Historische Forschung

Mit Bodenradar wird Oelinghauser Kloster-Kreuzgang gesucht

Bei der Bodenradarprospektion, von links: Wolfgang Kasten (Kirchenvorstand), Torsten Riese (Fa. Posselt & Zickgraf), Dr. Günter Bertzen und Bernhard Padberg (beide Freundeskreis Oelinghausen)

Bei der Bodenradarprospektion, von links: Wolfgang Kasten (Kirchenvorstand), Torsten Riese (Fa. Posselt & Zickgraf), Dr. Günter Bertzen und Bernhard Padberg (beide Freundeskreis Oelinghausen)

Foto: Martin Schwarz

Oelinghausen.  Mit einer Bodenradarprospektion will der Freundeskreis Oelinghausen mehr Erkenntnisse zur Baugeschichte des Klosters Oelinghausen gewinnen.

Um die über 800-jährige Geschichte des Klosters Oelinghausen viel genauer und verlässlicher als bisher dokumentieren zu können, hat der Freundeskreis Oelinghausen eine Bodenradarprospektion in Auftrag geben. Mit dieser Bodenuntersuchung soll herausgefunden werden, ob sich südlich angrenzend an das Klosterkirchengebäude der Kreuzgang des Klosters und/oder das Gebäude des zusätzlichen Männerklosters (ca. 1174-1250) oder etwas ganz Anderes befand. Durch das in Oelinghausen eingesetzte Bodenradar können in bis zu zwei Metern Tiefe schichtweise Bodenprofile erstellt werden, die Aufschluss darüber geben könnten, ob sich im Erdreich Fundamente oder Grundmauern verbergen, die auf eine bestimmte Architektur wie zum Beispiel die eines Kreuzgangs schließen lassen.

„Sollten durch die Bodenradarprospektion strukturelle Bebauungsreste entdeckt werden, so werden diese aber nicht ausgegraben. Eine entsprechende Vereinbarung hat der Freundeskreis mit dem Grundeigentümer (Kirchengemeinde St. Petri) und dem Oelinghauser Konvent der Schwestern der Heiligen Maria Magdalena Postel getroffen“, betont Bernhard Padberg, stellvertretender Vorsitzender des Freundeskreises Oelinghausen. Padberg hatte im Vorfeld mit seinen historischen Nachforschungen die Fragestellungen formuliert, für die eine Bodenuntersuchung nähere Erkenntnisse bringen könnte. Der Vorsitzende des Freundeskreises Oelinghausen, Dr. Günter Bertzen, fügt an: „Wir wollen Licht ins finstere Mittelalter bringen und unsere bislang bekannten textlichen Quellen mit eventuell vorhandenen baulichen Zeugnissen der Vergangenheit vergleichen, um eventuell aus unseren heutigen Vermutungen zur Klostergeschichte gefestigte Tatsachenbehauptungen machen zu können.“

Für Außenstehende mag es zunächst enttäuschend wirken, dass selbst für den Fall, dass einiges in der Erde entdeckt wird, dies auch in der Erde bleibt. Das neugierige Verlangen, wonach man bei Ausgrabungen noch ganz etwas Anderes in der Erde finden könnte, soll bewusst nicht bedient werden. Der Archäologe Torsten Riese, der im Konventgarten hinter der Klosterkirche die Bodenradarprospektion durchführt, unterstützt die Vereinbarung, nichts auszugraben: „Wer die Erde öffnet, kann auch etwas zerstören. In der Erde bleiben historische Zeugnisse geschützt erhalten.“ Dr. Bertzen erinnert auch daran, dass freigelegte Mauerreste dann der Verwitterung ausgesetzt seien.

Die Bodenuntersuchung, die von der Denkmalpflege des Landschaftsverbands Westfalen Lippe (LWL) angeregt und vom Verein Freundeskreis Oelinghausen finanziert wird, war zunächst auf einen Tag (11. Oktober) angelegt. Gegebenenfalls könnte noch ein zweiter Tag folgen, doch dies hängt vom Ergebnis der am 11. Oktober erhobenen Daten ab. Über die Erkenntnisse der Bodenradarprospektion will der Freundeskreis Oelinghausen die Öffentlichkeit informieren, sobald die Ergebnisse vorliegen. Dies könnte Ende dieses Jahres der Fall sein.

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