Heimatbesuch

„Echte Sauerländer“ führen Freunde in alte Heimat

Reise durch den Balkan.   

Reise durch den Balkan.   

Foto: privat

Arnsberg/Pristina.   Lulezim Callaku und Fadil Mazreku besuchen mit kleiner Gruppe aus Arnsberg Albanien, Kosovo und Nachbarländer

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Keine alltägliche Reise: Mitglieder und Freunde der SPD besuchten kürzlich in einer achtköpfigen Gruppe mit dem früheren stellvertretenden Arnsberger Bürgermeister Ewald Hille, dessen Frau Elisabeth, Ratsmitglied Gerd Stüttgen und seiner Frau Petra und natürlich den beiden Organisatoren Lulëzim Çallaku nebst Frau Xhane und Fadil Mazreku nebst Tochter Nora in einer einwöchigen Rundreise die noch junge Republik Kosovo, Albanien mit der Hauptstadt Tirana und dem Süden sowie Montenegro und Kroatien mit dem Höhepunkt der Weltkulturerbestadt Dubrovnik.

„Bei dieser sehr vielseitigen Tour erhielt die Gruppe Einblicke, die Touristen so üblicherweise nicht bekommen“, so Lulezim Callaku. Die Reise konzentrierte sich auf den zentralen Westteil des Balkans: Das war der Lebensraum der früh antiken Illyrer, denen Griechen, Römer, Slawen, Kreuzritter, Byzantiner, Venezianer und Osmanen folgten.

Die Organisatoren Lulëzim Çallaku und Fadil Mazreku leben schon seit über 25 Jahren in Deutschland. Lulëzim Çallaku kam als Baby 1992 mit seinen Eltern und seinen zwei Geschwistern als Flüchtling im damaligen Jugoslawienkrieg in die Bundesrepublik. Die in Müschede wohnhafte Familie ist voll integriert und besitzt sämtlichst die deutsche Staatsbürgerschaft. Seit 2009 gehört Lulëzim Çallaku, der in Bochum Deutsch und Geschichte auf Lehramt studiert und auch als Dolmetscher arbeitet, der SPD an, für die er in Arnsberg auch bei den vergangenen Kommunalwahlen kandidierte. Mittlerweile wohnt Lulëzim Çallaku mit seiner jungen Familie in Neheim.

Fadil Mazreku lebt mit Ehefrau und drei Kindern in Sundern. Die Familie verfügt heute über die deutsche Staatsbürgerschaft. Zwei Kinder studieren, eine Tochter besucht die gymnasiale Sparte des Berufs­kollegs. Seine Frau und er arbeiten in einem Industriebetrieb.

Das Programm mit der Flugverbindung Dortmund-Pristina hatte es in sich: Neben Kultur, Geschichte, Natur und Stadtführungen etwa durch Pristina, Prizren, Tirana und Dubrovnik sowie einer Kriegsgedenkstätte in Prekaz, einigen Küstenstädten, der Ruinenstadt Butrint unweit der griechischen Grenze und Budva und Ulqin in Montenegro. Auch Familienbesuche standen an.

„Auch wenn der Jugoslawienkrieg seit fast 20 Jahren beendet ist, sind vereinzelt immer noch Ressentiments spürbar“, so die Reiseteilnehmer, „das hat uns auch eindrucksvoll vor Augen geführt, wie wichtig offene Grenzen und Reisefreiheit in Europa sind“, so die Sauerländer.

Einig waren sich alle, dass der Balkan in seiner wirtschaftlichen Entwicklung noch einen langen und steinigen Weg vor sich hat. „In einem Punkt allerdings sind uns der Kosovo, Albanien, Montenegro und Kroatien immer noch ganz weit voraus“, so die Arnsberger. In jedem Café oder Restaurant ist kostenlose Internetnutzung selbstverständlich.

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