Hygiene-Programm

In Hüstener Kreuzkirche endet Gottesdienstpause wegen Corona

Pfarrer Reinhard Weiß und Pfarrerin Ulrike Rüter (auf der Treppe der Hüstener Kreuzkirche sitzend) haben sich zusammen mit dem Presbyterium Ablauf und Organisation des ersten Gottesdienstes nach Corona-Lockdown genau überlegt

Pfarrer Reinhard Weiß und Pfarrerin Ulrike Rüter (auf der Treppe der Hüstener Kreuzkirche sitzend) haben sich zusammen mit dem Presbyterium Ablauf und Organisation des ersten Gottesdienstes nach Corona-Lockdown genau überlegt

Foto: Frank Albrecht

Hüsten.  Nach der Corona-Pause wird am Sonntag, 24. Mai, um 9.30 Uhr der erste Gottesdienst in der Hüstener Kreuzkirche gehalten.

Einige Wochen ohne Gottesdienste vor versammelter Gemeinde liegen bislang auch hinter der Evangelischen Kirchengemeinde Hüsten. Die Gemeinde will zu etwas mehr kirchlicher Normalität zurückkehren. Am Sonntag, 24. Mai, soll endlich wieder mit einigen Mitgliedern der Gemeinde in Hüsten gefeiert werden können. Voraussetzung für ein Gelingen sollen die Eckpunkte der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) zum Umgang mit der neuen Situation und der praktische Einsatz des Presbyteriums sein. An einem Samstag hat man jetzt schon mal überlegt und probiert. Das Schutz-Konzept wurde genehmigt. Klar ist auf jeden Fall: Es werden weniger Menschen einen Platz finden.

Individuelle Lösung

Die Presbyter der Evangelischen Kirchengemeinde Hüsten haben sich vor ihre Kirche auf dem Mühlenberg gestellt, eifrig wird diskutiert und überlegt. Wochenlang hatte es keinen Gottesdienst mit der Gemeinde zusammen gegeben, jetzt sind die Erwartungen groß, dass es wieder klappen kann. Die EKD hat ein Konzept vorgegeben, dass in den Gemeinden Deutschlands zum Tragen kommen soll, aber jedes Gotteshaus ist anders und macht die Umsetzung zu einer individuellen Herausforderung. Aber die wollen Pfarrerin Ulrike Rüter und Pfarrer Reinhard Weiß mit ihrem Team angehen.

Der Kirchengemeinde in Hüsten geht es mit der Umsetzung der Regeln zum Schutz vor einer Ausbreitung der Corona-Infektion so wie anderen Veranstaltern auch: Kurz gesagt – Mund-Nasen-Masken, Desinfektion, Adressenmanagement und Abstandsregel. Die Parameter sind seit Wochen bekannt und werden den Menschen förmlich eingetrichtert. Aber wie verträgt sich das mit der Würde eines Gottesdienstes? „Auf keinen Fall mit Flatterband“, sagt Pfarrer Reinhard Weiß mit einem ernst gemeinten Zwinkern in den Augen. Wenn endlich wieder Gottesdienst mit und vor Menschen gefeiert werden könne, dann aber auch in gebotener Form und Umgebung.

So sind in der Kreuzkirche auf dem Mühlenberg alle möglichen Plätze für die Besucher schon gekennzeichnet, jede zweite Bank bleibt frei. Und dann werden die Besucher auch noch versetzt platziert, alles, um den Mindestabstand einzuhalten. Je nach Wetterlage werden die Gottesdienstbesucher vor der Kirche empfangen und ihre Namen und Adressen notiert, wichtig für die Nachverfolgung im Falle eines Falles.

Hände-Desinfektion

Händedesinfektion im Eingangsbereich, Gesichtsmasken für diejenigen, die ihre eigene Vergessen haben, dazu noch Infoblätter zum richtigen Auf- und Absetzen. Quasi eine eigene Choreografie hat man für den Ein- und Ausgang in die Kirche geschrieben. Es gibt nur einen Eingang, und so werden erst alle von vorn nach hinten platziert und am Ende von hinten nach vorne wieder aus dem Gotteshaus verabschiedet.

Küster Edwin Kurz und Hausmeisterin Jolanta Bystron haben schon viel überlegt. Probesitzen und -hören sind wichtig. Schließlich sollen auch die Besucher in den letzten Reihen alles mitbekommen, wenn sie wieder persönlich am Gottesdienst in der Kirche teilnehmen dürfen. „Die Anzahl der Besucher ist ungewiss“, sagt Pfarrer Weiß. Die Plätze sind begrenzt und wegschicken möchte man niemanden. Und weil die Organisation eines Gottesdienstes in Corona-Zeiten den Besuchern einiges abverlangt, werden Presbyter bei der Orientierung helfen. „Es wird auf jeden Fall ganz anders sein“, sagt Pfarrerin Ulrike Rüter.

Kein Posaunenchor

Der Posaunenchor spielt nicht, kein Singen in der Kirche. Statt der Gesangbücher werden Zettel an jeden Besucherplatz verteilt, die danach vernichtet werden. Auch auf Berührungen wie einen Händedruck zur Begrüßung oder beim Friedensgruß muss verzichtet werden. Und auch noch das: Die Feier des Abendmahls wird ausgesetzt.

Aber trotzdem freuen sich alle, dass ein Gottesdienst in der eigenen Kirche wieder stattfinden kann. Wenn das Wetter mitspielt, will die Gemeinde spätestens zu Pfingsten Plan B umsetzen und möglichst viele Gottesdienste im Freien vor der Kirche feiern. Längst schon wurde beim Treffen auch ausprobiert, wo Altar und Klavier draußen stehen können und die Stühle vor dem Eingang auf Abstand gestellt werden.

Open-Air-Gottesdienste

„Wann immer es möglich ist, wollen wir die Gottesdienste möglichst draußen feiern“, sagt Pfarrer Reinhard Weiß. Am kommenden Sonntag soll es auf jeden Fall erst mal einen Testlauf für Pfingsten geben. Dann könnte der Andrang zu den Gottesdiensten größer werden und man will vorbereitet sein.

Kleinigkeiten lassen sich im praktischen Test noch anpassen. Schließlich soll kein Besucher durch den Gottesdienst ein gesundheitliches Risiko eingehen. Gemeinsam will man dem Himmel so wieder etwas näher kommen.

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