Keine Umwandlung

Grundschule St. Michael bleibt katholische Bekenntnisschule

Die Grundschule St. Michael, die sich an der Neheimer Schulstraße befindet, wird im Volksmund - wegen der Backsteinfassade -  gern „Rote Schule“ genannt. Die heutige Grundschule war vor vielen Jahren  eine Volksschule. Das Schulgebäude war 1904 errichtet worden.

Die Grundschule St. Michael, die sich an der Neheimer Schulstraße befindet, wird im Volksmund - wegen der Backsteinfassade - gern „Rote Schule“ genannt. Die heutige Grundschule war vor vielen Jahren eine Volksschule. Das Schulgebäude war 1904 errichtet worden.

Foto: Martin Schwarz

Neheim.   Initiativ-Antrag von 100 Eltern scheitert. Bei Abstimmung wird nicht die erforderliche Anzahl von 136 elterlichern Ja-Stimmen erreicht.

Die Grundschule St. Michael bleibt eine städtische katholische Bekenntnisgrundschule und wird nicht in eine städtische Gemeinschaftsgrundschule umgewandelt. Dies ist das Ergebnis einer dreitägigen Abstimmung der Eltern in der Schule.

Befürwortern fehlen 31 Ja-Stimmen

Von 271 möglichen Elternstimmen hätte die absolute Mehrheit - also 136 Stimmen - für eine Umwandlung votieren müssen. Bei 155 abgegebenen Elternstimmen votierten aber nur 105 Eltern für eine Umwandlung und 50 dagegen. So fehlten den Befürwortern einer Umwandlung 31-Ja-Stimmen. Mit 100 Unterschriften hatten Eltern der Grundschule die Umwandlung in eine Gemeinschaftsgrundschule bei der Stadt Arnsberg beantragt.

Denn die Zeiten, in denen die ganz große Mehrheit der St.-Michael-Grundschüler einen römisch-katholischen Glauben hatte, sind schon lange vorbei. Von den heutigen 276 Schülern haben nur noch 36 Prozent oder 102 Schüler eine römisch-katholische Konfession. Fast gleich stark vertreten - mit 33 Prozent - ist der Islam: 93 muslimische Schüler besuchen die im Volksmund „Rote Schule“ genannte Grundschule (in Anlehnung an die rote Backsteinfassade). Hinzukommen 34 evangelische Schüler, 27 konfessionslose Kinder sowie 20 Jungen und Mädchen, die einer anderen Konfession angehören.

Der heutige Status als „städtische katholische Bekenntnisgrundschule“ spiegelt also gar nicht mehr die Schul-Realität wider, wenn man auf den Anteil katholischer Schüler blickt. „Selbst die Schüler, die katholischen Glaubens sind, gehören mit ihren Eltern nicht gerade zu den ausgeprägten Kirchgängern“, berichtet Schulleiterin Brigitte Bracht, die dabei auf Erfahrungen in Schulgottesdiensten verweist. „Manche katholische Kinder an unserer Schule wissen nicht, wie sie sich in der Kirche verhalten sollen“, so Brigitte Bracht.

Deutlicher Zeitenwandel in Schule St. Michael

Die Schulleiterin erinnert an längst vergangene Zeiten, als in großen Klassenstärken katholische Schulgottesdienste, abwechselnd in der St.-Michael- und in der St.-Johannes-Kirche, besucht wurden. Heute ist es so, das nur noch eine Minderheit von etwa drei bis fünf Schülern pro Klasse aus den drei Klassen der 3. und 4. Jahrgangsstufe den katholischen Gottesdienst besuchen. Für die anderen Schüler, die in der Schule verbleiben, muss die Schule eine Betreuung organisieren.

„Über eine Schulumwandlung wurde bei uns immer mal wieder diskutiert. Den aktuellen Impuls setzte die HSK-Schulrätin Annette Koschewski, weil ein Nachfolger oder eine Nachfolgerin für die Leitung der St.-Michael-Schule gefunden werden muss. Denn ich werde zum Ende des laufenden Schuljahres in den Ruhestand treten“, berichtet Bracht. Da es schwierig sei, Grundschulleitungsstellen zu besetzen und die Suche noch schwieriger werde, weil die neue Schulleiterin oder der neue Schulleiter katholisch sein müsse, regte die Schulrätin an, aus der Bekenntnisschule eine Gemeinschaftsgrundschule zu machen, was die Stellenbesetzung erleichtern würde.

Kontroverse Diskussion in Schulpflegschaft

In der Schulpflegschaft wurde das Thema kontrovers diskutiert. Es gab Befürworter und Gegner. Letztlich kamen aber 100 Unterschriften der Befürworter zusammen (deutlich mehr als die nötigen 10 Prozent der Elternstimmen für einen Antrag). So kam die Abstimmung in Gang, bei der letztlich die erforderliche Anzahl der Ja-Stimmen aber nicht erreicht wurde.

>> Gutes konfessionelles Miteinander

Schulleiterin Brigitte Bracht, betont, dass unter den Schülern und Eltern ein gutes konfessionelles Miteinander bestehe. An Schulveranstaltungen anlässlich christlicher Feste wie z. B. an einer Weihnachtsfeier nähmen Schüler quer durch alle Konfessionen teil.

Es sei nicht so, dass eine große Mehrheit von Muslimen die Umwandlung in eine Gemeinschaftsgrundschule gefordert hätte. Auch bei Muslimen - ähnlichen wie bei anderen Konfessionen - gebe es Befürworter und Gegner. So hatte Brigitte Bracht von muslimischen Eltern auch gehört, dass sie lieber eine katholische Bekenntnisschule hätten als eine Schule ganz ohne Gottesbekenntnis.

Brigitte Bracht war eine starke Wahlbeteiligung wichtig. Daher wurde am 3. Abstimmungstag nachmittags sogar ein schulisches Sommerfest mit Abstimmungsmöglichkeit veranstaltet.

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