Gericht

Arnsberger begeht sieben Straftaten im Drogenrausch

Das Amtsgericht in Arnsberg.

Das Amtsgericht in Arnsberg.

Foto: Ted Jones

Arnsberg.  Der 28-Jährige legt ein Geständnis ab. Das Schöffengericht ordnet die Unterbringung in einer Entzugsanstalt an.

Sieben Straftaten, von Raub bis Sachbeschädigung, hatte ein 28-jähriger Arnsberger auf dem Kerbholz. Nun erhielt er vor dem Schöffengericht die Quittung - in Form einer Haftstrafe von einem Jahr und zehn Monaten. Zudem ordnete das Gericht die Unterbringung in einer Entziehungsanstalt an.

Die sieben von der Staatsanwaltschaft vor dem Schöffengericht angeklagten Straftaten hatte der Arnsberger, der dem Gericht aus einer Haftanstalt, wo er drei Jahre absitzen muss, vorgeführt wurde, in 2018 begangen. Folgende Vorwürfe standen im Raum:

Bekannten gewürgt, um an Geld für Drogen zu kommen

1. ein Raub, bei dem er einen Bekannten an der Mendener Straße in Neheim aufgesucht, ihn zu Boden gebracht und gewürgt hatte, um Geld beziehungsweise Gegenstände zur Finanzierung seiner Drogensucht zu ergattern; 2. und 3. stahl er in Geschäften Tabak, Zigaretten und Lebensmittel; 4. hatte ihn die Polizei mit Drogen erwischt sowie 5. , 6. und 7. hatte der 28-Jährige Leute geschlagen und eine Sachbeschädigung begangen.

Bei seiner Festnahme erlitt der Arnsberger einen Kollaps

Durch ein umfassendes Geständnis sah der Arnsberger aber eine Chance, mit einem glimpflichen Strafmaß davonzukommen. Er räumte alle Vorwürfe ein und entschuldigte sich bei den durch ihn geschädigten Personen für sein Verhalten.

Bei seiner Festnahme hatte der Mann übrigens einen Kollaps erlitten und wurde daher zunächst mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht, wo er in der Intensivstation behandelt werden musste. Er stand damals unter Drogen- und Alkoholeinfluss.

„Drogen und Alkohol bestimmen sein Leben“

Der eingeschaltete Sachverständige, ein Facharzt für Psychiatrie, bescheinigte dem Angeklagten eine erheblich verminderte Schuldfähigkeit.

„Drogen und Alkohol bestimmen sein Leben. Sein Leben ist dadurch aus den Fugen geraten. Nur eine langfristige Therapie kann ihm noch helfen“, argumentierte der Experte. Zudem hielt dieser eine Unterbringung in einer Entziehungsanstalt für angebracht.

Staatsanwalt beantragte zwei Jahre Haft

Was auch der Staatsanwalt beantragte - neben einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren, selbstverständlich ohne Bewährung.

Der Verteidiger des Arnsbergers plädierte dagegen für eine deutlich kürzere Haftstrafe. „Es reichen 14 Monate, denn man muss bedenken, dass mein Mandant bei allen Taten unter Drogeneinfluss stand und daher erheblich vermindert schuldfähig war.“

Gericht sieht Chance auf erfolgreichen Entzug

Das Gericht verurteilte den 28-Jährigen schließlich zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und 10 Monaten und ordnete die Unterbringung in einer Entziehungsanstalt an. „Um durch die Therapie zum Erfolg zu kommen, muss ihre Bereitschaft vorhanden sein. Diese scheint gegeben zu sein“, stellte der Vorsitzende Richter für den Angeklagten, der insgesamt noch vier Jahre absitzen muss, fest.

Bei einem Erfolg der Therapie wird die Reststrafe zur Bewährung erlassen. Das Urteil wurde sofort rechtskräftig, weil alle Parteien auf ein Rechtsmittel verzichteten.

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