Urteil

Lautstarker Beziehungsstreit in Hüsten ist Fall vor Gericht

Unter Alkoholeinfluss eskaliert der häusliche Streit in Hüsten.

Unter Alkoholeinfluss eskaliert der häusliche Streit in Hüsten.

Foto: Christin Klose / dpa

Hüsten.  Nachbarn rufen wegen eines Beziehungsstreits die Polizei. Danach schlägt und beleidigt eine betrunkene Hüstenerin die Beamten.

Es ist immer wieder das gleiche Szenario: Eine 40-jährige Frau aus Hüsten hat oft Streit mit ihrem Lebensgefährten, steht dann stets unter Alkoholeinwirkung, ist laut und aggressiv. Die Frau ist polizeibekannt, mehrfach einschlägig vorbestraft.

Sie war jetzt aufs Neue wegen Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte, wegen eines tätlichen Angriffs auf diese, Beleidigung und versuchter Körperverletzung vor dem Amtsgericht angeklagt. Begangen hatte sie die Taten im Zustand erheblich verminderter Schuldfähigkeit.

Hüstenerin wehrt sich gegen ihre Festnahme

Von Nachbarn war die Polizei in zwei Fällen (März und Juni) gerufen worden, weil sie den Lärm des streitenden Paares beendet wissen wollten. Zwischen der Angeklagten und ihrem Freund flogen wieder einmal die Fetzen, auch noch als die Polizei eintraf. Weil die Angeklagte, die unter erheblicher Alkoholeinwirkung stand, nicht zu beruhigen war, erteilten ihr die Beamten zunächst einen Platzverweis. Sie dachte aber gar nicht daran, ihn zu befolgen.

Bei der anschließenden Festnahme, um sie ins Gewahrsam zu nehmen, widersetzte sie sich den polizeilichen Maßnahmen, trat und schlug mit den Fäusten nach den Polizisten und beleidigte sie. Diese Vorwürfe des Staatsanwaltes räumte die 40-Jährige ein, wollte sich aber nicht mehr genau an die Vorfälle erinnern können. Sie gab zu, alkoholabhängig zu sein.

Ihr Bewährungshelfer berichtete, dass seine Klientin eine unbedingt notwendige Drogenberatung mehrfach ignoriert habe. Sie könne alles allein kontrollieren. Es fehle ihr jedoch an jeglicher Motivation, etwas an ihrer Situation zu ändern.

Bewährungshelfer der Frau sagt aus

„Auf Grund der ständigen lautstarken Streitigkeiten mit ihrem Freund ist sie kurz davor, ihre Wohnung zu verlieren“, so der Bewährungshelfer. „Die Angeklagte ist eine Bewährungsversagerin mit hoher Rückfallgeschwindigkeit, der keine positive Sozialprognose gestellt werden kann“, argumentierte der Staatsanwalt.

Sie solle für acht Monate in Haft. Eine Bewährungsstrafe könne man ihr nur zubilligen, wenn sie eine Therapieauflage erhalte und gewillt sei, diese anzutreten und durchzustehen. „Sie muss dann in eine geschlossene Abteilung“, stellte der Staatsanwalt seinen Antrag.

Entzug und Suchttherapie

Die Hüstenerin wurde sodann entsprechend der Anklagepunkte zu einer Freiheitsstrafe von acht Monaten verurteilt. Grundsätzlich sei eine Bewährung nicht möglich, nur wenn die Angeklagte gewillt ist, die Auflage einer Entziehungs- und anschließender Suchttherapie zu erfüllen, könne man noch einmal eine Bewährungsstrafe aussprechen.

Die alkoholkranke Frau sagte zu, die Auflage erfüllen zu wollen. Der Vorsitzende machte der Frau klar, dass sie bei einem Abbruch der Maßnahmen die Freiheitsstrafe von acht Monaten und die aus dem letzten Urteil verhängte Strafe von sieben Monaten absitzen müsste.

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