Initiative auf Facebook

„Mamitreff Neheim“ als Plattform junger Mütter

Mamitreff Neheim: Anna Stilma (rechts) gründete die Facebook-Gruppe.

Mamitreff Neheim: Anna Stilma (rechts) gründete die Facebook-Gruppe.

Foto: Martin Haselhorst

Neheim.  Auf Facebook eröffnete Anna Stilma die Gruppe „Mamitreff Neheim“. Damit traf sie den Nerv und erlebt großen Zulauf.

Eine Frau, ein Problem und eine Idee: Anna Stilma aus Neheim trägt ihr Glück auf Händen. Ihr sieben Monate alter Sohn Aiden hält die 31-Jährige mächtig auf Trab. Und doch fehlte was: Die Rechtsanwältin fühlte sich in ihrer neuen Mutterrolle sozial nicht so recht angedockt. Kurzerhand gründete sie die Facebook-Gruppe Mamitreff Neheim und stieß auf große Resonanz. „Offenbar habe ich da einen Nerv getroffen“, erzählt sie.

Große Resonanz

Aktuell ist sie in Elternzeit. „Da mein noch kinderloser Freundeskreis zwangsläufig einen ganz anderen Tagesablauf hat, musste ich meine täglichen Spaziergänge mit dem Kleinen und andere Unternehmungen stets alleine machen“, erzählt sie, „auch in diversen Babykursen ging es leider über den üblichen Smalltalk mit anderen Müttern nicht hinaus.“ Als sie dann die Facebookgruppe vor wenigen Wochen gründete, hoffte sie „eine Handvoll Mütter zu finden, die vielleicht gerne zusammen spazieren gehen oder sich treffen möchten“. Aus der „Handvoll“ wurde in Windeseile ein Netzwerk. Am ersten Tag traten 45 Frauen der Gruppe bei, jetzt sind es schon fast 60.

Anlaufstelle für Mütter

Der Bedarf nach Austausch ist offenbar groß. „Die anderen Mütter schilderten mir genau die gleichen Probleme, nämlich dass man sich zum Teil zu Hause isoliert fühlt und das kinderlose Umfeld auch nicht die ganze Zeit mit Babygespräch zutexten will.“ Die Gruppe versteht sich nun als eine Anlaufstelle für alle Mütter, die sich dort gerne austauschen und unverbindlich verabreden möchten. „Der Mamitreff Neheim will die passende Plattform dafür sein!“, so Anna Stilma.

An diesem Tag sitzt eine kleine Gruppe um Anna Stilma im R-Café. „Das ist einer der wenigen Orte, wo man sich gut mit kleinen Kindern treffen kann“, sagen die Frauen. Auch Carina Burgard (31) mit der 22 Monate alten Emilia und Jennifer Nittke (29) mit dem fast 22 Monate alten Louis sind gekommen. „Ein Baby ändert die Routine“, wissen sie, „vor allem, wenn man vorher 40 Stunden pro Woche arbeiten war“. Über so etwas habe man sich vorher in der Schwangerschaft keine Gedanken gemacht. Anna profitiert vom Gespräch mit Müttern, deren Kinder schon älter sind. „Ich hatte ja vorher gedacht, ich wäre die Einzige, der es so geht!“, so die Neheimerin.

Mal Freiräume schaffen

Die Probleme und Sorgen aber kennen alle. „Das Betreuungsproblem hätte ich mir so drastisch nicht vorgestellt“, sagt Carina Burgard. Sie hat als Vertrieblerin gearbeitet und „ist bange, dass sie keinen Platz findet“. Auch Tagesmütter seien so leicht nicht zu finden. „Zum Glück wohnen Opa und Oma in der Nähe“, so Carina Burgard. Das gibt dann auch mal Freiräume, wenn die Männer beruflich eingespannt sind und nicht übernehmen können.

Isolation und Dauerstillen

Jennifer Nittke hat Erzieherin gelernt. Ihr Sohn Louis (22 Monate) wird bald ein Geschwisterchen bekommen. Für sie geht es dann wieder los - die Freude und die Belastung. „Isolation durch Dauerstillen“ nennen die Mütter das. Der neue Mamitreff Neheim als soziales Netzwerk kommt ihr da sehr entgegen. Weil es eben nicht so ist, dass man auf Spielplätzen („die sind ohnehin selten altersgerecht!“) automatisch die großen Bekanntschaften schließt. Vereinsangebote griffen oft erst später und auch Krabbelgruppen seien rar gesät, kosten Geld oder sind verschworene Freundeskreise. Ein Problem für die jungen Mütter sind immer auch feste vorgegebene Termine. „Die passen halt nicht immer“, sagt Carina Burgard.

Über die Plattform „Mamitreff“ sollen Verabredungen einfacher sein. „Jeder kann beitreten!“, sagt Anna Stilma. Zudem sollen Infos rund um das Thema Kind geteilt werden. Die drei Frauen sind sich einig. „Das ist wichtig für Mütter“, sagen sie, „auch, wenn man einfach mal sein Herz ausschütten möchte“.

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