Neheim: Was der Lockdown für Azubis bedeutet

Im Neheimer Fitnessstudio Friends geben Inhaberin Stefanie Plümper-Little und ihre Mitarbeiter Online-Kurse per Livestream - auch die Azubis werden eingebunden.

Im Neheimer Fitnessstudio Friends geben Inhaberin Stefanie Plümper-Little und ihre Mitarbeiter Online-Kurse per Livestream - auch die Azubis werden eingebunden.

Foto: Katrin Clemens / WP

Neheim.  Eine angehende Fitnesskauffrau, ihre Chefin und eine Hotel-Direktorin berichten, was die Schließungen mit den jungen Menschen macht.

Die Gefahr der Verunsicherung ist im Lockdown groß unter Auszubildenden in Branchen wie Gastronomie, Hotellerie und Fitness. Nach Einschätzung der Industrie- und Handelskammer Arnsberg laufen die Ausbildungen aber weiter - viele Arbeitgeber würden für die Azubis kreative Lösungen finden.

So werden die sechs Auszubildenden im Neheimer Rodelhaus in den eingeschränkten Hotelbetrieb für Geschäftsleute eingebunden. „Wir haben uns bewusst dazu entschieden, dass die Auszubildenden weiter in den Betrieb kommen, auch wenn es aktuell keine Acht-Stunden-Tage sind“, sagt Direktorin Viviane Lodewyckx.

Zusätzliche Sorgen im Prüfungsstress

Pia Kobeloer trafen die Lockdowns in ihrem letzten Ausbildungsjahr zur Sport- und Fitnesskauffrau. Zum Prüfungsstress kam für die 23-Jährige die Sorge, ob es bei der geplanten Übernahme im Neheimer Fitnessstudio Friends bleibt. „Ich hatte natürlich die Angst, dass mein weiterer Werdegang durch Corona auf der Strecke bleibt“, sagt sie. Chefin Stefanie Plümper-Little konnte sie nach Gesprächen mit der Arbeitsagentur beruhigen – obwohl der Betrieb Kurzarbeit für einige Mitarbeiter beantragt hat, kann die Auszubildende wie geplant übernommen im Notfall auch in Kurzarbeit geschickt werden.

Alle vier Azubis haben bei Friends auch im Lockdown gearbeitet, an internen Fortbildungen teilgenommen, Online-Kurse organisiert und sich neue Konzepte ausgedacht wie etwa einen digitalen Adventskalender für die Kunden. Damit sie auch in Sachen Theorie nicht den Faden verlieren, räumt Plümper-Little ihnen Zeiten für die Schulaufgaben ein und lässt sich diese auch vorlegen – wie eine Mutter im Homeschooling meint sie nur halb scherzhaft. „Es ist eine zusätzliche Belastung für uns Ausbilder“, sagt sie.

Die Betriebe setzen sich weiter dafür ein, dass die jungen Leute wie geplant ihren Berufsabschluss erhalten und auch zum kommenden Sommer wollen sie wieder Ausbildungsplätze anbieten. "Wir brauchen die Fachkräfte in drei Jahren", sagt Rodelhaus-Direktorin Lodewyckx.

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