Bildung

Digitalisierung: Lehrer sitzen in Allendorf auf Schulbank

Silke Metzler, Juliane Specht und Katharina Springob haben beim IT-Workshop an der Grundschule Allendorf mächtig Spaß. Den Informatik-Biber haben sie für das Projekt auch schon verliehen bekommen.

Silke Metzler, Juliane Specht und Katharina Springob haben beim IT-Workshop an der Grundschule Allendorf mächtig Spaß. Den Informatik-Biber haben sie für das Projekt auch schon verliehen bekommen.

Foto: Frank Albrecht

Allendorf.  Gemeinsam büffeln Grundschullehrer in Allendorf für mehr Digitalisierung im Unterricht. Die Schule selbst gilt als Vorbild.

Das Bild hat schon etwas: Lehrerinnen und ein Lehrer sitzen auf viel zu kleinen Stühlen an den Tischen in einem Klassenraum der Grundschule Allendorf. Hier findet gerade ein IT-Workshop statt, für den die Lehrer an fünf Tagen in die Grundschule gekommen sind. Alles dreht sich um Fragen aus dem Bereich der Digitalisierung an Schulen – von Datenschutz bis zur Arbeit mit dem I-Pad.

„Dieser IT-Workshop ist speziell für die Lehrkräfte an Grundschulen konzipiert worden“, erklärt Bernd Nückel, Fachdienstleiter Schulaufsicht beim Kreis und verantwortlich im regionalen Bildungsnetzwerk. Für die Schulen in Arnsberg und Sundern, und später im November auch die Grundschulen aus Meschede und Olsberg habe man ein Programm zusammen gestellt, das eine Hilfestellung für den Einstieg in die digitale Bildung bieten wolle. „Es geht uns darum, dass die Teilnehmer am Workshop selber viel ausprobieren sollen, um die Anwendung im Unterricht zu nutzen“, so Nückel.

Grundlage für die Form der Schulung ist der „Medienkompetenzrahmen“ des Landes. Was sich so schwierig anhört, hat das Ziel, den Lehrkräften die Berührungsängste mit der Technik zu nehmen. Das Ausprobieren in den Workshops solle dann auch dazu dienen, die jeweils passende Technik für die Schule zu finden. „Wir wollen Fehlinvestitionen vermeiden“, beschreibt der Fachmann.

Schule gilt als Vorbild

Für das Angebot, an dem sich pro Grundschule zwei Teilnehmer melden konnten, habe man seitens des Kreises auch mit externen Dozenten gearbeitet. Als Medienberater speziell geschulte Lehrer, IT-Fachleute und der Datenschutzbeauftragte des HSK waren im Workshop gefragt. Bereits im Jahr 2017 war ein staatliches Rahmenprogramm zur Medienkompetenz auf dem Medientag in Olsberg erarbeitet worden. Ganz bewusst sei man damit auch in die Grundschulen gegangen, um Hemmschwellen abzubauen und den Nachholbedarf an IT-Bildung in diesem Schulzweig zu decken.

Die Grundschule Allendorf sei als Tagungsort ganz bewusst gewählt worden. Die Schule ist in Sachen moderner Medien weit vorne und hat auch Personal, dass sich besonders beim Thema interessiert zeigt. Katharina Springob ist Lehrerin an der Grundschule Allendorf und zugleich Medienbeauftragte. Die Idee, die Grundschule Allendorf zur digitalen Schule zu entwickeln, stamme aus dem Jahr 2018. Man habe ein allgemeines Konzept entwickelt und für die Grundschule überarbeitet, beschreibt Springob.

Das Engagement der Grundschule Allendorf ist bis nach Berlin gehört worden. In bester Erinnerung ist die Einladung bei der Staatsministerin für Digitalisierung Dorothee Bär in Berlin geblieben. Gemeinsam mit anderen Schulen aus ganz Deutschland gab es einen Austausch. Von dem ist vor allem der Wunsch nach Fortbildung hängen geblieben. So, wie es sie jetzt auf dem IT-Workshop gegeben hat.

Anregungen für den Unterricht

„Wir müssen was tun“, lautet für Katharina Springob die einfache Devise. Und damit ist sei bei ihrer Schulleiterin Dörthe van Berkel auf Zustimmung gestoßen – der Workshop in den Räumen der Schule nur ein Resultat davon. An jedem Tag habe es ein anderes Thema für die Teilnehmer gegeben, und von der richtigen Auswahl und Nutzung von Apps, über Aspekte des Datenschutzes und der persönlichen Medienkompetenz bis zur sinnvollen Arbeit mit dem I-Pad gab es für alle Teilnehmer Interessantes zu erfahren und natürlich auszuprobieren.

Im Rahmen einer Micro-Fortbildung gab es die Möglichkeit in kleinen Gruppen den Selbsttest im Umgang mit Apps Co. zu wagen. Die Erfolge des Workshops und die Ideen zur weiteren Digitalisierung sind dann am letzten Tag auch den Eltern vorgestellt worden. „Wir wollen unser Wissen dazu vor allem an die Kolleginnen und Kollegen weiter geben“, sagt Springob. Das Ziel der Aktion, das gemeinsame Weiterkommen auf dem Gebiet der Digitalisierung sei erreicht worden.

„Schließlich wollen wir ja nicht nur alleine als Leuchtturm strahlen“, sagt die Medienbeauftragte und lacht. Dass sie einen Teil der Möglichkeiten auch dem Engagement der Stadt Sundern zu verdanken haben, haben sie nicht vergessen. Quasi „just in time“ sind vor dem Workshop noch zwei neue White-Boards (Multimedia-Schultafeln) geliefert worden. Das Abschluss-Feedback hat eine gute Resonanz bei den Teilnehmern gegeben – eine große Mehrheit will künftig verstärkt mit dem I-Pad und seinen Möglichkeiten arbeiten.

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