Klinikum Hochsauerland

Hüstener Notfallzentrum auf dem Weg zur Baugenehmigung

Ein „Zentrum für Notfallmedizin“ (hinten im Modell zu sehen) soll am Hüstener Karolinen-Hospital gebaut werden.  Politiker berieten jetzt die dafür erforderliche Aufstellung eines neuen Bebauungsplans

Ein „Zentrum für Notfallmedizin“ (hinten im Modell zu sehen) soll am Hüstener Karolinen-Hospital gebaut werden. Politiker berieten jetzt die dafür erforderliche Aufstellung eines neuen Bebauungsplans

Foto: Martin Schwarz

Hüsten.  Politiker gehen einen weiteren planungsrechtlichen Schritt. Verwaltung prüft Fraktionsanträge, die Anwohner von Autoverkehr entlasten sollen.

Politiker aus dem Bezirksausausschuss Hüsten und dem Planungsausschuss machten in Sondersitzungen einen weiteren Schritt auf dem Weg zur Baugenehmigung für das geplante Zentrum für Notfallmedizin am Karolinen-Hospital. Im Rahmen der Aufstellung des neuen Bebauungsplans „Karolinen-Hospital Hüsten“ fassten beide politische Gremien einmütig den Beschluss, den Bebauungsplanentwurf öffentlich im Rathaus auszulegen.

Vom 23. August bis einschließlich 23. September 2019 können Bürger schriftlich zum Bebauungsplanentwurf Stellung nehmen. Sollten während dieser Auslegungszeit keine Bedenken geäußert werden, die eine weitere öffentliche Auslegung erforderlich machen, kann die Stadt dem Klinikum Hochsauerland Ende September eine Baugenehmigung erteilen. Nach § 33 Baugesetzbuch ist dies möglich, noch bevor die Politik einen Satzungsbeschluss für den Bebauungsplan fasst. Ein Satzungsbeschluss steht erst Ende 2019 auf der politischen Agenda.

„Wir können heute noch nicht genau sagen, wann der Baubeginn für das Notfallzentrum erfolgt. Wir warten auf die Entscheidung des Landes NRW, ob Fördermittel fließen“, sagt Klinikum-Geschäftsführer Werner Kemper. Nach den Planungen des Klinikums soll das rund 70 Millionen Euro teure Notfallzentrum möglichst Mitte 2022 fertiggestellt sein.

Während sowohl viele Anwohner des Karolinen-Hospitals als auch Politiker die Neubauinvestition als wichtigen zentralen Baustein für die künftige medizinische Versorgung sehen und begrüßen, gibt es auf Seiten vieler Anwohner aber auch Kritik an der zu erwartenden zunehmenden Verkehrsbelastung. Denn durch das Notfallzentrum steigt die Bettenzahl in Hüsten von 250 auf 450. Es werden mehr Mitarbeiter und mehr Patientenbesucher zur „Karoline“ fahren.

Die Fraktionen von SPD und Grünen hatten in separaten Schreiben beantragt, außerhalb der Kirmeszeit auf dem Hüstener Kirmesplatz einen Mitarbeiterparkplatz einzurichten, um so den Verkehr an der Karoline zu reduzieren. Ferner hatten die Grünen beantragt, sämtliche Parkplatzflächen direkt am Hospital als Kurzzeitparkplätze einzurichten und zu bewirtschaften. Anwohner sollen mit Anwohnerausweis eine freie Parkmöglichkeit haben. Umliegende Straßen sollen weitgehend als Anwohnerparkflächen gekennzeichnet werden. Die SPD beantraget ferner einen verbesserten Zeittakt für die Linienbusanbindung.

Auch die CDU hatte sich für ein verbessertes Verkehrskonzept eingesetzt. Über die Anträge wurde in den Ausschüssen noch nicht entschieden, sondern sie sind nun Prüfaufträge an die Verwaltung. Hierzu sagt Bau- und Planungsdezernent Thomas Vielhaber: „Wir werden die Vorschläge im Gespräch mit dem Klinikum prüfen. Es kommt dabei auf ein Gesamtpaket an. Auch verstärkter Einsatz von E-Bikes und Autofahrgemeinschaften sind zu prüfen.“

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