Tierisch

Geretteter Arnsberger Waschbär darf zurück in den Wald

Der Arnsberger Waschbär ist mittlerweile zurück im Wald. Wie dieser Artgenosse in der Zoom Erlebniswelt ist er sehr neugierig, clever und mit seinen Pfoten auch sehr geschickt.

Der Arnsberger Waschbär ist mittlerweile zurück im Wald. Wie dieser Artgenosse in der Zoom Erlebniswelt ist er sehr neugierig, clever und mit seinen Pfoten auch sehr geschickt.

Foto: Thomas Schmidtke

Arnsberg.   Die Arnsberger Feuerwehr muss einen Waschbären aus der Toilette befreien. Nach einer Nacht beim Tierarzt gibt es für ihn ein glückliches Ende.

Ein Waschbär hat sich in einem Haus an der Rumbecker Höhe jetzt in eine ausweglose Lage gebracht – er steckte in einer Toilette fest. Befreien konnte er sich selbst nicht mehr, dafür musste die Feuerwehr anrücken. Die Einsatzkräfte übergaben ihn danach an einen Tierarzt. Zunächst hieß es, der Waschbär habe eingeschläfert werden müssen.

Doch am folgenden Tag die gute Nachricht: Dem Tier geht es nach dem anfänglichen Schock wieder gut. Der Tierarzt konnte ihn über Nacht mit einer Infusion aufpäppeln, so dass das Tier am nächsten Tag schon wieder genüsslich fraß und zurück in den Wald entlassen werden konnte.

Die Rettung des Waschbären und die erste Fehlinformation über dessen Einschläferung lösten in den sozialen Medien sofort viele Reaktionen aus und die Beteiligten an der Rettungsaktion wollen nicht gerne öffentlich Stellung nehmen. Denn der aus Nordamerika eingewanderte Waschbär ist aus Sicht der einen der Räuber, der auch Nester hier geschützter Vogelarten plündert, die anderen argumentieren für den Einwanderer – es prallen unterschiedliche Vorstellungen von Tierschutz aufeinander.

Vierbeiner sind sehr geschickt

Über die rechtliche Situation klärt Martin Reuther, Pressesprecher des Hochsauerlandkreises, auf: „Waschbären gehören zu den invasiven Arten, eine Bejagung ist grundsätzlich möglich“, erklärt er. Allerdings gilt zwischen dem 1. März und dem 31. August eine Schonzeit.

In dieser Zeit dürfen laut Jagdrecht nur Jungtiere bejagt werden. Das Tier, das in der Arnsberger Toilette feststeckte, sei auf jeden Fall älter als ein Jahr gewesen, so Reuther.

Wie der Arnsberger Waschbär überhaupt in seine missliche Lage kommen konnte, ist unklar. Fest steht, dass die Tiere mit ihren Pfoten zum Beispiel auch Deckel von Mülltonnen öffnen können. Anwohner von Gegenden, die sehr stark von Waschbären besiedelt sind, haben sich deshalb teils schon angewöhnt, die Mülltonnen abzuschließen oder mit einem Gurt zu umspannen, damit sie nachts nicht von tierischen Besuchern ausgeräumt werden. Somit dürfte es einem Waschbären auch problemlos gelingen, Toilettendeckel anzuheben. „Die Tiere sind sehr clever“, so Reuther. „Sie klettern auch Dachrinnen hoch und steigen durch angekippte Fenster ein.“

Jagdpächter sind zuständig

Die jetzige Waschbären-Rettung wirft die Frage auf: Was ist zu tun, wenn man ein verletztes oder in Not geratenes Wildtier findet? Grundsätzlich sollten Finder den vor Ort zuständigen Jagdpächter informieren, erklärt Reuther. „Der Jagdpächter muss für das Einfangen sorgen und entscheidet, was weiter passiert.“ Die jeweiligen Kontakte seien über die Polizei oder das Ordnungsamt zu erfragen. Auch bei Wildunfällen zum Beispiel wird immer der jeweilige Jagdpächter informiert.

Förster raten beim Auffinden von Wildtieren im eigenen Garten oder Haus grundsätzlich, sie nicht in die Enge zu treiben. Denn dadurch steigt die Verletzungsgefahr, wenn sich ein Tier beim Fluchtversuch zum Beispiel panisch in einem Zaun verheddert. Außerdem sollten Finder Wildtiere grundsätzlich nicht anfüttern, denn Wildtiere sollen wild bleiben und sich nicht zu sehr an die Zivilisation gewöhnen.

Haus und Garten prüfen

Damit Marder, Waschbär und Co sich gar nicht erst dort hinkommen, wo sie aus Sicht der menschlichen Bewohner später zum Problem werden, wird zur Vorsorge geraten. Wer verhindern will, dass Wildtiere auf dem Dachboden oder im Schuppen Schäden anrichten, der sollte Haus und Garten auf Schlupflöcher und Klettermöglichkeiten überprüfen, die den Tieren einen einfachen Zugang ermöglichen.

Hier finden Sie weitere Nachrichten, Bilder und Videos aus Arnsberg.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben