Heimatcheck

Keine Pauschalkritik an Arnsberger Entscheidern

Wahlurne: Hier haben die Bürger die Chance, über ihre Entscheider abzustimmen.

Wahlurne: Hier haben die Bürger die Chance, über ihre Entscheider abzustimmen.

Foto: WP

Arnsberg.  Im Heimatcheck unserer Zeitung stellen die Bürger der Arnsberger Kommunalpolitik und Verwaltung ein sehr ordentliches Zeugnis aus.

Die Arnsberger Kommunalpolitik, die Verwaltung und das Zusammenspiel von beiden wird von den Bürgern im „Heimatcheck“ unserer Zeitung im Vergleich zu den anderen größeren Städten überdurchschnittlich gut bewertet. Mit einer Note von 2,69 liegen die Arnsberger damit besser als Brilon (2,77), Meschede (2,72), Olpe (2,95) und Hagen (3,65) und um Längen vor Menden (3,57) und der Nachbarstadt Sundern (3,86).

Auch die Detailzahlen sprechen für sich: Bewerten 50,2 Prozent der 875 Umfrageteilnehmer in Arnsberg die Arbeit der Verwaltung und Kommunalpolitik als sehr gut oder gut, so ordnen in Sundern 34,8 Prozent die „Entscheider“ in die Kategorie mangelhaft und ungenügend ein.

Krisenmanagement in Coronazeit

Vielleicht hat auch die Coronakrise die Bewertung in Arnsberg noch einmal gehoben. „Trotz Coronakrise ist in Arnsberg alles wohlgeordnet organisiert!“, bedankt sich ein Nutzer im offenen Antwortfeld der Umfrage. Tatsächlich hat der Arnsberger Krisenstab ziemlich konfliktfrei gearbeitet - und auch die Politik hat sich zurückgehalten und wollte aus der Krise keinen Profit schlagen. Auch in den Kommentaren fallen so gut wie keine grundsätzlich negativen Worte über Politik und Verwaltung in Arnsberg. Kritik gibt es natürlich, doch werden diese von den Bürgern an konkreten Punkten festgemacht und nicht in Generalverurteilungen der politisch Handelnden.

„Wir sind vor drei Jahren nach Arnsberg gezogen. Uns gefällt es hier“, so ein Umfrageteilnehmer, „wir haben auch das Gefühl, dass der Bürgermeister und die gesamte Verwaltung sich sehr um die Belange der Bürger kümmern.“

Kritik auf der Sachebene

Natürlich gibt es auch Kritik: „Wenn man sieht wie Mitarbeiter der Stadt die Löcher in der Straße flicken, schaut man besser nicht hin!“, ist da noch eine der schärfsten Formen.

„Der Bereich Steinweg/Alter Markt ist seit über 20 Jahren infolge politischer Fehlentscheidungen weder gewerbe- noch bürgerfreundlich, geschweige denn kinderfreundlich“, so eine Stimme. Anlieger und Gewerbetreibende hätten über die vielen Jahre immer wieder Verbesserungsvorschläge gemacht. „Kommunalpolitiker und Verwaltung der Stadt Arnsberg haben diesbezüglich taube Ohren trotz der Hinweise aus Fachgutachten, die unseren Vorschlägen weitestgehend entsprechen“, heißt es weiter.

Ansonsten geht es um spezielle Themen wie Müll und Sicherheit. „Es gibt leider viele unsaubere Ecken, weil viel zu wenig städtische Mitarbeiter“, sagt ein Heimatcheck-Teilnehmer. Andere nehmen da aber auch die Verwaltung in Schutz. „In puncto Sauberkeit geben die städtischen Mitarbeiter alles. Öffentliche Plätze und Wege sind nach der Säuberung schnell wieder vermüllt und öffentliche Mülleimer werden sogar als Hausmüllentsorgung benutzt“.

Facebook-Sprechstunde von Bittner

Die Politik findet neue Wege zum Bürger - nicht zuletzt durch die Coronakrise entstand eine ganz neue Art der Nähe in der Distanz. Die Digitalisierung der Bürgerbeteiligung machte einen Quantensprung.

Mittwoch, kurz nach 19 Uhr. Bürgermeister Ralf Bittner in Arnsberg bittet zur Facebook-Sprechstunde. Sein Live-Video-Post erfährt an diesem Abend 2100 Aufrufe. Er sammelt 148 Likes. Zahlreiche Kommentare bringen nach einer kurzen Einführung Bürgerthemen auf die Tagesordnung. Da wird nach dem Radweg zwischen Hachen und Müschede gefragt, da werden auch persönliche Dinge vorgebracht, es geht um weitere Lockerungen von Besuchsbeschränkungen in Altenheimen, dem Start des Kitabetriebes und des Kinderturnens nach der Coronapause oder Verkehrsproblemen zum Beispiel bei der Ausfahrt vom Netto-Parkplatz in Rumbeck auf die Hauptstraße. Zwischen 100 und 300 Teilnehmer sind dabei. Der Neheimer Achim Benke ist begeistert vom Angebot. „Bittner kann nicht alles sofort beantworten, aber man bekommt die Antworten nachgereicht“, sagt er. Der Arnsberger Ansgar Pippel ergänzt: „Der Bürgermeister kann so die Nöte der Menschen erfahren und - wenn es ihm möglich ist - Abhilfe schaffen“.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben