es geht um den sogenannten menschengemachten Klimawandel, der wissenschaftlich nicht belegt ist, aber gerade um diesen wird ein „Hype“, insbesondere in Deutschland, gemacht. Nachhaltigkeit hingegen ist ein Thema, das auch die AfD im Fokus hat. Dabei geht es nicht um Verbote, sondern darum, den Blick auf Produkte und Dienstleistungen zu legen. Das kann jeder Einzelne im Supermarkt tun, in dem er auch auf Produkte aus der Region oder fair gehandelte Produkte setzt, aber auch wir als Politiker, indem wir bei städtischen Ausschreibungen, beispielsweise für Bauleistungen, eben auch auf die Nachhaltigkeit achten.

Der AfD wird in den neuen Ländern eine zunehmende Annäherung an radikale rechte Positionen vorgeworfen. Wie gehen Sie vor Ort damit um?

Den Vorwurf halte ich für unbegründet. Die Menschen in den „neuen Bundesländern“ haben durch ihre Vergangenheit aus Diktatur und SED-Regime ein feineres Gespür für Dinge, die in unserer Gesellschaft nicht mehr in Ordnung sind.

Mit Blick auf das aktuelle politische Geschehen in der Stadt Arnsberg – wie beurteilen Sie den Masterplan Sport?

Wir sprechen hier ja von dem Masterplan Sport und Bewegung. Beides ist für ein Großteil der Arnsberger Freizeitbeschäftigung, Fitness und Hobby zugleich. Sei es in den zahlreichen Sportvereinen, den Fitnessstudios oder auch als Wanderer beim Sauerländischen Gebirgsverein. Ebenso gehört Sport zum schulischen Alltag. Von daher begrüße ich ausdrücklich dieses Sportentwicklungskonzept und möchte jeden Arnsberger ermutigen, sich mit Anregungen und Vorschlägen mit einzubringen.

Was muss geschehen, um die Stadtwerke Arnsberg wieder auf Kurs zu bringen?

Die entscheidende Weichenstellung wurde mit dem neuen Geschäftsführer, der zum 1. Oktober die Leitung der Stadtwerke übernimmt, bereits vollzogen. Ich habe großes Vertrauen in den neuen Geschäftsführer und seine Vorstellung, wie er die in Schieflage geratenen Finanzen der Stadtwerke, von einem Minus von 1,5 Millionen Euro, im Vergleich zum Vorjahr, wieder verbessern kann und werde nach einem Jahr sicherlich Bilanz ziehen und deutlicher Stellung beziehen können.

Mit Blick auf die laufende Ratsperiode – was macht Sie besonders zufrieden und was ist aus Ihrer Sicht falsch gelaufen?

Zufrieden mit dem Erreichten sollte man nie sein. Dennoch kann ich es als positiv bewerten, dass wir von Jahr zu Jahr eine größere Akzeptanz und größeren Rückhalt in der Bevölkerung erfahren haben. Das zeigt sich an Infoständen, aber besonders auch an vielen Zuschriften von Bürgern, die sich mit Problemen an uns wenden. Das Vertrauen vor Ort in die AfD ist gewachsen. Dass etwas falsch gelaufen ist, kann ich so nicht bestätigen. Dennoch können wir als junge Partei immer noch hinzulernen, haben bislang auch schon viel lernen dürfen – und haben diese Lernprozesse in aktive politische Arbeit umgesetzt.

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