Geschichte

„Dunkle Zeiten“: Chronik erinnert an Kriegsopfer aus Hachen

Übergabe der Chronik „Dunkle Zeiten in Hachen“ durch Stefan Hense (rechts) und Dirk Wevering (2. von rechts), Geschäftsführer der Druckerei Hölken, an die Vertreter des Arbeitskreises Dorfgeschichte vom Verein „Burgdorf Hachen“.

Übergabe der Chronik „Dunkle Zeiten in Hachen“ durch Stefan Hense (rechts) und Dirk Wevering (2. von rechts), Geschäftsführer der Druckerei Hölken, an die Vertreter des Arbeitskreises Dorfgeschichte vom Verein „Burgdorf Hachen“.

Foto: Matthias Schäfer

Hachen.  Hachener arbeiten einen Teil ihrer Dorfgeschichte auf und erzählen über dunkle Jahre und Schicksale einzelner Dorfbewohner.

Rechtzeitig sind sie fertig geworden: 1000 Chroniken über „Dunkle Zeiten in Hachen“ haben die Geschäftsführer der Druckerei Hölken, Dirk Wevering und Stefan Hense, an den Arbeitskreis Dorfgeschichte im Verein „Burgdorf Hachen“ übergeben.

Schon am Sonntag, 17. November 2019, können interessierte Hachener darin blättern, denn die Mitglieder des Arbeitskreises werden sie nach der Messe (Beginn um 9.30 Uhr) und der anschließenden Gefallenenehrung in der Kirche kostenlos abgeben: „Für die Durchführung weiterer Projekte des Arbeitskreises bitten wir aber um eine Spende“, sagt Arbeitskreis-Sprecher Josef Ricke. Sicherlich wird auch in der Rede zum Volkstrauertag, die diesmal Ortsvorsteherin Claudia Hachenei als Vertreterin des Freundeskreis Torfou, halten wird, davon berichtet werden.

Initialzündung vor zwei Jahren

Die Initialzündung zu der Aufarbeitung der dunklen Zeiten im Röhrtaldorf kam den Mitgliedern bei einer der ersten Sitzungen vor etwas über zwei Jahren: „Uns fiel auf, dass am Ehrenmal auf dem Burgberg nur ganz allgemein der Toten der beiden Weltkriege gedacht wird“, sagt Claudia Vellmer.

Das ist nun anders: Hinter jedem Namen wird das Leben des Toten deutlich, sein Beruf, seine Familie, aus der er gerissen wurde, und sein Bild. Dahinter steckt eine Menge akribischer Arbeit, die die sechs Mitglieder in den vergangenen Jahren geleistet haben.

Erschreckend auch, wie kurz einige der Toten nur im Krieg waren. Das Buch möchte, ebenso wie die Vorgänger, die unter der Regie der Kolpingsfamilie Hachen 1955 und 1980 entstanden sind, „nicht eine wissenschaftliche Abhandlung für den gelehrten Forscher sein, sondern zunächst für den Bürger, der an der Geschichte seiner Heimat interessiert ist“, schreiben die Herausgeber im Vorwort.

Zusatzinformationen über Ehrenmal

Festgehalten sind die Geschehnisse der beiden verheerenden Kriege und ihre Opfer. Zusatzinformationen gibt es über das Ehrenmal auf dem Burgberg, das am 3. August 1924 eingeweiht wurde sowie über den Neubau 1987. Gleichzeitig ziert auch eine Zeichnung von 1983 des verstorbenen Sunderner Künstlers Willi Wiegenstein das Titelbild.

Interessant für die jüngeren Jahrgänge ist sicherlich die Kriegsgeschichte, die der Enkhausener Josef Klauke, Jahrgang 1925, aus seiner Sicht geschrieben hat: Stationen sind die Bordfunkerschule Erfurt, Wieze in Belgien, Glasgow und Cumnock, Edinburgh, Dover und Antwerpen, von dort ging es aus der Gefangenschaft nach Arnsberg-Hammerweide. Die letzte Etappe absolvierte Klauke mit der Bahn nach Hüsten-Ost und über die Röhrtalbahn zum Bahnhof Hachen, von dort zu Fuß nach Enkhausen.

Traurige Aufgabe als Überbringer von Todesnachrichten

Traurig die Aufgabe, die der Hachener Dechant Augustinus Brechting als Überbringer der Todesnachrichten gefallener Hachener Jungs im Krieg hatte. Letztes direktes Kriegsopfer war der erst 18-jährige Franz-Josef Hilgenberg, der wenige Minuten vor Kriegsende auf dem Höhenzug Schnee zwischen Witten und Dortmund erschossen wurde.

Als Dokument ist auch die Todesnachricht des Pfarrers der Gemeinde Dortmund-Syburg abgedruckt. Dort war der Hachener zunächst auf dem Hof einer Bäckerei beigesetzt worden, sein Vater holte ihn dann im Juni 1945 nach Hachen zurück.

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