Firmenübernahme

Japaner wollen ins Bruchhausener Interprint-Werk investieren

Die Firmenzentrale von Interprint in Arnsberg-Bruchhausen

Die Firmenzentrale von Interprint in Arnsberg-Bruchhausen

Foto: Interprint

Zwei Japaner des Toppan-Konzerns, der Interprint übernimmt, kündigten Investitionen ins Bruchhausener Werk an.

Zwei führende Vertreter des Toppan-Konzerns, der Interprint übernimmt, kündigten am Montagmorgen im Gespräch mit dem Betriebsrat an, dass Toppan ins Bruchhausener Werk investieren werde. „Auf diese Investitionsankündigung wurde von der Interprint-Geschäftsleitung in einer Belegschaftsversammlung am Montagmittag auch verwiesen“, berichtet der Betriebsratsvorsitzende fürs Bruchhausener Werk, Frank Reuther, und fügt an: „Der Erwerb durch Toppan ist für Interprint eine Riesenchance. Das Bruchhausener Werk wird weiter wachsen. Wie sich Synergie-Effekte in Bruchhausen auswirken werden, muss man abwarten.“

Die heimische Familie Wrede hat ihr Dekordruck-Unternehmen Interprint mit Sitz in Arnsberg-Bruchhausen und sieben weiteren Produktionswerken im Ausland komplett an den japanischen Industrie-Konzern Toppan verkauft. Die Toppan-Muttergesellschaft „Toppan Printing Co, Ltd“ hat 100 Prozent der Gesellschafteranteile an der Interprint GmbH erworben. So wird Interprint zu Toppans neuer Tochtergesellschaft. Ein entsprechender Kaufvertrag wurde unterzeichnet, zum Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Mit dem Vollzug der Transaktion wird bis Ende 2019 gerechnet, da die Zustimmung der Kartellbehörden noch aussteht.

Der Familie Wrede fehlte ein Nachfolger

Die Familie Wrede hatte sich zum Verkauf von Interprint entschlossen, weil aus der nächsten Generation der Familie Wrede ein Nachfolger für die Unternehmensführung fehlte. Stiftungsvorstand Thomas Wrede hatte bereits im Dezember 2018 den geplanten Verkauf angekündigt.

„Für das profitabel arbeitende Unternehmen Interprint, das weltweit Innovationsführer in der Branche ist und somit für die Zukunft hervorragend aufgestellt ist, bekundeten zahlreiche Unternehmen ihr Kaufinteresse. Den Zuschlag erhielt nicht das Unternehmen mit dem höchsten Kaufpreisgebot, sondern das Unternehmen, mit dem sich Interprint in Zukunft am besten weiterentwickeln kann - und das war eben Toppan“, berichtet im Gespräch mit unserer Zeitung Michael Sindram, Geschäftsführer der in Neheim ansässigen Wrede-Industrieholding.

Wrede hat auch Unternehmen Keeeper verkauft

Die Wrede Industrieholding ist die Dachgesellschaft der beiden zur Wrede-Gruppe gehörenden Wrede-Unternehmen Interprint und Keeeper. Das in Stemwede bei Osnabrück ansässige Unternehmen Keeeper, das Haushaltsartikel aus Kunststoff herstellt, hatte Wrede bereits Ende Mai 2019 an die in München ansässige Beteiligungsgesellschaft Mutares AG zu 100 Prozent veräußert. Mit dem Vollzug beider Firmenverkäufe kann dann die Wrede Industrieholding in absehbarer Zeit aufgelöst werden.

Von dem Interprint-Verkauf sind weltweit rund 1300 Mitarbeiter, davon rund 400 Beschäftigte (inklusive Auszubildende) in Bruchhausen, betroffen. „Für Interprint ergeben sich verheißungsvolle Zukunftsperspektiven“, betont Michael Sindram. Denn Toppan werde alle Dekordruckaktivitäten außerhalb von Japan auf der Interprint-Plattform bündeln, denn Toppan verbinde mit dem Erwerb von Interprint eine deutliche Erweiterung ihres bisherigen Dekordruck-Geschäftsfeldes. „Beim Verkauf an Toppan wurde auch ausdrücklich vereinbart, dass das Werk in Arnsberg-Bruchhausen weiterhin Stammsitz von Interprint bleibt“, berichtet Sindram weiter.

Toppan bringt Know-how bei Dekordruck auf diversen Materialien abseits von Papier ein, während Interprint bei Dekordruck auf Papier weltweit stark vertreten ist. Durch den Interprint-Erwerb hat Toppan einen starken Markteinstieg im Dekordruckbereich europa- und weltweit erzielt. Einen wichtigen Schritt hierzu machte Toppan bereits mit der 2017 abgeschlossenen Übernahme von Decotec Printing (Spanien).

siehe auch:

https://www.wp.de/staedte/arnsberg/interprint-soll-verkauft-werden-id215940959.html

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