Geplante Windkraftanlagen

Müschede/Wennigloh: Vorerst kein grünes Licht für Windräder

Die Debatte um Standorte für Windkraftanlagen erhitzt die Gemüter von Anwohnern in Müschede und Wennigloh.

Die Debatte um Standorte für Windkraftanlagen erhitzt die Gemüter von Anwohnern in Müschede und Wennigloh.

Foto: Ted Jones / Ted Jones/WP

Der Bezirksausschuss Müschede hat das gemeindliche Einvernehmen für vier geplante Windräder in Müschede und Wennigloh versagt.

Müschede/Wennigloh. Der Bezirksausschuss Müschede, der mit neun stimmberechtigten Mitgliedern besetzt ist, folgte mit acht Ja-Stimmen von CDU, SPD, SBL und FDP und einer Enthaltung von Bündnis '90/Die Grünen dem Beschlussvorschlag der Stadtverwaltung Arnsberg, das gemeindliche Einvernehmen für vier geplante Windkraftanlagen in Müschede und Wennigloh vorerst zu versagen.

Gutachten sind noch erforderlich

Die Kommunalpolitiker schlossen sich damit mit großer Mehrheit der Einschätzung der Stadtverwaltung an, wonach die Erschließung der vier geplanten Windkraftstandorte für Feuerwehr, Krankenwagen und Monteure derzeit nicht gegeben ist und auch Baulasten (ausreichender Abstand zu anderen Grundstücken) noch nachzureichen seien. Darüber hinaus seien nähere Untersuchungen / Gutachten zu Einzelaspekten notwendig. Hier sei insbesondere das Genehmigungs-Kriterium der optischen Bedrängtheit für Anwohner zu prüfen, wenn der Abstand einzelner Wohnhäuser weniger als das Dreifache der geplanten Anlagenhöhe (Höhe: 200 Meter) betrage.

Dieter Hammerschmidt, Fachdienstleiter Umwelt/Ressourcen bei der Stadtverwaltung Arnsberg, betonte, dass das gemeindliche Einvernehmen noch später erteilt werden könne, wenn Gutachten nachgereicht und andere Kriterien erfüllt würden. Hammerschmidt hob auch hervor, dass bei der Erteilung des gemeindlichen Einvernehmens die Errichtung von Baustraßen nicht zur Bewertung des Kriteriums "Erschließung" gehöre. Dies sei ein separates Verfahren. Letztlich entscheide der HSK über die beantragte Genehmigung der einzelnen Windkraftanlagen

Zwiespältige Ansichten im Dorf

In der Diskussion des Themas "Windkraft" wurden die zwiespältigen Ansichten im Dorf deutlich. Einerseits sei es zu begrüßen, wenn heimische Investoren einen Beitrag zum Klimaschutz leisten, indem sie regenerative Energie nutzen wollen. So könne mit den vier geplanten WKA der jährliche Strombedarf von 10.000 Privathaushalten in der Stadt Arnsberg gedeckt werden. Andererseits wurden auch die Bedenken von Anwohnern wiedergegeben, die die geplanten Anlagen als zu nah am Dorf bewerteten. Bei der öffentlichen Auslegung der Pläne sind bei der Stadt Arnsberg 120 Einwendungen eingegangen. Verena Verspohl (Bündnis 90 / Die Grünen) machte sich für die Windkraftanlagen stark und enthielt sich bei der Abstimmung der Stimme.

Christoph Hillebrand ist neuer Bezirksausschuss-Vorsitzender

Die Diskussion im Bezirksausschuss verlief sehr sachlich. Der neue gewählte Vorsitzende des Bezirksausschusses Müschede, Christoph Hillebrand (CDU), betonte, dass der Bezirksausschuss in der weiteren Beratung des Genehmigungsverfahrens einbezogen werden wolle. Dieter Hammerschmidt konnte allerdings nicht versprechen, wann die Debatte fortgesetzt werde, denn dann müssten erst mal die noch ausstehenden Gutachten erstellt sein.

Das CDU-Ratsmitglied Christoph Hillebrand wurde einstimmig zum Vorsitzenden des Bezirksausschusses Müschede gewählt. Ebenfalls einstimmig war die Wahl des SPD-Ratsmitglieds Markus Prachtel zum stellvertretenden Vorsitzenden

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