Arnsberg

Im Gewerbegebiet „Zu den Werkstätten“ muss mehr passieren

Zustand Februar 2020

Zustand Februar 2020

Foto: Wolfgang Becker

Arnsberg.  Bezirksausschuss-Vorsitzende Marie-Theres Schennen sieht hinter dem Arnsberger Bahnhof dringend Handlungsbedarf. Aber auch an anderen Stellen.

Mit der Sitzung des Bezirksausschusses am kommenden Montag, 17. Februar, wird das politische Geschehen vor Ort in Arnsberg nach der Pause zum Jahreswechsel wieder Fahrt aufnehmen.

Neben den anstehenden Beratungen über den Planentwurf für den städtischen Haushalt 2021 werden in diesem Jahr unter anderen das Gewerbegebiet „Zu den Werkstätten“ und die Gestaltung des Europaplatzes eine besondere Rolle spielen. Dies ergab eine Nachfrage bei der Ausschuss-Vorsitzenden Marie-Theres Schennen.

Marie-Theres Schennen: „Wir müssen bei dem Thema mehr Druck machen“

„Wir müssen endlich das Gewerbegebiet hinter dem Bahnhof auf die Reihe bekommen,“ gibt Schennen die Marschrichtung vor. Denn diesem Areal beziehungsweise dessen Entwicklung komme eine wichtige Bedeutung für Arnsberg zu. „Ich denke, dass wir deshalb jetzt bei diesem Thema mehr Druck machen müssen, weil man so langsam das Gefühl hat, dass das Ganze irgendwie einschläft.“

Die aktuelle Situation jedenfalls, so Marie-Theres Schennen, sei für alle Beteiligten sehr unbefriedigend. Schließlich habe man in Aufbau und Aufwertung des großen Areals viel Geld investiert. Zwar gebe sich die für die Vermarktung des Gewerbegebietes zuständige Wirtschaftsförderung der Stadt alle Mühe, doch es müsse langsam etwas Greifbares herauskommen.

Stadt: Voraussetzung für die Nutzung ist der fertige Ausbau der Straße

Denn ihren Kenntnissen nach, erklärt die Ausschuss-Vorsitzende, gebe es wohl einige kleinere Betriebe, die - derzeit noch innenstadtnah - an einer Ansiedlung in dem neu ausgerichteten Gewerbegebiet mit schneller Anbindung auch an die Autobahn durchaus Interesse bekundet hätten.

Was übrigens die Stadt auf Nachfrage unserer Zeitung im Grunde bestätigt. Verwaltungssprecherin Stephanie Schnura: „Interessenten für die vorderen Grundstücke sind vorhanden, aber Voraussetzung für die Nutzung der Grundstücke ist der fertige Ausbau der Straße. Daher ist der aktuelle Stand, dass der Verkauf dann ansteht, wenn die Straße vollständig gebaut ist.“

Mittel für den zweiten Bauabschnitt des Gewerbegebietes im Haushalt eingestellt

Doch genau für den Straßenbau kann die Verwaltung noch keinen konkreten Zeitplan vorlegen. Zwar seien die dafür erforderlichen Grunderwerbe inzwischen unter Dach und Fach, doch nun ständen erst einmal die exakten Planungen an. „Und auch die Ausschreibungen der Arbeiten sind eine Größe, die nicht so einfach einzuordnen ist.“

Aber immerhin: Für den zweiten Bauabschnitt zur Neuaufstellung des Gewerbegebietes sind bereits 858.000 Euro als Ansatz im Haushalt vorgesehen.

Schennen sieht auch in Sachen „Europaplatz“ Handlungsbedarf

Ein weiteres bedeutsames Thema für Schennen ist die Gestaltung des in die Jahre gekommenen Europaplatzes, der nach Auffassung der langjährigen und versierten Kommunalpolitikerin dringend anschaulich aufzuwerten sei.

„Denn wir müssen schließlich anerkennen, dass dort viel Geld in die Sanierung des Brückencenters investiert worden ist und die Stadt hat seinerzeit dem Investor die bessere Gestaltung des Platzes zugesichert.“

Umsetzung frühestens in 2021

Doch die Umsetzung wird vermutlich frühestens erst in 2021 erfolgen können. Weil die entsprechenden Mittel erst im Entwurf für den Haushalt 2021 stehen würden, so Schennen.

Was auch Stadtplanerin Dr. Birgitta Plass bestätigt. Diese Gelder seien zunächst für die Vergabe eines Planungsauftrages für die Gestaltung des Europaplatzes bestimmt. „Damit wir sehen, was dort möglich ist.“

Aufwertung des Europaplatzes ist Teil des Integrierten Handlungskonzeptes

Und erst dann, wenn konkrete Pläne auf dem Tisch liegen würden, könne man die für die Realisierung der Neugestaltung notwendigen Mittel anfordern. Auch Fördergelder. „Weil die Aufwertung des Europaplatzes,“ erklärt Plass, „Teil des Integrierten Handlungskonzeptes für die Altstadt ist und damit auch Teil des Förderprogramms.“

Am Rande: Auf das direkt am Europaplatz seit einem illegalen nächtlichen Hausabriss vor rund 20 Jahren brachliegende und immer unansehnlicher werdende Grundstück hat die Stadt dagegen keinerlei Zugriff: Privatbesitz.

„Wir benötigen dringend eine neue Parkeinrichtung im Altstadt-Bereich“

Doch Marie-Theres Schennen listet noch weitere Problempunkte auf, die einer zügigen Lösung bedürften: „Wir benötigen dringend eine neue Parkeinrichtung im Altstadt-Bereich.“

Nicht nur vor dem Hintergrund der publikumswirksamen Sonderausstellungen im Sauerland-Museum. Auch die Altstadt-Anwohner, so die Ausschuss-Vorsitzende, hätten schließlich Besucher, „die ihre Fahrzeuge irgendwo abstellen müssen. Vielleicht sollte man daher die alte Idee wieder beleben, auf dem Gelände von ,Schulten Tanker’ eine Parkmöglichkeit zu schaffen.“

Wohnmobilstellplatz und Ex-Segelfluggelände nicht aus den Augen verlieren

„Endlich in die Pötte kommen“ müsse man darüber hinaus bei der Schaffung eines angemessenen Wohnmobilstellplatzes mit sanitären Anlagen. Ein Vorbild könnten da die Niederlande sein, wo vielfach für Toilette, Dusche und Frischwasserversorgung Container herhalten würden. Was gut funktioniere.

Und Sorge tragen gelte es zudem, dass es bei der Neunutzung des ehemaligen Segelfluggeländes im Alten Feld schnell weitergehe und dass die Clemens-August-Straße im Abschnitt Seißenschmidt- bis Henzestraße wie vorgesehen in 2021 saniert werde. „Das müssen wir im Auge behalten, dies ist wichtig, weil dann das gesamte Karree ein stimmiges Bild abgegeben wird.“

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