Gericht

Nach dem 33. Vergehen: Arnsberger muss in Entzug

In 28 langen Jahren hat sich so einiges an Justiz-Akten über den 50-jährigen Arnsberger angesammelt.

In 28 langen Jahren hat sich so einiges an Justiz-Akten über den 50-jährigen Arnsberger angesammelt.

Foto: Archiv / WP

Arnsberg.  Der 50-Jährige ist ein alter Bekannter von Polizei und Justizbehörden, hat 32 Vorstrafen auf dem Kerbholz. Nun stand er wieder vor Gericht.

Der 50-jährige Arnsberger ist ein alter Bekannter von Polizei und Justizbehörden, hat 32 Vorstrafen auf dem Kerbholz. Er ist kein Schwerkrimineller, eher einer, der seit 28 Jahren mit kleineren Straftaten aufgefallen ist: Hausfriedensbruch, Diebstahl geringwertiger Sachen, Beleidigung und meistens Fahren eines Fahrrades unter Alkoholeinwirkung. Nun wird er in einer Entziehungsanstalt untergebracht.

Denn Alkohol ist sein vorrangiges Problem, fast alle Straftaten hat der Arnsberger im Rauschzustand begangen. Ist er aber mal nüchtern, hat man es mit einem umgänglichen Typen zu tun. Jetzt, bei der Ahndung seines 33. Vergehens vor dem Amtsgericht, wurde ihm Missbrauch des Notrufes, Beleidigung und Nötigung vorgeworfen. Begangen im: alkoholisierten Zustand.

Rettungsassistentin und Polizeibeamtin auf übelste Weise beschimpft

Am 15. Januar wählte der Angeklagte den Notruf und gab wahrheitswidrig an, es läge ein medizinischer Notfall vor, so dass sich Rettungswagen und Polizeistreife zum Einsatzort Hammerweide begaben. Dort wurde der 50-Jährige quietschvergnügt angetroffen.

Und verlangte, „lieber“ ins Krankenhaus gebracht zu werden, auf die Station 1b des Johanneshospitals. Dorthin, wo er schon etliche Male in der geschlossenen Abteilung verweilt hatte. Er fühle sich in seiner Wohnung nicht wohl, begründete er sein Begehren.

Weil man seinem Wunsch nicht nachkam, beleidigte er eine Rettungsassistentin und eine Polizeibeamtin als „Fotzenkopf, Schlampe und Hure“ und drohte einem Sanitäter Schläge an, sollte er nicht „die Fresse halten“.

Der Gutachter zeichnet ein düsteres Bild des Angeklagten

Vor Gericht gab der Angeklagte alle Vorwürfe zu und entschuldigte sich bei den Geschädigten. Das verlesene Gutachten zur Schuldfähigkeit eines Sachverständigen, eines Nervenarztes, zeichnete jedoch von dem Arnsberger ein düsteres Bild:

Der unter gesetzlicher Betreuung stehende Mann befinde sich oft im tagelangen Rausch, es sei eine deutliche Schädigung des Kurzzeitgedächtnisses und einiger Organe festzustellen.

Zahlreiche Therapieversuche sind wirkungslos verpufft

Zudem sei der 50-Jährige sozial entgleist und nicht fähig, für sich zu sorgen, weshalb auch ein Betreuer eingesetzt wurde. Eine Langzeitunterbringung in einer geschlossenen Abteilung - nicht unter einem Jahr - sei daher dringend erforderlich. Weil auch mehrere vorausgegangene Versuche einer Therapie erfolglos verpufft seien.

„Diese Unterbringung ist ihre letzte Chance, sonst saufen Sie sich tot“

Im Einvernehmen mit dem Staatsanwalt stellte das Gericht das Verfahren ein. Denn parallel zum Verfahren war auf Antrag des Betreuers vom Betreuungsgericht die Unterbringung in einer Entziehungsanstalt angeordnet worden.

Weil nicht auszuschließen sei, dass der 50-jährige wegen seines Hanges zum Alkohol weiterhin Straftaten begeht. „Diese Unterbringung ist ihre letzte Chance, in ein geordnetes Leben zurückzukehren, sonst saufen Sie sich, wie ihr Bruder es gesagt hat, tot,“ gab ihm der Richter mit auf den Weg.

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