Rettungsdienst

Die Rettungswache in Neheim steht auf der Kippe

Die Feuer- und Rettungswache in Neheim, „Alter Graben“: „Der bisherige Standort der Rettungswache Neheim wird für die Versorgung des Stadtgebietes Arnsberg als nicht zwingend notwendig angesehen“, meint der Gutachter.Foto:Martin Schwarz

Die Feuer- und Rettungswache in Neheim, „Alter Graben“: „Der bisherige Standort der Rettungswache Neheim wird für die Versorgung des Stadtgebietes Arnsberg als nicht zwingend notwendig angesehen“, meint der Gutachter.Foto:Martin Schwarz

Arnsberg/Hochsauerlandkreis.   Vom HSK in Auftrag gegebenes Gutachten zum Rettungsdienst empfiehlt künftig die zwei Versorgungs­bereiche Arnsberg und Neheim-Hüsten.

Wird es mittelfristig im Ortsteil Neheim keine Rettungswache mehr geben? Eine vom Hochsauerlandkreis in Auftrag gegebene gutachterliche Überprüfung der Rettungswachen- und Notarztstandorte im Hochsauerlandkreis lässt diesen Schluss zu: „Der bisherige Standort der Rettungswache Neheim wird seitens des Gutachters für die Versorgung des Stadtgebietes Arnsberg als nicht zwingend notwendig angesehen“, heißt es dort.

Gutachter aus Waldbronn

Weiterhin führt die Expertise der beauftragten „ORGAKOM Analyse + Beratung GmbH“ (Waldbronn) aus: „Hinsichtlich einer möglichen zukünftigen Aufteilung des Versorgungsbereichs Neheim-Hüsten ­stehen noch Gespräche aus. Ob der Standort der Rettungswache Neheim tatsächlich aufgegeben wird, ist noch nicht endgültig entschieden.“ Stichwort Versorgungsbereich: Für das Stadtgebiet Arnsberg empfiehlt der Gutachter künftig „die zwei Versorgungs­bereiche Arnsberg und Neheim-Hüsten“ (bisher sind es drei). Eine Neuordnung, die nicht zuletzt auf den aktuellen Entwicklungen im Stadtgebiet fußt: Die Stadt Arnsberg plant derzeit den Neubau der Rettungswache Arnsberg (Verlegung vom Marienhospital in die Ruhrstraße). Des Weiteren beabsichtigt die Firma Hagelstein eine Verlagerung ihrer Rettungswache in der Hüstener Hüttenstraße 14 an den Autobahnzubringer, in unmittelbarer Nachbarschaft der Polizeiwache (Bahnhofstraße 59). Derzeit werde ein Bauantrag ausgearbeitet, den es anschließend mit der Stadtverwaltung abzustimmen gelte, so Marcel Kaiser, geschäftsführender Gesellschafter des ­Rettungsdienstes, auf Anfrage.

Neben den Rettungswachen stehen auch die bestehenden Notarztstandorte im Hochsauerlandkreis auf dem Prüfstand. Die Gutachterfirma hat zu diesem Aspekt ebenfalls eine detaillierte Standortüberprüfung und Standortplanung durchgeführt; Zweck ist auch hier die „Sicherstellung der gesetzlich geforderten flächendeckenden Versorgung“. Für das Stadtgebiet Arnsberg empfiehlt „ORGAKOM“ eine Konzentration der bisherigen Notarztstandorte Arnsberg und Neheim in Hüsten. „Eine Abdeckung des gesamten Versorgungsbereiches wäre damit sichergestellt“, formuliert der Gutachter, schränkt allerdings ein: „Eine Verlagerung der derzeitigen Notarztstandorte Arnsberg und Neheim nach ­Hüsten ist frühestens nach Fertigstellung des vorgesehenen Wachenneubaus in Hüsten umsetzbar.“ Unter Berücksichtigung der weiteren Entwicklungen sollte auch hier vor einer endgültigen Standortverlegung in der Zwischenzeit eine nochmalige gutachterliche Überprüfung in Betracht gezogen werden, heißt es weiter.

Hilfsfrist weiter der „Knackpunkt“

Auslöser der gesamten Analyse ist die vom Kreistag im Oktober 2016 beschlossene „zweite Fortschreibung des Bedarfsplans für den Rettungsdienst des Hochsauerlandkreises“, bzw. im Anschluss daran erfolgte Auswirkungen bei der Umsetzung – denn es hakt:

„Im Ergebnis ist festzustellen, dass auch mit der vollzogenen Umsetzung des Bedarfsplans im HSK das Ziel, die Hilfsfrist von 12 Minuten in 90 Prozent der Fälle zu erreichen, weiterhin nicht erreicht werden kann“, ist einem Zwischenbericht (März 2018) zu entnehmen.

Weiter geht es wie folgt: Gutachter und ORGAKOM-Geschäftsführer Jens Petri stellt die Ergeb­nisse in der Sitzung des HSK-Gesundheits- und Sozialausschusses am 25. Juni vor. Die Endfassung seines Abschlussberichtes bildet die Grundlage der „dritten Fortschreibung des Rettungsdienstbedarfsplans“. Diese wiederum wird (nach Abschluss des Beteiligungsverfahrens) dem Kreistag während seiner Sitzung am 20. Dezember 2019 zur Beschlussfassung vorgelegt.

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